Die Französische Revolution


Inhaltsangabe 
Frankreich im Jahr 1788 
Von den Generalständen zur Konstitutionellen Monarchie 
Die I. Republik und der „Große Schrecken“ 
Vom Direktorium zum Ende der Revolution 
Literatur- und Weblinksverzeichnis 


Frankreich im Jahr 1788.



Das Königreich Frankreich stand zu Beginn des Jahres 1788 nach außen hin stabil da. Man hatte seine Kolonien, einen weitreichenden Handel und relativ sichere Grenzen. Die Französische Sprache und Kultur hatten in Europa einen guten Klang (bis heute ist Französische die Diplomatensprache), Mode, Schriftstellerei und Lebensart waren Vorbild für viele. Man denke nur an Schönbrunn und Sanssouci. 
Und doch gärte es im Land und dies hatte seinen Hauptgrund in der extremen Schuldenlast des Staates. 
Frankreich war nach 1648 im Zuge der Reunionskriege zur Hegemonialmacht Europas aufgestiegen. Doch dieser Aufstieg wurde mit einer immer weiter ausufernden Verschuldung erkauft, der mit den Gewinnen schließlich nicht mehr aufzuwiegen war. Das große Engagement Frankreichs im Amerikanischen Bürgerkrieg brachte das Land an den Rand des Ruins und gleichzeitig auch den Gedanken der gerechten Regierung in die Köpfe der Menschen. 

Als 1789 schließlich eine schlechte Ernte zu explodierenden Preisen führte sollte die Situation ein Eigenleben entwickeln. 


Von den Generalständen zu Konstitutionellen Monarchie.



Der Absolutismus beruht auf zwei Einrichtungen, dem Monopol und dem Söldnerheer, wobei ersteres dient um zweiteres zu finanzieren. Durch diese Monopolisierung konnten sich die Herrschenden Finanzmittel sichern ohne das Steuerbewilligungsrecht der Stände achten zu müssen. Und ohne deren Mitwirkung konnte man absolut herrschen. 
Daher waren in Frankreich die Generalstände seit 1614 nicht mehr einberufen worden. Doch in der quasi-bankrotten Situation wurde dieser Schritt unumgänglich. Etwa die Hälfte des Staatshaushaltes wurde für Tilgung und Zinszahlungen aufgewendet, was rund 300 Millionen Livre ausmachte. Dem standen etwas über 500 Millionen an Einnahmen entgegen. Ein unhaltbarere Zustand ( zum Vergleich die USA mit einem Bein im Bankrott wenden derzeit rund 30% ihres Staatshaushaltes für Tilgung und Zinszahlungen auf). 

König Ludwig XVI. berief nun für das Jahr 1789 eben diese Generalstände nach Versailles ein, nachdem alle anderen Reformversuche gescheitert waren. 
Doch stellte sich bei der Eröffnung bereits das erste Problem, der Abstimmungsmodus. Die Debatte darüber ob nach Ständen oder nach Köpfen abgestimmt werden sollte überschattete alles andere. Dieser Streit führte schließlich dazu, dass sich der Dritte Stand mitsamt einigen Anhängern des Ersten und Zweiten Standes zur Nationalversammlung erklärten. Am 20. Juni versammelte sich diese im Ballhaus von Versailles und legte den Ballhausschwur ab, nicht eher zu gehen als das Frankreich eine Verfassung habe. 
Zeitgleich kam es durch die schlechten Ernten zu immer weiter steigenden Preisen und einem Massenphänomen das als „Große Furcht“ in die Geschichte einging. Im Sommer 1789 rotteten sich Bauern und Handwerker im Land zusammen aus Furcht vor einem Adelskomplott, was sich zunächst als haltlos herausstellte. Doch schnell fand man ein anderes Ziel und es kam zu zahllosen Plünderungen von Klöstern und Schlössern mit dem Ziel der Zerstörung der Archive. 
In der aufgeheizten Stimmung kam es dann am 14. Juli zum Sturm auf die Bastille, der König gab nach und befahl dem Rest der anderen beiden Stände sich der Nationalversammlung anzuschließen. Die Revolution hatte begonnen. 
Am 4. und 5. August kam es dann zum Verzicht der Vorrechte um schlimmeres zu verhindern. Am 26. August wurden schließlich die Menschen- und Bürgerrechte verkündet. 

Doch die Gesamtsituation bleibt angespannt. Den das Brot bleibt weiterhin knapp und damit teuer. Die Situation wird schließlich explosiv als die Frauen von Paris nach Versailles ziehen und auf den Marmorplatz vordringen um Brot und Arbeit zu fordern. Die ganze Szenerie gleicht ein bisschen einer Belagerung. Ludwig XVI. Gibt schließlich nach und zieht mitsamt seiner Familie in die Tuilerien nach Paris um. Auch der Nationalkonvent begibt sich in die Hauptstadt. 

Das Jahr 1790 verläuft auf der einen Seite gut, denn die Ernten werden dieses Jahr gut ausfallen und wenigstens die Hungerproblematik entschärfen. Auch an der neuen Verfassung wird fleißig weitergearbeitet. Und auch die Währung stabilisierte sich zunächst. 
Im November des Vorjahres waren alle kirchlichen Besitzungen verstaatlicht worden und die Priester zu Beamten degradiert worden. Diese Güter wurden nun zur Deckung der neuen Währung der Assignaten genutzt. Dadurch hatte diese Währung auf einen Schlag einen großen Rückhalt was auch der allgemeinen Situation etwas entgegen kam. 

Auf der anderen Seite jedoch verschärften sich die ideologischen Gräbern immer mehr. Die Jakobiner, die bereits 1789 entstanden waren hatten sich bis Ende 1790 in rund 150 Filialen in ganz Frankreich verbreitet und agitierten immer weiter. 
Am Rhein hatten sich viele Emigranten zu einer Armee der Emigranten versammelt und bedrohten die Grenzend es Landes aktiv. Zwar bleib ihre militärische Bedeutung zunächst klein, doch lieferte sie auch Munition eine „Adelsverschwörung“ gegen die Revolution zu wittern. 
Der Kampf gegen das Christentum wiederum, vertiefte die Gräben nur noch mehr. 

In dieser Situation kam es im Sommer 1791 zum Fluchtversuch Ludwigs XVI. der jedoch entdeckt und nach Paris zurück gebracht wurde. Von nun an war der König mehr Gefangener als Herrscher. 
Doch noch einmal kann das Schlimmste verhütet werden indem die neue Verfassung in Kraft tritt. Am 1. Oktober wird sie in Geltung gesetzt und auch Ludwig XVI. schwört einen Eid auf diese. 


Die I. Republik und der „Große Schrecken“.



Inzwischen waren auch die Nachbarländer nervös geworden. Das eigentliche Endergebnis der Revolution war noch nicht wirklich abzusehen den vieles war noch im Fluss. Da erklärt schließlich Frankreich Österreich den Krieg, offiziell wegen der Emigrantenarmee. Doch insgeheim hatte man Angst vor einer Verschwörung gegen die Errungenschaften der Verfassung. In dieser Zeit entsteht in Straßburg auch die Marseillaise, die heutige Nationalhymne Frankreichs. 

Der Kriegsverlauf wird jedoch zur Herausforderung. Viele Armeeteile leisten nur wenig Widerstand oder kämpfen nur halbherzig. Auf Grund dieser Schwäche erklärt die Nationalversammlung das „Vaterland in Gefahr“ und führt die Wehrpflicht ein. 
Zeitgleich gärt es vor allem in Paris stark. Die Sansculotten als Protosozialisten wiegeln die Bevölkerung immer weiter auf. Desto schlechter der Krieg verläuft desto leichter fällt ihnen das auch. In der Nationalversammlung kommt es nun zu einer starken Spaltung in das was man später als links und rechts bezeichnen wird. Die … und die … . Erstere die Protokapitalisten und letztere die Protokommunisten. Das diese Positionen nicht zusammenfinden kann man sich vorstellen. Das Fass zum Überlaufen bringt schließlich der Herzog von Braunschweig der ein Manifest an die Franzosen richtet indem er, für den Fall von Widerstand, mit der Zerstörung von Paris droht. Mehr bedurfte es nicht. Die Sansculotten blasen zum Aufstand und es kommt am 10. August zum Tuileriensturm der rund 1000 Tote fordern wird. Im Zuge dessen wird die Verhaftung des Königs befohlen, der Verdacht lautet auf Hochverrat. Es ist das Ende der Monarchie. 
Da die Nationalversammlung dadurch auf einen Schlag handlungsunfähig geworden war, die Sansculotten und die Montagnards gaben nun den Ton an, löste sich die Versammlung selbst auf. 
Nach den Septembermorden bessert sich die militärische Lage jedoch. Die zwar schlechter ausgebildeten aber zahlenmäßig haushoch überlegenen Armeen können die Invasionsarmee in der Kanonade von Valmy stoppen und zum Rückzug zwingen. Am 22. September wird die I. Republik ausgerufen und mit einer neuen Zeitrechnung begonnen. Zugleich trat der Nationalkonvent als neues Parlament zusammen. Im Dezember macht dieser Ludwig XVI. den Prozess und lässt ihn schließlich am 21. Januar 1793 hinrichten. Dadurch kam es nun auch zur Feindschaft mit Großbritannien, dem der Konvent am 1. Februar den Krieg erklärt. 

Um den weiteren positiven Kriegsverlauf zu forcieren, werden erneut Aushebungen angeordnet die teils auf wenig Gegenliebe stoßen. Hier ereignete sich nun auch das dunkelste Kapitel der Revolution, der Völkermord in der Vendee´. Von 1793- 1800 ist dieser Streifen immer und immer wieder Schauplatz von Aufständen die schließlich mit barbarischer Grausamkeit unterdrückt werden. Doch auch in anderen Städten gärt es. 
Die Assignatenwährung verfällt derweil immer mehr und immer schneller da die Deckung bei weitem nicht ausreichte. Dadurch kommt es erneut zu Ernährungs- und Wirtschaftsproblemen. 
Zur Bekämpfung der Feinde der Revolution wird schließlich das Revolutionstribunal gegründet dem über 20.000 Überwachungsausschüsse zuarbeiten. Der Wohlfahrtsausschuss übernimmt ab April 93´ die Regierungsarbeit doch lähmen die ideologischen Gräben die Arbeit. Schließlich werden die Girondisten als Protokapitalisten unter Hausarrest gestellt und damit entmachtet, es beginnt die Jakobinerherrschaft. Robespierre wird zum quasi- Diktator. Da es auch zu zahlreichen girondistisch motivierten Morden und Aufständen kommt vertiefen sich die Gräben immer weiter. Das Christentum wird nun aktiv bekämpft, die Königsgräber geschändet und zur Niederschlagung der Aufstände werden Methoden angewendet wie sie die Monarchie niemals angewendet hatte! 

Mit dem „Gesetz über die Verdächtigen“ beginnt am 17. September schließlich die Schreckensherrschaft. Es kommt zur Belagerung von Toulon, dem Massaker von Lyon und den Ertränkungen von Nantes, neben vielen anderen Gräueln die traurigen Höhepunkte. 
Einzig militärisch kann sich die Republik langsam behaupten. Die übrigen Armeen Europas bestehen zu dieser Zeit überwiegend aus Söldnern die sehr gut ausgebildet waren jedoch die Zahl der Truppen nur langsam anwachsen lassen konnten. Die personelle Vorteil ist es, der die Revolutionsarmeen schließlich dominant werden lässt. Mit der Zunahme der Bedeutung des Militärs in der Revolution zeichnet sich auch schon der Aufstieg Napoleons an. 

Ab April 1794 gibt es schließlich keine Opposition mehr, Robespierre hatte in den Wochen davor die meisten Girondisten und Hebertisten hinrichten lassen. Am 10. Juni wird das Verdächtigengesetz erneut verschärft und es beginnt der „Große Schrecken“. Doch er überspannt den Bogen. Am 26. Juli hält er eine Rede in der er weitere Säuberungen andeutet. Die aufgescheuchten Abgeordneten scharren sich nun doch zusammen, lassen Robespierre und seine engsten Anhänger verhaften und ohne Gerichtsverfahren hinrichten. Wenigstens der größte Schrecken hatte sein Ende gefunden. 


Vom Direktorium zum Ende der Revolution: 



Am 23. September 1795 tritt nun die neue Verfassung in Kraft die ein 2-Kammernsystem mit Zensuswahlrecht begründet. Die Regierung liegt in der Hand des, zumeist kapitalistisch - liberalen, Direktoriums. 
Drei wichtige Entwicklungen prägen nun die nächsten Jahre. 

Die politischen Wirren enden nur soweit, wie es die militärische Situation erlaubt. Will heißen, in den folgenden Jahren kommt es im Grunde zu einem Dreikampf zwischen Kapitalisten, Sozialisten und Royalisten. Dieser Dreikampf macht nachhaltige Entwicklung nahezu unmöglich da es zu einer politischen Patt-Situation kommt. 

Die wirtschaftlichen Wirren werden immer ernster. Die Währungen wird Opfer einer Hyperinflation was zu Hunger und Armut breiter Schichten führt. Alleine Dank der Kontributionen und Plünderungen der eroberten Gebiete von den Österreichischen Niederlanden über das Rheinland, die Schweiz und Norditalien kann letztlich ein Kollaps der Revolution verhindert werden. 

Die militärischen Wirren setzen sich immer weiter fort. Die Massenheere und schließlich das Genie Napoleons erdrücken die Söldnerheere, Frankreich wird immer mehr zum Militärstaat. 

Diese Wirren führen zu mehreren Putsch - und Aufstandsversuchen bis sich Napoleon entscheidet in die Politik einzugreifen. 1799 putscht er sich an die Macht und errichtet eine Militärdiktatur. Da er es schafft schnell eine neue Verfassung auszuarbeiten und auch der Frieden mit den Nachbarn in greifbare Nähe rückt, kann sich die Regierung Napoleons stabilisieren. 
So kann er am 13. Dezember verkünden: „Bürger, die Revolution ist auf die Grundsätze gebracht, von denen sie ausgegangen ist, sie ist beendet.“ 

Literaturverzeichnis (Auswahl): 


- Koselleck, Reinhard (Hrsg); Die Französische Revolution als Bruch des gesellschaftlichen Bewusstseins: Vorlagen und Diskussionen der internationalen Arbeitstagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld 28. Mai – 1. Juni 1985; Oldenbourg Verlag; München 1985. 
- Kruse, Wolfgang; Die Französische Revolution; Verlag Briehl | Schönigh; Stuttgart 2005. 
- Spatzenegger, Hans; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: die Ideale der Französischen Revolution – Was ist aus ihnen geworden?; Universitätsverlag Anton Pustet; Salzburg 1989. 
- Wagner, Michael; Die Französische Revolution; Wochenschau Verlag; Berlin 2019.