Was ist Geschichte? 

 


Inhaltsangabe: 

1. Einführung 
2. Die teleologischen Geschichtstheorien 
3. Die konstruierten Geschichtstheorien 
4. Das „Ende der Geschichte“ 
5. Wozu eigentlich Geschichte? 
6. Grundsätzliche Betrachtungen 
7. Ein neues Geschichtsbild 




1. Einführung: 



Was früher geschehen ist, wird wieder geschehen; was man früher getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts neues unter der Sonne!
(KOH 1, 9) 



Es gibt unterschiedliche Geschichtstheorien die zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliches Gewicht gehabt haben. Diese kann man in zwei große Gruppen zusammenfassen. Die teleologischen und die konstruierten Geschichtstheorien. Diese Theorien basieren auf unterschiedlichen Ansichten und Erfahrungen welche die Menschen in der Zeit gemacht haben. 

Dies ist keine vergangene Aufgabe, denn Wissen und Erfahrung haben wir in unserer Zeit ebenfalls. Diese haben sich in den letzten 200 Jahren zu einem großen Schatz angesammelt den zu heben sich lohnt. 
In dieser Schrift bringe ich einen Rundumblick der vom großen Ganzen bis ins kleinste Detail ausgreifen wird. Ich kann dabei nicht auf alles einzeln eingehen, da dies sonst den Rahmen sprengen würde. Dazu habe ich das Literatur- und Weblinksverzeichnis so gestaltet, dass zu den allermeisten Fragen Literatur angegeben ist. Da das Thema recht umfassend ist, bitte ich den Leser um etwas Geduld. Um ein gutes Verständnis zu erreichen ist es nötig, die Punkte einzeln durchzugehen und ihre Komplexität darzustellen damit die Möglichkeit besteht das Thema in seiner Tragweite erfassen zu können. 

Sowohl das große Ganze als auch das Detail üben eine große Faszination aus, die beide den Blick auf weitere Einsichten verstellen können. 
Sehen wir uns die Sache also etwas genauer an. 


2. Die teleologischen Geschichtstheorien: 



Die erste Gruppe von Geschichtstheorien die wir betrachten wollen, sind die teleologischen Geschichtstheorien. Telos bedeutet im Altgriechischen Ziel. Es geht also um Geschichtstheorien die auf ein Ziel zulaufen. 
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit waren diese Geschichtstheorien dominant. Dies fußte auf der antiken Tradition und der Naturbetrachtung. Wenn man beispielsweise einen Stein, ein Stü Holz oder ein Stück Stoff fallen lässt, so werden diese immer auf den Boden fallen. Niemals wird es geschehen, dass ein Stein „zur Seite fällt“ oder gar nach oben. Aus solchen und anderen Beobachtungen schlossen die Menschen schon in der Antike, die Welt müsse einer Ordnung folgen. In der Antike nannte man das Kosmos, was so viel wie Ordnung bedeutet. 

Wenn nun die Welt einer Ordnung folgt, also Gesetzmäßigkeiten, dann sollte es doch möglich sein, den Verlauf und das Ziel der Geschichte vorhersagen zu können. Diese Theorien sind dabei religiös aufgeladen. Besteht nämlich eine Ordnung so muss diese Ordnung auch wo hergekommen sein. Das Ziel auf das die Geschichte also zusteuert ist ein religiöses. 

Das sich solche religiösen Vorstellungen halten konnten liegt an den Überlegungen über die Natur wie oben angedeutet. Daneben gibt es auch Überlegungen logischer Art, die dazu dienen die Vorstellung von einer höheren Macht zu untermauern. Solche Gottesbeweise nennt man Theodizee. Am besten nachzulesen sind diese in der Summa Theologica des Hl. Thomas von Aquin (1225- 74). Aus diesen schloss man, dass eine höhere Macht eine Gewissheit war. War eine höhere Macht eine Gewissheit, so musste die Welt zwangsläufig einer Ordnung folgen. Denn in allen Religionen wird das Prinzip Gott, wenn ich das einmal so salopp ausdrücken darf, als die Verkörperung des Guten an sich verstanden. 
Man vergleiche hierzu die Mythologie der Bibel mit der der Sumerer, Ägypter, Griechen, Germanen oder Inder. 
Es ist gleichgültig ob es sich um einen Eingott- oder einen Vielgottglauben handelt, immer ist die höhere Macht eine gute! Dies hat seinen Grund in der Alternative, Unordnung, Chaos genannt. Die moderne Annahme Ordnung würde aus Unordnung hervorgehen ist falsch! 
Denn eine Unordnung würde das Leben unmöglich machen, weswegen man sich das Prinzip Gott nicht anders als gut denken kann. 

Es kam also stark darauf an, welcher Religion man anhing. Denn auf diesem basierte das Bild das man von der Geschichte hatte. Das Ziel war dabei immer das eines „Weltenendes“. Die genaue Form mag dabei variieren, doch der Grundgedanke ist immer gleich. Das dies eine reale Option sei, erschloss sich aus der Lebenserfahrung. Es gehört zu den fundamentalen Erfahrungen des Lebens, dass es endet. Dies gilt nicht nur für das Leben sondern auch für Stein und Mörtel, wie jede Ruine beweist. 
Es verwundert dabei also nicht, dass geschichtliche Ereignisse nach religiösen Vorstellungen bewertet wurden. Man suchte nach dem Willen Gottes um sein und das Schicksal anderer interpretieren zu können. 
Teleologische Geschichtstheorien sind also Geschichtstheorien die den Verlauf der Geschichte in ein religiöses Weltbild einbetten und aus diesem Geist heraus bewerten. 

Eine weitere Stütze erhielt diese Sichtweise durch die Philosophie des 13. Jahrhunderts. Hier ist neben dem Hl. Thomas auch sein Lehrer, der Hl. Albertus Magnus zu erwähnen. Sie begründen eine philosophische Schule, die Scholastik. Diese machte es sich zur Aufgabe, Wissen systematisch und methodisch zu erlangen, zu tradieren und zu lehren. Es ist die Zeit in der sich die Universitäten Bahn brechen. 
An dieser Stell sei ein Einschub zur Philosophie erlaubt. 
Es gibt drei Arten der Weltbetrachtung. Die Seins-Philosophie, Ontologie genannt, die Ich-Philosophie, Transzendentalphilosophie genannt und eine dritte Art die man als „Das Absolute“ bezeichnen kann. 
In der ersten Sichtweise, wird die Welt so betrachtet wie wir sie sehen wenn wir auf sie blicken. Man versucht eine Sache in seinem ganzen Umfang zu ergründen, wie sein Sein beschaffen ist. Die maßgebende Autorität auf diesem Gebiet ist bis heute der Hl. Thomas von Aquin. 
In der zweiten Sichtweise, wird die Welt aus einem selbst heraus betrachtet. Denn alles was man von außen erhält kann auch eine Täuschung sein. Hierbei ist jedoch kein einfaches „fühlen“ oder gar meinen zu verstehen. Hier ist das gemeint, was Kant Sittengesetz genannt hat. Die maßgebende Autorität auf diesem Gebiet ist bis heute Immanuel Kant (1724- 1804). 
Und wie die erste Art zu philosophieren zu falschen Ansichten über die Beschaffenheit der Welt führen kann, so kann die zweite Art zur Selbsttäuschung führen. 
Die dritte Art zu philosophieren versucht beide miteinander zu vereinen. Denn offensichtlich ist es ja so, dass es sowohl die Welt als auch das Ich gibt, die Welt also nicht entweder-oder sondern sowohl-als-auch ist. 
Damit ist gemeint, dass sich Ontologie und Transzendenz verhalten wie zwei Seiten der selben Medaille. Die maßgebende und ambitionierte Autorität ist in diesem Bereich ist Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770- 1831). 

Zurück ins 13. Jahrhundert. 
Da nun auch die Philosophie, als neutralere Instanz als die Theologie, ebenfalls die Existenz einer höheren Macht zur Gewissheit machte, so wurden nun die Geschichtstheorien erst recht religiös aufgeladen. Gerade Extremereignisse wie die Pest oder die Kleine Eiszeit, sowie die daraus resultierenden Unruhen konnten und wurden religiös ausgelegt. Je nachdem konnte einmal der Antichrist vor der Tür stehen oder die Wiederkunft Christi bevor stehen. Auch andere Krisen wie die Reformation oder die Türkenkriege wurden so bewertet. 

Die Bedeutung dieser Theorien schwand im 18. Jahrhundert, genauer gesagt im Lauf der Aufklärung. 
Die zunehmende Erkundung der Welt, die Verbesserung der Technik und das systematische Erarbeiten von Wissen durch die Naturwissenschaft, nötigte das Denken dazu weiter zu gehen als dies bisher der Fall gewesen war. 
Der Niedergang der teleologischen Geschichtstheorien beschleunigte sich die folgenden 200 Jahre hindurch und führte am Ende des19. Jahrhunderts zu der vielsagenden Aussage Nietzsches, „Gott ist tot. Und wir haben ihn getötet.“ 
Seither spielen religiöse Interpretationen der Geschichte nur mehr eine geringe Rolle. 

Einen Sonderfall stellen hierbei die Ideologien dar. Im Grunde stellen sie eine Mischform aus teleologischen und konstruierten Geschichtstheorien dar. Wir werden im folgenden Kapitel darauf genauer eingehen müssen. 

3.Die konstruierten Geschichtstheorien: 



Wie wir gehört haben, ließ die Bedeutung der religiösen Interpretationen der Geschichte bis um 1900 sehr stark nach. 
Dies hatte hauptsächlich zwei Gründe, die französische und die deutsche Aufklärung. Die französische Aufklärung suchte das Heil des Menschen im Staat, die deutsche in Menschen selbst. Diese Sichtweise wurde die wirkungsmächtigere. 
Für Kant stellte sich die Frage, wie man sich den sicher sein kann, dass man etwas weis? Die Naturwissenschaft und Technik konnten immer mehr Wissen sammeln, dass auch beweisbar war. Dem gegenüber hatte sich die Scholastik auf die Vernunft verlassen. Doch ein Beweis im naturwissenschaftlichen Sinn war damit nicht gemeint. Das hatte im Lauf der Jahrhunderte dazu geführt, dass Gedankengebäude erschaffen wurden die alleine auf Annahmen beruhten. 
Ein Beispiel mag dies illustrieren. 
Es geht um das Geozentrische und das Heliozentrische Weltbild zur Zeit Galileo Galileis (1564. 1642). Rein logisch betrachtet kann man beides ganz gut begründen. Für das Geozentrische Weltbild spricht, dass, von der Erde aus betrachtet, es tatsächlich so scheint als würden sich Sonne, Mond und Sterne um die Erde drehen. Da man seit der Antike wusste, dass die Erde eine Kugel ist, so konnte man gut annehmen die unterschiedlichen Sphären würden sich um die Erde als Mittelpunkt drehen. 
Für das Heliozentrische Weltbild hingegen sprach, dass es Phänomene bei der Sternbeobachtung gab, die mit einem Heliozentrischen Weltbild wesentlich einfacher zu erklären waren als mit einem Geozentrischen Weltbild. Zu Lebzeiten Galileis war es wissenschaftlich nicht möglich zu entscheiden welches Weltbild das richtige sei. Dies gelang erst unter Newton der ein Jahr nach Galileis Tod geboren wurde. Dank der Erkenntnis der Anziehungskraft konnte das neue Weltbild bewiesen werden und sich durchsetzen. 

Funfact: Galilei wurde von der Inquisition nicht verurteilt weil er behauptete die Erde drehe sich um die Sonne, sondern er wurde verurteilt weil er behauptet hatte er könne es beweisen, was er nicht konnte. 

Kant machte nun eine radikalen Schritt. Er argumentierte, dass, wenn man sich der ontologischen Beweise nicht sicher sein kann, dann muss man sich auf seine eigene Wahrnehmung zurück ziehen. Die ontologischen Gottesbeweise wie sie noch der Hl. Thomas vertreten hatte verwarf er. Nicht weil sie falsch seien, nein, sondern weil man sich nicht sicher sein kann das sie richtig sind. Da man keinen naturwissenschaftlichen Beweis für oder gegen eine höhere Macht erbringen kann, so müsse, ontologisch gesehen, die Frage ob solch eine Macht existiert offen bleiben, gewiss sei sie nicht. Nicht alles was man sich vorstellen kann, so sein Standpunkt weiter, müsse auch wirklich sein. 
Diese Sichtweise hatte Folgen. 
Kant zieht sich also in sein inneres zurück um dort zu überprüfen ob seine Ansichten richtig sind oder nicht. Dabei sind im zwei Dinge sehr wichtig. Erstens, das a priori und zweitens der Kategorische Imperativ. 
Unter a priori versteh Kant Erscheinungen die man zwar erkennen nicht aber erklären kann. Es ist wie in einem Theater. Man sitzt im Publikum und sieht was auf der Bühne geschieht ohne hinter die Bühne selbst sehen zu können. 
Das zweite ist für Kant der Kategorische Imperativ. Der Maßstab für menschliches Handel liegt im Sittengesetz begründet das den Menschen auf den Kategorischen Imperativ verpflichtet. 
Ohne diesen beiden Punkte ist ein effektives Nachdenken in einem selbst nicht von Erfolg gekrönt. 

Wichtig wurde in der weiteren Folge allerdings lediglich die Sichtweise sich auf seine eigenen Ansichten zu berufen. Diese Verkürzung ist im Grunde das Fundament auf dem alles weitere aufbaute. 
Für die Geschichtswissenschaft stellte sich nun die Frage, was den nun als Richtschnur dienen könnte, nun da Gott widerlegt sei. 

Hier ist der Moment in dem die Ideologien ins Spiel kommen. Anstelle einer höheren Macht und eines Weltenendes wird nun ein Konstrukt als Richtschnur des Weltgeschehens angenommen. Dieses Konstrukt sieht dabei von Ideologie zu Ideologie anders aus. Für den Liberalismus ist die Richtschnur das MAß an Freiheitsrechten und Selbstbestimmung. Der Sozialist sieht das größtmögliche Wohl aller als sein Ziel an. 
Der Laizist nimmt den Staat als das höchste Ziel an, den dieser würde das Wohl aller herbeiführen. 
Der Imperialist übersteigt dies und beengt es zugleich indem er diese Entwicklung auf sein Heimatland ummünzt und diesem vor allen und notfalls auf Kosten aller anderer den Vorrang einräumt. 
Der Kapitalist sieht sein Richtschnur darin wie viel materiellen Wohlstand er angehäuft hat. 
Und selbst Wissenschaft und Technik können sich diesem Zeitgeist entziehen. In allen Bereichen der Naturwissenschaft und Technik macht sich ein schrankenloser Fortschrittsglaube breit, der annimmt, in absehbarer Zeit werde der Mensch 120 Jahre alt ohne Krankheit oder materieller Probleme. 

Alle diese Sichtweisen, die hier absichtlich positiv dargestellt sind, sehen das Wohl des Einzelnen wie einer Gruppe als das Ziel der Geschichte an. Der Fortschrittsglaube wird dabei zu einer Art Gradmesser an dem man erkennen könne wie weit man den schon sei. 
Zum Abschluss sekundiert dann noch die Evolutionstheorie dem ganzen Reigen indem sie die Abstammung des Menschen vom Tier ableitet. Aus all dem ergibt sich schließlich die Vorstellung einer steten Höherentwicklung des Menschen. Durch die Wissenschaften und die Evolutionstheorie war damit der Beweis erbracht worden, dass der Mensch auf ein höher entwickeltes Ziel zulief. Diese Ziel war jedoch nicht mehr jenseitiger sondern diesseitiger Art. 

Weshalb verweise ich nun auf die Ideologien als einem Sonderfall. Weil die ideologischen Überbauten einen dogmatischen Charakter annahmen. Man kann sie auch als Ersatzreligionen bezeichnen. 
Zu Beginn sind Ideologien immer ein Konstrukt das auf der Aneinanderreihung unterschiedlicher Tatsachen und Annahmen beruht. Erreicht dieses Konstrukt jedoch eine gewisse Tiefe die durch Wissenschaft und Technik auch noch untermauert werden kann, so beginnt sie einen teleologischen Charakter anzunehmen. Mit anderen Worten sie wird zu eine Ersatzreligion mit dogmatischer Weltsicht. Daher tragen Ideologien sowohl ein konstruiertes als auch ein teleologische Element in sich, dass sie zu einem Sonderfall macht. 
Ihren Ursprung habe sie alle in der Ansicht Kants man solle sich zum Erkenntnisgewinn nach innen wenden. Die Wahrheit die man dort findet wäre die richtige. Dies führe zu dem Umstand, dass nun viele verschiedene Ansichten mit quasi-religiösem Anspruch auftraten. Da sie alle für sich in Anspruch nahmen auf der Aufklärung zu basieren, erhoben sie auch den Anspruch vernünftig zu sein. Ist man selbst jedoch vernünftig weil man den „richtigen“ Ansichten folgt, so führt dies zwingend zu der Ansicht der andere, der die „falschen“ Ansichten hat, wäre unvernünftig. Dies bedeutet allerdings auch, dass, wenn man das richtige Menschheitsziel vertrete, der andere automatisch der Feind ist. Ja nicht nur der Feind von einem selbst, sondern er ganzen Menschheit. Ist das Ziel der Welt das Paradies der Werktätigen so sind alle die es verhindern wollen der Feind. Ja mehr noch, der Ausbeuter, der Unterdrücker, usw. 
Ist das Ziel der Geschichte den materiellen Nöten zu entsagen und Wohlstand anzuhäufen, so ist jeder der dies nicht will der Feind. Ja mehr noch, der Faulpelz, der Verschwender, usw. 
Man kann dieses Spiel mit allen Ideologien durchspielen wenn man will. 
Ein sehr bewegendes Beispiel aus der Gegenwart wäre dies: „Wer nicht für die EU ist, ist kein Europäer.“ 
Von hier aus ist es nur mehr ein kleiner Schritt bis nach Mauthausen, Dresden, Workuta, Nanking oder dem großen Hunger. Ein sehr empfehlenswertes Buch, dass dieses rigorose missachten des anderen verarbeitet ist „Die Brüder Karamasow“ von Dostojewski. 

Im Lauf des 20. Jahrhunderts wird sich dann die Haltlosigkeit aller dieser Ansichten erweisen. Die beispiellosen Grauen welche die Negierung des anderen hervorbrachte, war in seiner Intensität so dermaßen destruktiv, dass die Ideologien wohl für immer in Verruf gekommen sind. Und damit nicht nur die Objekte auf die sie sich bezogen sondern auch die Geschichtstheorien. 
Wie das 1000jährige Reich nach 12 Jahren zerfiel so brachte auch Workuta nicht das Paradies der Werktätigen. Der Kapitalismus brachte letztlich nicht den materiellen Wohlstand aller hervor sondern die Kumulierung von Macht und Reichtum in den Händen weniger. Der Liberalismus hatte mit seinem Streben nach Freiheitsrechten und Selbstverwirklichung letztlich nur Streit und Spaltung erzeugt. Und der Imperialismus war mit dem großen Hunger in Indien gestorben. 

Ob all dieser Gräuel erhielt auch der Fortschrittsglaube einen schweren Schlag. Nicht nur hatte das 20. Jahrhundert gezeigt, dass Fortschritt ein sehr dehnbarer Begriff war, sondern auch, dass die Lösung von Problemen durch Wissenschaft und Technik nur zu neuen Problemen führte. 
Aus all dem began man in der Zeit des Kalten Krieges zu erkennen, dass Geschichte doch weit komplexer ist als es bisher den Anschein gehabt hatte. 


4. Das „Ende der Geschichte“: 


Wenn die Geschichte nun kein jenseitiges Ziel hat da Gott tot war, sich auch kein neues konstruieren ließ da diese Versuche alle in furchtbaren Fehlschlägen geendet hatten, so hatte man plötzlich ein Problem. 
In dieser Situation, der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, fanden zwei Ereignisse statt die von entscheidender Bedeutung waren, Selbstzufriedenheit und Nihilismus. Beide verstärkten sich dabei gegenseitig. 
Besehen wir zunächst die Selbstzufriedenheit etwas genauer. 

Als sich die Sowjetunion 1991 auflöste ging nicht einfach nur der Kalte Krieg zu Ende. Der so genannte Westen unter Führung der USA hatte das ideologische Rennen gewonnen. Allerdings nicht weil sie, wie man heute gerne selbstzufrieden behauptet, das bessere System hatten. Die UdSSR war nur als erster kollabiert. Wer es nicht glaubt sehe sich amerikanische Städte im Jahr 1989 an. Ein oft übersehenes Detail. 
Jedenfalls schien in dieser Situation das Heil nun doch noch in Form von Demokratie und freier Marktwirtschaft zu dämmern. In dieser Situation des Triumphs, in der es schien als habendie USA nach dem 3. Reich auch die SU in die Knie zwingen können, fiel ein Wort das an Symbolkraft kaum zu überbieten war. Der Mensch hatte das „Ende der Geschichte“ erreicht. Will heißen, der Mensch hatte seine endgültige Art zu leben, in Form von Demokratie, Liberalismus und Marktwirtschaft, erreicht. Da in der gleichen Zeit die USA zur einzigen Supermacht aufstiegen und damit faktisch, als erstes Land der Menschheitsgeschichte, die ganze Welt beherrschten, schien dies tatsächlich so zu sein. In den 1990ern und 2000er Jahren festigte sich die pax americana immer weiter, so das am Morgen des 15. September 2008 kaum einer im Westen daran dachte, dies würde sich einmal ändern. Ändern können! 
Man war selbstzufrieden geworden. 

Parallel zu diesen Ereignissen machte sich auch eine Geisteshaltung breit die man als Nihilismus bezeichnet. Dieses Konstrukt lehnt grundsätzlich allgemeingültige Gesetze, Normen und Sitten ab. Daher der Name, vom lateinischen nihil= nichts. 
Der Nihilismus, genauso wie sein kleiner Bruder Relativismus, ziehen sich auf den Standpunkt Kants zurück und setzen diesen absolut. Dabei verkennen beide, dass Welt und Mensch aus Ontologie UND Transzendenz bestehen. Durch die hierbei erreichte Verabsolutierung der Transzendenz wird der Weg zu Hedonismus und Egoismus geebnet. Denn in dieser Geisteshaltung haben auch Sittengesetz und Imperativ keine allgemeine Gültigkeit mehr. 
Wenn die einzige Wahrheit in einem selbst liegt so sind alle Ansichten und äußeren Einflüsse letztlich unbedeutend, vernachlässigbar. Im Relativismus wurden unterschiedliche Standpunkte wenigstens noch als Standpunkte akzeptiert wenn sie auch kaum Bedeutung hatten. 
Denn wenn es stimmt, dass die Art zu leben von nun an bis in Ewigkeit bereits feststand, so war in puncto Politik und Wirtschaft eigentlich nichts mehr zu tun. Sämtliche Ideologien hatten im Grunde ihre Relevanz verloren denn am Ende der Geschichte gab es keine Entwicklung mehr. Ist aber das Außen praktisch abgehackt so bleibt nur mehr die innere „Entwicklung“ für den Menschen übrig. 
Allenfalls noch vorhandene Probleme würden Wissenschaft und Technik in nächster Zeit lösen. Im allgemeinen Taumel wurde alles was einmal gültig war in Frage gestellt. 
Ich denke es ist hier gut ersichtlich wie sich die beiden Ereignisse gegenseitig verstärkten. 

So finden wir uns heute im Jahr 2026 in der Situation wieder, dass es, streng genommen, gar keine Geschichtstheorie mehr gibt. Was natürlich im Kontext der geendeten Geschichte auch Sinn macht. Wenn sich an Politik und Wirtschaft nichts mehr ändern wird, wozu dann noch Theorien oder Ideen? Wozu sich also auch mit Geschichte befassen außer aus folkloristischen oder touristischen Gründen? Dazu passt auch, dass es in der EU keine Geisteswissenschaften, zu denen auch die Geschichte gehört, mehr gibt, sondern nur mehr Gesellschaftswissenschaften. 
Dies führt uns zu einer zentralen Frage, 


5. Wozu Geschichte? 



Die Geschichte, wenn man sie auf seinen Kern herunterbricht, erfüllte schon immer zwei zentrale Bedürfnisse des Menschen, Selbstvergewisserung und Handlungsanleitung. 
Selbstvergewisserung meint hier, die Frage zu beantworten wer man selber ist. 
Handlungsanleitung meint hier die Vorbildwirkung von Ahnen und Vorfahren. 

5.1 Selbstvergewisserung: 

Ein jeder Mensch ist ein soziales Individuum. Als solches ist die größte Strafe die man einem Menschen antun kann, ihn wegsperren. Sperrt man einen Menschen dauerhaft in Einzelhaft so zerbricht man ihn, körperlich und geistig. Wenn ein Mensch vereinsamt so passiert dasselbe. 
Der Grund hierfür liegt in der sozialen Ader die einem Menschen gegeben ist. Wir brauchen andere Menschen um zu überleben, in jedweder Hinsicht. 
Da dem so ist, sucht ein jeder Mensch immer danach zu erkennen zu welcher Gruppe er gehört. Dabei ist es gleich ob es sich um eine Familie, ein Volk oder eine andere Gruppe handelt. Jeder möchte wissen wer die Gruppe ist zu der er gehört, da ihn dies selbst unmittelbar betrifft. Diese Aufgabe fällt von Alters her der Geschichte oder, in weniger wissenschaftlich geprägtem Umfeld, dem Mythos zu. 
Dadurch kann sich ein Mensch selbst vergewissern wer er ist. Damit ist nicht gemeint, dass dieser Mensch dann nur und ausschließlich das sei was in dieser Überlieferung vorkommt, nein. Diese hat die Funktion für einen Menschen wie das Fundament für ein Haus. Nicht mehr und nicht weniger. 

5.2 Handlungsanleitung: 

In alter Zeit ging man davon aus, die Natur des Menschen würde sich nicht ändern. Zwar änderten sich die Umstände, doch das grundlegende Verhalten und die Schwierigkeiten des menschlichen Daseins sind immer gleich. Da man den Menschen so auffasste, war es nur natürlich sich mit den Handlungen der Vorfahren auseinander zu setzen. Man konnte davon zwar keine direkten Handlungsempfehlungen herleiten, wohl aber indirekte. Man bekam eine gute Vorstellung davon was man tun könnte und was es für Lösungsansätze gab. 
Auf diese Weise verstand man wie in wichtigen oder auch kritischen Situationen zu handeln sei. Ich möchte dazu ein Beispiel bringen, die Napoleonischen Kriege. 
Die Strategie Napoleons war auf Schnelligkeit und Beweglichkeit ausgerichtet. Das hatte seinen zentralen Grund darin, dass Frankreich zeitweise mit ganz Europa im Krieg lag. Daraus ergab sich in fast allen Kriegen eine zahlenmäßige Unterlegenheit Frankreichs. Nicht unbedingt auf dem Schlachtfeld, doch bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Napoleon versuchte daher stets seine Gegner einzeln zu besiegen bevor diese eine Armee vereinen konnten die zu groß für ihn war. 
Aus diesen grundlegenden Erfahrungen des Krieges leitete später Helmuth Graf von Moltke seine Lehren für die preußische und später deutsche Armee ab, die ganz entscheidend zu den Siegen im deutschen Bruderkrieg wie im deutsch-französischen Krieg beitrugen. 

Diese Beispiel soll verdeutlichen wie wichtig Geschichte früher war. Würde man auf eine Überlieferung nichts geben, so wäre man gezwungen jede Erfahrung erst selber machen zu müssen. Was in vielen Fällen fatal und in manchen Fällen wohl tödlich verlaufen würde. 

Wir halten also fest, dass Geschichte, die sich seiner genuinen Aufgabe stellt, für den Menschen zwei fundamentale Aufgaben erfüllt, Selbstvergewisserung und Handlungsanleitung. 

Doch halt, wie kann dies sein? War nicht weiter oben angeklungen, teleologische und konstruierte Geschichtstheorien seien praktisch bedeutungslos geworden? Und mit ihnen die Geschichte gleich mit? 
Nun, hier ist zu bedenken, dass ein Anspruch noch keine Wirklichkeit begründet. Oder, wie Kant sagen würde, nur weil man sich etwas vorstellen kann muss es nicht so sein. 
In den letzten 250 Jahren hat der Mensch ein so dermaßen großes Wissen und so erstaunliche technische Fähigkeiten entwickelt, die nach einer Neubewertung fundamentaler Ansichten über die Welt und den Menschen zwingen. 
Sehen wir ob wir diesem Anspruch gerecht werden können. 


6. Grundsätzliche Betrachtungen: 



Wenden wir uns zunächst dem Menschen zu. Einerseits weil dabei der Leser selber an sich überprüfen kann ob das hier geschriebene zutrifft oder nicht., Andererseits weil der Gegenstand der Geschichte nichts weniger als der Mensch ist.

6.1 Über das Wesen und die Natur des Menschen.

Nun, wir Menschen des 21. Jahrhunderts gehen davon aus, dass der Mensch ein höher entwickeltes Tier ist, dass im Lauf der Jahrmillionen evolutionär entstanden ist. Das schließt nicht nur das Aussehen des Menschen und den aufrechten Gang mit ein sondern auch sein Bewusstsein. Denn erst das Bewusstsein des Menschen macht den Menschen ja erst zum Menschen. Daraus ergibt sich zwingend, dass es keine Seele gibt. Gibt es keine Seele so gibt es auch keine höhere Macht und auch kein wie auch immer gartetes Jenseits. Damit gibt es nur das eine Leben das der jeweilige Mensch im Diesseits lebt. Daher ist es auch nur natürlich, wenn sich der Mensch darauf beruft in diesem einen Leben materiell möglichst gut zu leben, so viel Wohlstand wie möglich anzuhäufen und dabei so wenig Unbilden wie möglich ertragen zu müssen. Da sich Politik und Wirtschaft nie wieder ändern werden so ist die einzige verbleibende Aufgabe dieser Einrichtungen darin zu sehen, möglichst gerecht alles zu verteilen um keinerlei Störungen aufkommen zu lassen.
Soweit das Selbstverständnis des modernen Menschen.

Stimmt dies nun?
Im Grunde geht es hier um vier Annahmen auf die sich dieses Weltbild stützt, die Evolution des Menschen, die Evolution des menschlichen Bewusstseins, die Nicht- Existenz eines Jenseits und Hedonismus als Lebensziel.
Den politischen Aspekt den man hier noch herausschälen könnte lassen wir hier beiseite. Für das Verständnis des Menschen ist Politik irrelevant!

6.2 Die Evolution des Menschen.

Als erstes müssen wir uns das Alter des Menschen ansehen. Dazu sind zwei Zahlen von großer Bedeutung, die Weltbevölkerung und die Zahl der Gräber.

Die Paläogenetik hat ermittelt, dass vor rund 1,2 Millionen Jahren rund 50.000 Menschen gelebt haben.
Machen wir hier ein Rechenbeispiel:
Nehmen wir als Ausgangsbevölkerung 6 Menschen her und rechnen über die Zeit mit einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von 0,02% (wobei das vorindustrielle Niveau bei 0,03- 0,04% gelegen hat). Nach rund 106.000 Jahren hätten wir eine Gesamtbevölkerung von rund 8,5 Milliarden Menschen erreicht. Wenn wir einen Wachstumswert von lediglich 0,01% annehmen, so wird dieser Wert erst nach ca. 211.000 Jahren erreicht.
Nimmt man jedoch für 50.000 Menschen ein Bevölkerungswachstum von 0,02% an, so erhält man die heutige Weltbevölkerung nach etwas über 60.000 Jahren.

Bei diesem Befund stellt sich die Frage was nicht zusammen passt. Da die Mathematik in dieser Gleichung die einzige Variable ist, die unbestechlich ist, kann der Fehler nur in der Annahme des Alters begründet liegen.
Ich möchte hier auch darauf verweisen, dass es in der Genetik die Annahme gibt, vor rund 75.000 Jahren hätte ein Ereignis stattgefunden, dass beinahe die gesamte Menschheit ausgestorben wäre, bekannt als genetischer Flaschenhals. Dies würde zwar zur obigen Rechnung in etwa passen, dass also die Weltbevölkerung die heutige Zahl bis heute so erreicht haben könnte. Doch kann die Menschheit nicht 1,2 Millionen Jahre alt sein, da ansonsten die Erde die heutige Weltbevölkerung schon vor einer Million Jahren erreicht hätte.
Ebenfalls erwähnt sei die Altersbestimmung von Lebewesen. Diese werden mittels C14-Methode bestimmt. Mit ihr lassen sich jedoch beispielsweise Skelette nur bis zu einem Alter von nicht ganz 58.000 Jahren bestimmen.

Für die Frage nach den Gräbern bemühen wir erneut ein Rechenbeispiel:
Ein spezialisierter Jäger, wie es der Neanderthaler war, brauchte höchstens 5- 6 km² als Jagdgebiet. Springen wir in die Zeit von vor 50.000 Jahren. Der Neanderthaler hat zu dieser Zeit bereits seit mindestens 170.000 Jahren in Europa gelebt. Wenn man das Jagdgebiet mit der Fläche Europas und der Verbreitung des Neanderthalers abgleicht, kommt man auf leicht 100.000 Individuen die damals gelebt haben müssen. Vergleicht man diese mit der Population der Buschmänner in der Kalahari oder den Aborigines in Australien so ist es auch im Bereich des Möglichen, dass bis zu 200.000 Individuen gelebt haben.
Nehmen wir weiter an, der Neanderthaler erreichte eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 50 Jahren (tatsächlich dürfte sie eher zwischen 40 und 45 gelegen haben). Folglich wären in 100 Jahren rund 200.000 Neanderthaler gestorben. Im Lauf von 10.000 Jahren rund 20 Millionen.
Die Zeit von 50.000 Jahren ist deshalb so wichtig, da vor rund 100.000 Jahren der Neanderthaler begann seine Toten zu bestatten. Und irgendwann vor 40.000 Jahren starb er aus.
Selbst unter der Annahme 99% aller Gräber und Skelette wären verloren gegangen, muss man alleine für diesen Zeitraum davon ausgehen auf rund 200.000 Gräber und Skelette zu stoßen, noch dazu auf einer überschaubaren Landfläche die von den Säulen des Herakles bis ins Heilige Land und den Altai reicht. Das „Hauptverbreitungsgebiet“ lag jedoch in Europa zwischen Iberischer Halbinsel und Karpaten, Nordsee und Peloponnes. Von diesen ca. 200.000 erwartbaren Grab- und Skelettfunden hat man bis heute lediglich 300 gefunden. Dies sind lediglich 1,5 Promille dessen was man erwarten kann. Noch schwieriger wird die Sachlage wenn man bedenkt, dass der Neanderthaler insgesamt rund 180.000 Jahre in Europa gelebt hat.
Vollends unverständlich wird dies alles wenn man folgendes bedenkt. Diese Rechnung ist nur für den Neanderthaler gemacht. Alle anderen Menschengruppen sind hier überhaupt nicht berücksichtigt!

Wenn man sich die beiden Beispiele ansieht so kann man nur konstatieren, dass der Mensch bestimmt alt ist, jedoch nicht Millionen Jahre.

Nun gut, dann ist der Mensch eben nicht Millionen Jahre alt, das kann ja durchaus sein und er hat sich trotzdem evolutionär entwickelt. Immerhin schließen sich die beiden Befunde nicht gegenseitig aus.

Die Evolution kann man in zwei Bereiche unterteilen, in die Makroevolution und die Mikroevolution.
Von einer Makroevolution spricht man wenn es um die Entstehung neuer Arten geht.
Von Mikroevolution spricht man wenn es um die Weiterentwicklung von Lebewesen geht.

Ein Beispiel für die Mikroevolution ist das Züchten von Tieren. Wenn man beispielsweise Rinder so lange miteinander kreuzt bis die Nachkommen ein bestimmtes Merkmal dominant herausbilden, so ist dies eine Weiterentwicklung einer schon bestehenden Art. Es entsteht dabei keine neue.

Für die Makroevolution gibt es bis heute kein einziges Beispiel. Bis heute konnte noch kein natürlicher Fall der Entstehung einer neuen Art beobachtet werden. Und selbst die Gentechnik hat bis heute nur Chimären in Genlabors erschaffen können. Die ist deshalb so, da, genetisch betrachtet, unterschiedliche Arten sich nicht kreuzen können!
Nehmen wir als Beispiel Hunde und Katzen:
Selbst wenn sich ein Hund und eine Katze paaren würden, so würden keine lebensfähigen Nachkommen entstehen. Man spricht hier von Gametischer Isolation. Im, meines Wissens noch nicht vorgekommenen, „Idealfall“ wäre ein Nachkomme steril, also fortpflanzungsunfähig. Hier spricht man von postzygotischer Isolation.
Beide Mechanismen verhindern das Entstehen neuer Arten auf zellulärer bzw. genetischer Ebene!

Wir können also bei der ersten Frage zu dem Schluss kommen, dass
1. der Mensch zweifellos alt ist. Vielleicht mehrere Hunderttausend Jahre doch gewiss nicht Millionen von Jahren und
2. der Mensch sich im Lauf der Zeit äußerlich verändert hat, jedoch gewiss nicht vom Tier abstammt oder einen gemeinsamen Vorfahren mit diesen hat.

Der einzige noch denkbare Fall außerhalb eines Genlabors ist dabei die Mutation. Hier stellt sich jedoch das Problem der Zeit. Man muss sehr lange Zeiträume annehmen damit überhaupt die Möglichkeit einer Mutation besteht die eine neue Art begründen könnte. Wie wir jedoch beim Menschen gesehen haben liegt dieses Alter nicht vor. Außerdem wurde solch eine Mutation, außerhalb eines Genlabors (Chimären), noch nie beobachtet, kann also nicht natürlichen Ursprungs sein. Was auch dadurch unterstrichen wird, dass, selbst wenn es einen Mutation geben würde, diese neue Art sogleich aussterben würde. Der Grund sind die oben erwähnten Mechanismen die eine Fortpflanzung verhindern würden.

6.3: Die Evolution des Bewusstseins.

Wir müssen hier wieder genau sein und unterscheiden worum es geht.
Wir haben nun zwar festgestellt, dass der Mensch als Art nicht aus dem Tier entstanden ist. Als Teil der Natur ist es jedoch ohne weiteres denk- und annehmbar, dass sich sein Bewusstsein evolutionär entwickelt hat. Dies ist deshalb so wichtig, da es das Bewusstsein ist, welches den Menschen erst zum Menschen macht.
Betrachten wir also etwas genauer was den das ist, das Bewusstsein?

Ein Bewusstsein ist, wenn ein Lebewesen sich seiner selbst bewusst ist, sich also selbst als Lebewesen wahrnimmt. Dies klingt banal, ist es aber nicht. Sich selbst zu erkennen bedeutet und ein jeder möge es an sich selbst nachprüfen, zu begreifen das man einzigartig ist. Darin liegt ja gerade der Wert des Menschen, in seiner Einzigartigkeit. Alle Umstände mit mir als Protagonisten sind noch nie zuvor so dagewesen und werden es nach mir auch niemals wieder sein, denn ich bin Einzigartig. Deshalb betrauert der Mensch auch seine Toten da es für diese keinerlei Ersatz geben kann.
Stirbt hingegen deine Katze so trauerst du auch um sie. Und dann holst du dir eine neue, weil eine Katze eben nicht einzigartig ist. Deshalb haben Tiere auch keine Vorstellung vom Tod, da dieser für sie keine Bedeutung hat. Wenn ich nicht erkenne, dass ich Einzigartig und daher etwas besonderes bin sowie das Leben etwas einmaliges ist, so hat der Tod keine Bedeutung für mich.
Darum gibt man einem Tier auch den Gnadenstoß und versucht das Leben eines Menschen so lange wie möglich zu erhalten.
Es stellt sich nun die Frage, ob so ein Bewusstsein evolutionär entstanden sein kann?

Nehmen wir an es ist so.
Wenn dem so ist, so kann man zwei Dinge erwarten.
Erstens, dass, wenn der Mensch evolutionär sein Bewusstsein erlangt hat, auch andere Lebewesen dazu in der Lage sein müssen.
Zweitens, man kann erwarten, dass es möglich sein sollte ein Bewusstsein künstlich schaffen zu können.

Der erste Punkt ist deshalb wichtig, da ein naturwissenschaftlicher Beweis nur solch einer ist, der auch wiederholbar ist. Ansonsten ist es nur eine Annahme, oder, um erneut auf Kant zu verweisen, nicht alles was man sich denken kann, ist auch wahr.
Der Umstand, dass der Mensch das einzige Lebewesen ist, welches ein Bewusstsein entwickelt hat zeigt, dass es NICHT evolutionär entstanden ist. Denn als Naturwesen unterliegt der Mensch den gleichen Einflüssen wie alle anderen Tiere auch. Wenn dies zwar im 21. Jahrhundert nur mehr teilweise zutrifft, so traf dies am Beginn der Bewusstseinsbildung auf jeden Fall zu. Ist eben nicht ersichtlich welcher natürliche Umstand eingetreten sein soll, der ausschließlich den Menschen betraf. Ja noch mehr, der nur ein einziges mal auftrat und sonst niemals. Hierbei ist es einerlei ob wir von der Ernährung, der Umwelt oder auch der Isolation ausgehen. In allen Fällen die man denken kann betrifft es niemals den Menschen alleine. Da allerdings kein anderes Lebewesen ein Bewusstsein entwickelt hat, kann man nur mehr annehmen es habe keinerlei natürliche, sprich evolutionäre, Ursache.
Hier stellt sich die Problematik mit der Mutation. Verweist man auf die Möglichkeit einer Mutation die ein Bewusstsein hervorgerufen haben soll, so ist ebenfalls nicht ersichtlich weshalb ausschließlich beim Menschen und sonst bei keinem anderen Lebewesen solch eine Mutation aufgetreten ist.
Dieser Umstand wird auch nicht dadurch gestört, wenn man einem Gorilla Zeichensprache beibringt. Es mag leicht sein auf der Ebene der Instinkte und Triebe, die Menschen und Tiere ja teilen, kommunizieren zu können. Doch beweist eben dieser Umstand, dass es eines äußeren und nicht eines natürlichen Einflusses bedarf!

Ist es nun aber möglich ein Bewusstsein künstlich zu erschaffen?
Die Antwort der Computerwissenschaft ist dabei ein klares nein.
Der Unterschied zwischen einem Bewusstsein und einer KI ist genauso groß wie zwischen einem Menschen und einem Tier. Hier liegt dies aber im freien Willen begründet.
Ein Computer kann niemals gegen seine Programmierung verstoßen. Wenn wir heute über die atemberaubende Geschwindigkeit staunen mit der eine KI Antworten selbst auf komplizierte Fragen gibt, so liegt das daran, dass sie muss. Es steht ihr nicht frei etwas zu lernen. Sie kann nur lernen worauf sie programmiert wurde (deshalb sollte man auch keine Angst vor der KI sondern vor den Programmierern haben)! Der Mensch hingegen kann sich entscheiden was er lernen will, weil er eine Wahl hat. Dies ist ein qualitativer Unterschied der nicht überbrückbar ist.

Wir können also festhalten, dass
1. sich das Bewusstsein des Menschen nicht auf natürliche Weise entwickelt hat und
2. es auch nicht möglich ist ein künstliches zu erschaffen.

6.4 Gibt es ein Jenseits?

Wir haben oben gesehen, dass das Bewusstsein des Menschen offensichtlich nicht natürlich und auch nicht künstlich, will heißen technisch, entstanden sind. Sowohl der künstliche wie der natürliche Aspekt sind materieller Natur. Damit meine ich, sie bedingen um zu funktionieren der Materie. DNS wie eine Software können nur weitergegeben werden wenn dies auf einer materiellen Basis geschieht. Was bedeutet, es sind von Molekülen bis zu Quanten alle möglichen Materieteilchen beteiligt.

Daraus folgt zwingend, dass das Bewusstsein immateriell ist. Denn ganz offensichtlich besitzen wir eines, sonst ich hier nicht schreiben und sie, geneigter Leser, nicht lesen könnten.
Was passiert nun wenn ein Mensch stirbt?

Nun, da das Bewusstsein nicht materiell sein kann, so kann ihm auch, materiell gesehen, nichts passieren. Es ist zwar durchaus denkbar, wie beispielsweise die Nahtodforschung nahelegt, dass ein Mensch im Zustand des Sterbens eine Art „Verwirrung“ oder „Störung“ erlebt, doch dürfte diese nicht von langer Dauer sein.
Da das Bewusstsein nun immateriell ist, so muss es auch zwingend bei der Geburt aus einer immateriellen Sphäre stammen und mit dem Tod dorthin zurückkehren.
Und gemeinhin nennt man diese Sphäre Jenseits.
Allerdings kann man nicht sagen wie diese Beschaffen ist. Dies ist eine Frage des Glaubens und nicht der Historiographie.

Wir können also zusammenfassen, dass
1. ein Jenseits als Ort des Immateriellen besteht und
2. wir keine Aussage über seine Beschaffenheit treffen können.

6.5 Der Hedonismus als Lebensziel:

Hedonismus zielt in allen seinen Spielarten darauf ab Lust zu maximieren und Schmerz zu minimieren.
In diesem Zusammenhang sei auf die Experimente des amerikanischen Ethologe John B. Calhoun verwiesen. Diese Experimente die zwischen den 40er und 70er Jahren angestellt wurden sind heute wo dieser Text verfasst wird bereits mehr als ein halbes Jahrhundert alt. Und während man damals noch mutmaßte ob diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar wären so steht dies heute zweifellos fest. Was sich mit einem Spaziergang durch eine x-beliebige Ortschaft nachweisen lässt.
Kurz gesagt, maximale Lust und minimaler Schmerz führen zum Kollaps sowohl des Individuums als auch der Gemeinschaft.

Schmerz dient nämlich auch dazu, zu unterscheiden welches Verhalten gut und welches böse ist. Fällt dieser Umstand weg so wird sich mangels Korrektur das böse Verhalten immer weiter verstärken bis es zum Zusammenbruch kommt. Warum? Weil falsches Verhalten in der Regel "einfacher" ist als richtiges, da man dazu seine Neigungen und Triebe beherrschen muss.
Lusterhalt dient ebenfalls dazu, erkennen zu können, welches Verhalten gut und welches böse ist. Erhält man Lust trotz bösem Verhalten so wird auch hier dieses Verhalten mangels Korrektur so lange verstärkt bis es zum Zusammenbruch kommt.
Hier ist mit Absicht gut und böse gewählt. Gut und böse sind ethische Kategorien die nicht dem Zeitgeist unterliegen wie die Moral. Dies ist ein sehr wichtiger Unterschied.

Da also eine hedonistisches Lebensweise unweigerlich im eigenen wie im gesellschaftlichen Untergang mündet, wieso sollte man solch einer Lebensweise anhängen? Selbst ein Tier verfügt über einen Selbsterhaltungstrieb.

Wir halten also fest, dass
1. das generelle (!) vermeiden von Schmerz sich destruktiv auswirkt und
2. das konsumieren von unverdienter (!) Lust sich ebenfalls destruktiv auswirkt, weshalb
3. dieses Verhalten im persönlichen wie gesellschaftlichen Kollaps mündet und daher
4. ein nicht erstrebenswertes weil selbstzerstörerisches Lebensziel ist.

6.6 Zusammenfassung:

Welchen Reim können wir uns nun auf dies alles machen?

Nun, da der Mensch kein Tier ist, sein Bewusstsein sich weder evolutionär noch künstlich entwickelt hat, dieses Bewusstsein also immateriell ist, setzt dieses zwingend eine „Sphäre des Immateriellen“ (Jenseits) voraus. Da alles was materiell besteht einen Anfang hat, es „davor“ allerdings etwas immaterielles gegeben hat, ist daraus zu schließen, dass das Materielle aus dem Immateriellen stammt, weswegen man eine höhere Macht annehmen muss die immateriell und nicht materiell begründet ist. Hier sei auch auf den Umstand hingewiesen, dass alle Materie eine Form von Energie ist, Energie selbst jedoch immateriell ist! Da alle Materie einen Anfang hat der durch eine höhere Macht ins Werk gesetzt wurde, so ist das Universum keine Willkür sondern folgt einer Absicht und damit einem Plan.
Daher können wir konstatieren, dass wir für eine neue Geschichtstheorie zwingend auf das Konzept einer teleologischen Geschichtstheorie zurückgreifen müssen.

Das eben besprochene betrifft die Objektivität des Menschen. Nun müssen wir uns mit der Subjektivität des Menschen auseinandersetzen.

6.7: Der subjektive Blick auf die Geschichte.

Ein jeder Mensch ist einzigartig, ein Individuum und hat daher auch einen einzigartigen Blick auf die Welt.
Wenn ich mir meine Geburtsstadt vorstelle, so wird sie niemals wieder jemand so sehen wie ich sie gesehen habe. Zwar sind alle Grundbausteine wie lachen, weinen, Freude oder Schmerz immer gegeben. Doch in der Kombination in der sie mir gegenübergetreten ist in Verbindung mit meiner Persönlichkeit, dass war einmalig und wir sich bis ans Ende nie mehr wiederholen. Neben mir sahen 10.000de das Gleiche und nach uns Millionen mehr. Und doch sahen alle etwas anderes.

Dieser mein einzigartiger Blick ist nicht falsch. Denn was war, war ja tatsächlich, es ist passiert und zwar mir.
Dabei spielt nicht nur die Tat selbst eine Rolle sondern vor allem die Entscheidung. So wie wir uns entscheiden wird auch unser Leben.
Man unterschätze nie die Kraft des Unterbewussten!
Eine Entscheidung ist so subjektiv wie nur irgend möglich. Man könnte sogar sagen, eine Entscheidung ist der Inbegriff der Subjektivität.

Alles was ich erlebt und gelernt habe, ist nur ein Splitter dessen was meine Geburtsstadt seit meiner Geburt erlebt hat. Doch es ist mein Splitter, es ist meine Wahrheit. Da es meine Wahrheit ist, kann sie auch nur subjektiv sein. Zwar haben manche Menschen in manchen Situationen das selbe erlebt wie ich, das selbe gelernt wie ich. In diesen Fällen sind diese einzelnen Erlebnisse ebenfalls ein Teil von deren Wahrheit. Allerdings nur ein Teil, nicht mehr und nicht weniger.
Gibt es also viele Wahrheiten?
Nein!

An dieser Stelle ist es gut sich einmal damit zu beschäftigen was den Wahrheit eigentlich ist?
 „Quid est veritas?“, wie Pontius Pilatus wohl gefragt hätte.
 „Veritas est adaequatio rei et intellectus.“, wie der Hl. Thomas von Aquin wohl geantwortet hätte.
Bedeutet, eine Sache ist nur wahr wenn sie nicht nur vorgestellt wird, sondern auch in der Wirklichkeit sich so verhält. Wenn eine Sache sich anders darstellt als angenommen, so ist eines von beiden falsch. Entweder täuschen einen die Sinne oder der Verstand. Oder beides. Die Befolgung dieses Grundsatzes nennt man Wissenschaft.
Die Kernaussage Kants schlägt dabei, wie oben gezeigt, in die gleiche Kerbe. Dazu ist nicht einmal böser Wille nötig. Alleine der Umstand, dass sich ein Mensch irren kann, führt bereits zur Unwahrheit hin. Man denke an das Beispiel mit dem Theater (a priori).
Und doch fällt es schwer die Tragweite dieser Sätze zu fassen.

Nehmen wir für das bessere Verständnis eine Medaille als Beispiel. Wie sieht die Wahrheit einer Medaille aus?
Nun, sie hat eine Vorderseite und eine Rückseite. Sie hat einen Rand und eine bestimmte Legierung oder ist aus einen bestimmten Metall gefertigt. Da es eine Medaille ist besitzt sie eine kleine Öse um sie aufhängen zu können. Dazu ist auch ein Band durch die Öse gezogen, das ein bestimmtes Aussehen und Länge hat. Band und Medaille haben jeder für sich als auch zusammen ein bestimmtes Gewicht. In einer bestimmten Werkstatt oder Fabrik in einem bestimmten Jahr wurde sie gefertigt. Und zu einem bestimmten Zeitpunkt wurde sie in Anerkennung einer Leistung verliehen. Da sie seither in einer gewissen Art aufbewahrt wurde, hat sie auch einen gewissen Erhaltungsgrad. Daneben hat die Medaille auch eine Bedeutung für den Besitzer. Wenn es nicht mehr der ursprüngliche Besitzer ist, dann wird die Bedeutung für den jetzigen Besitzer wohl eine andere sein.

Man sieht also, nur über die eine oder andere Seite der Medaille zu sprechen greift zu kurz. Ja mehr noch. Sollte beispielsweise die Öse später einmal verändert worden sein, so müsste man auch dies der Vollständigkeit halber ebenfalls erwähnen.

Allerdings wird durch bloße Nichterwähnung eines Umstandes keine neue Wahrheit geschaffen. War mir der Umstand einer veränderten Öse vorher nicht bekannt, so ändert dies nichts daran, dass sie bereits verändert war.
Man kann sich auch einfach fragen, gab es Amerika bevor Kolumbus dort ankam?
Natürlich. Nur war es eben nicht bekannt.
Oder man betrachtet die Sprache. Es hat einen guten Grund weshalb wir im Deutschen von ent - decken oder ent - täuschen sprechen. Im ersten Fall wird etwas aufgedeckt, im zweiten Fall eine Täuschung beendet. In BEIDEN Fällen war allerdings die Wahrheit bereits da bevor sie bekannt wurde.

Man kann also sagen, dass es zwei Arten von Wahrheit gibt. Eine objektive und eine subjektive. Die objektive Wahrheit schließt dabei an den Gedanken Kants an, wonach wir das a priori nicht erkennen können. Um allerdings ein a priori nicht erkenne zu können, wie im Beispiel des Theaters, ist zwingend ein a priori vorauszusetzen! Die subjektive Wahrheit wäre demnach, wie viel ich von dem Geschehen auf der Bühne und im Theater erkannt habe.

Wir können also zusammenfassen, dass
1. es eine objektive Wahrheit gibt,
2. eine subjektive Wahrheit gibt, dies
3. kein Widerspruch ist und deshalb
4. beide niemals falsch sondern höchstens unvollständig sind.

6.8: Das Muster der Geschichte.

Weiter oben haben wir ja gesehen, dass ein teleologisches Geschichtsbild ein Ziel hat. Wenn die Geschichte ein wie auch immer geartetes Ziel hat, dann müsste man doch Muster erkennen können. Wenn sich auch das Ziel eines Planes nicht erkennen lässt, so kann man doch einen Plan nachvollziehen. Wäre dies nicht möglich so gäbe es keine Strategie und auch keine Gegenspionage. Daher stelle ich die Frage, ob es denn Abfolgen gibt die man in der Geschichte nachvollziehen kann?
Und tatsächlich gibt es drei.
Das erste Muster ist, was ich als Generationenkreislauf bezeichne.
Das zweite Muster ist, was ich das Muster der aufsteigenden technischen Fähigkeiten nenne.
Das dritte Muster ist, was ich das Muster der absteigenden menschlichen Fähigkeiten nenne.

6.9: Der Generationenkreislauf.

In jedem Jahrhundert wiederholt sich der gleich Kampf der Menschen gegeneinander. Ich schildere das Folgende unter dem Blickwinkel meines Volkes da ich den Stoff hier am deutlichsten darstellen kann. Durch meine lange Beschäftigung bin ich mir jedoch sicher, dass sich ein vergleichbarer Kreislauf bei allen anderen Völkern, Staaten und Kulturen zu allen Zeiten finden lässt.

Gehen wir gemeinsam in der Geschichte zurück.

Das 21. Jahrhundert:
Der Sündenfall diese Jahrhunderts war die Pleite von Lehmann Brothers im Jahr 2008 die den Kollaps des Weltfinanzsystems zur Folge hatte. Aller Ärger und Streit der sich später entspann hat hierin seinen Anfang genommen. Heute, im Jahr 2026, tobt dieser Konflikt immer noch und ist noch nicht entschieden.

Das 20. Jahrhundert:
Der Sündenfall des 20. Jahrhunderts war das Attentat von Sarajevo 1914, welches den I. Weltkrieg auslöste. Alles Elend und Leid nahm hier seinen Anfang. Der Kampf forderte wohl 100 Millionen Menschenleben und endete 1945 mit Europa und vor allem meinem Vaterland in Trümmern. Als Ergebnis wurde nahezu die ganze Welt in eine US - amerikanische und eine sowjetische Einflusssphäre geteilt. Am sichtbarsten in der Berliner Mauer, dem Eisernen Vorhang und dem 38. Breitengrad.

Das 19. Jahrhundert:
Der Sündenfall des 19. Jahrhunderts war die Machtversessenheit gewisser egoistischer Monarchen die nur auf ihren Vorteil bedacht waren, anstelle im Jahr 1799 dem Bösen die Stirn zu bieten wie es ihnen ihr Stand eigentlich geboten hätte – noblesse oblige. Als Ergebnis brach sich ein Denken Bahn, dass weder auf Gott noch auf Ethik Rücksicht nahm und nimmt, sondern die Machbarkeit als Götzen verehrt.

Das 18. Jahrhundert:
Der Sündenfall des 18. Jahrhunderts waren der Spanische Erbfolgekrieg und der Große Nordische Krieg. Diese beiden zentralen Konflikte dauerten im Südwesten von 1701- 14 und im Nordosten von 1700- 21. Das Ergebnis war der Aufstieg Preußens, Großbritanniens und Russlands.

Das 17. Jahrhundert:
Der Sündenfall des 17. Jahrhunderts war der 2. Prager Fenstersturz der den 30jährigen Krieg auslöste. Dieser Fanal des Fanatismus (des protestantischen wie des französischen) führte zum Niedergang des Heiligen Reiches und ebnete endgültig den geistigen Weg zu Laizismus und Imperialismus.

Das 16. Jahrhundert:
Der Sündenfall des 16. Jahrhunderts waren die Italienkriege zwischen den Habsburgern und Bourbonen. Zwischen 1494 und 1558 tobten 2 Feldzüge und 6 Kriege. Das Ergebnis war der Aufstieg Spaniens und der Habsburger.

Das 15. und das 14. Jahrhundert:
Diese Zeit ist eine Ausnahmezeit. Der Grund liegt im Ausbruch der Pest der massive Auswirkungen auf Europa hatte.
1346, bei der Belagerung von Kaffa, dem heutigen Feodossija, auf der Krim; wurde die Seuche von den Mongolen an die Genueser weitergegeben. Als diese in ihre Heimat zurück kehrten, verbreiteten sie die Krankheit in jedem Hafen den sie anliefen. Auf diese Weise kam die Pest ins Byzantinische Reich, nach Italien und Frankreich. Von dort aus breitete sich die Krankheit in alle Himmelsrichtungen aus.
In den drei großen Pestwellen der 50er, 70er und 90er Jahre des 14. Jahrhunderts starben zusammen rund 30 % der Bevölkerung Europas. Erst nach 1500 erreichte Europa wieder eine Bevölkerungszahl wie vor dem Pestausbruch. Und da die Krankheit endemisch, also heimisch wurde, blieb sie auch für die nächsten 300 Jahre eine Geißel Europas.
Der Abstand von je 20 Jahren resultiert übrigens daraus, dass, wenn man eine Pesterkrankung überstanden hatte, man für rund 20 Jahre eine natürliche Immunität entwickelt hat.

Die Folgen waren massiv.
Das soziale Leben kam während der Seuchenzüge nahezu vollständig zum Erliegen. Aus Furcht vor Ansteckung rissen selbst die Familienbande und es kam zu skurrilen bis schaurigen Szenen. Skurril, wie etwa die Pestmasken der Ärzte oder die Geißlerzüge. Schaurig, wie die Plünderung der Häuser Sterbender oder die Vertreibung Infizierter aus den Orten.

So verheerend die Auswirkungen im sozialen Bereich waren, so verheerend waren sie auch im wirtschaftlichen und staatlichen Bereich.
Da nahezu ganze Städte menschenleer geworden waren, Florenz verlor etwa ½, Siena etwa ¾ seiner Einwohner, brachen von jetzt auf gleich vielen Bauern und Gewerken die Absatzmärkte weg. Da die Pest flächendeckend wütete, war ein ausweichen auf eine andere Stadt gar nicht möglich. Die Folge war eine schnelle Verarmung breiter Schichten auf dem Land.
Auf der anderen Seite führte der Verlust sehr vieler Arbeitskräfte auf einen Schlag zu explodierenden Gehältern und damit auch zu explodierenden Preisen. Diese Teuerung führte zu einer weiteren Verarmung noch größerer Teile des Volkes.

Auf der staatlichen Seite sah es nicht weniger düster aus. Auf der einen Seite fielen die Städte als Steuerquellen großteils aus. Andererseits verarmten viele Landbewohner und konnten ihre Abgaben und Steuern nicht mehr entrichten.
Im Zuge des Städtebooms im Hochmittelalter war die Wirtschaftsleistung in Europa so stark angestiegen, dass die meisten Grundherren und Staaten dazu übergegangen waren Arbeitsleistung und Naturalien in Form von Geld abgelten zu lassen. Münzen lassen sich nun einmal leichter verwahren als Robot und Naturalien. Mit der nun einsetzenden Verarmung großer Bevölkerungsschichten wurden immer mehr Menschen zu Steuerschuldnern. Die Staaten gerieten in prekäre Finanznöte.
Da die Seuchenzüge immer wiederkehrten und so auch keine Besserung in Sicht war mussten andere Möglichkeiten gefunden werden den Staat zu tragen. So verloren viele ihre Privilegien und Rechte, wurden wieder hörig und mussten Arbeitsdienst leisten.

Verschlimmert wurde das Ganze noch durch die kleine Eiszeit die nach 1300 begann. Dadurch wurde es zusehends unwirtlicher in Europa was die Land- und Viehwirtschaft unter Druck setzte. Nichts ist für eine Agrargesellschaft schlimmer als schlechtes und kaltes Wetter.
Die Folge von alle dem waren 150 Jahre Unruhen, Aufstände und Bürgerkriege. Am Ende war das Mittelalter Geschichte und eine neue Zeit hatte begonnen.

Das 13. Jahrhundert:
Der Sündenfall des 13. Jahrhunderts war der Untergang der Stauferdynastie. Durch diesen jahrzehntelangen Konflikt, dessen heiße Phase 1227 mit der Exkommunikation Kaiser Friedrichs II. begann und 1268 mit der Hinrichtung seines Enkels Konradin endete, wurden sowohl die päpstliche als auch die kaiserliche Macht nachhaltig geschwächt und in ihrem Ansehen getrübt.

Das 12. Jahrhundert:
Der Sündenfall des 12. Jahrhunderts war der zweite Investiturstreit (während der Regierungszeit Ks. Friedrich Barbarossas 1155- 83) gewesen. Als Ergebnis wurde die noch unsichere Trennung zwischen Staat und Kirche besiegelt. Damit begann jedoch auch die laizistische Interpretation von Herrschaft und das Entstehen des Beamtentums.

Das 11. Jahrhundert:
Der zentrale Konflikt des 11. Jahrhunderts war der erste Investiturstreit (1075- 1122). Sein Ergebnis war die klare Aufgabenteilung von Thron und Altar. Dadurch wurde der Allmacht des Herrschers in seinem Gebiet ein wichtiger Riegel vorgeschoben.

Das 10. Jahrhundert:
Der zentrale Konflikt dieses Säkulum war die Schaffung des Heiligen Reiches, das durch Otto den Großen ( reg. 936- 73) ins Werk gesetzt wurde in Reaktion auf den Zerfall des Karolingerreiches.

Das 9. Jahrhundert:
Der zentrale Sündenfall dieses Jahrhunderts waren die Erbfolgestreitigkeiten die mit dem Tod Ludwigs des Frommen 840 ausbrachen und bis 880 andauerten.

Das 8. Jahrhundert:
Hier begegnen wir den „Einigungskriegen“ der Karolinger unter Karl Martell und seinem Sohn Pippin III. Die Folge war die Entstehung des Karolingerreiches.

Hier endet die Beschreibung für mein Volk und meine Heimat, da sie hier ihren Anfang nehmen. Frühere Ereignisse beziehen sich dann auf andere Völker und Kulturen wie die Römer, Germanen oder die Griechen. Auch in diesen Völkerschaften sind solche wiederkehrenden Muster zu erkennen.

Bei den Römern kann man diese Muster bis Christi Geburt wie folgt ausmachen.

Die Völkerwanderungszeit ist dabei, ähnlich wie in der Geschichte der Deutschen die Pest, eine echte Zäsur. Ab dem 5. Jahrhundert geht es in der Römischen Geschichte drunter und drüber, von einer Einheit kann nicht mehr gesprochen werden.

Das 4. Jahrhundert:
Der zentrale Konflikt des 4. Jahrhunderts war der Arianismus. Dieser Konflikt entbrannte im Jahr 360 und endete erst 381 endgültig. Er war deshalb so bedeutend da er das Reich im Inneren schwächte und von wichtigeren Aufgaben ablenkte.

Das 3. Jahrhundert:
Der zentrale Konflikt war hier die Zeit der Soldatenkaiser die von 235 bis 284 andauerte und die Zeit der Spätantike einläutete.

Das 2. Jahrhundert:
Zwischen 161 und 180/ 82 kommt es fast zeitgleich zu den Markomannenkriegen, dem Ausbruch der Aurelianischen Pest und den Partherkriegen die das Römische Reich in seinen Grundfesten erschüttern.
Das 1. Jahrhundert:
Die erste Krise in der Kaiserzeit wurde durch den berühmten Cäsarenwahn hervorgerufen. In den drei aufeinanderfolgenden römischen Herrschern Caligula, Claudius und Nero, manifestierte sich die Kehrseite der Macht, Größenwahn. Diese Zeit dauerte von 37 n. Chr. (Thronbesteigung Caligulas) bis 68 n. Chr. (Selbstmord des Nero).

Auch hier fällt auf, dass sich die großen Krisen recht regelmäßig im 100 Jahre Rhythmus vollziehen. Würde man andere Kulturen oder Staaten durchsehen, so bin ich mir sicher, dass man auch dort ähnliche Muster finden würde.
Was auch auffällt. Der Rhythmus des Ablaufes wird durch die Pest bestätigt. Vor der Pest verlief das Krisenereignis gegen Ende des Jahrhunderts ab. Nach der Pest verschiebt sich diese eher auf den Beginn des Jahrhunderts. Trotz dieser zeitlichen Veränderung bleibt allerdings der Rhythmus von rund 100 Jahren erhalten. Dies ist überhaupt der stärkste Beweis dafür wie wirkmächtig dieser Generationenkreisluaf ist.

6.10: Das Muster der aufsteigenden technischen Fähigkeiten.

Gehen wir zunächst eine Liste mit einigen der wichtigsten technischen Neuerungen durch:

Vor 1,5 Millionen Jahren:
Der Mensch entdeckt das Feuer und den Faustkeil für sich.

Vor 300.000 Jahren:
Der Mensch beginnt seine Toten zu bestatten und erfindet das Grab.

Vor 40.000 Jahren:
Die ersten Wasserfahrzeuge werden verwendet.

Vor ca. 30.000 Jahren:
Wird der Bogen erfunden.

Vor 25.000 Jahren:
Die erste Keramik entsteht.

Vor 22.000 Jahren:
Die Angel wird erfunden.

Vor 12.000 Jahren:
Landwirtschaft und Viehwirtschaft entstehen. Dadurch entstehen nicht nur die ersten sesshaften Kulturen sondern auch die Kulturen der Viehnomaden. Es ist die erste absolute Kulturschwelle.
In dieser Zeit entstehen auch die ersten Bauwerke der Menschheit. Als erste entstehen die Sakralbauten.

Vor 10.000 Jahren:
Die ersten Städte entstehen.

Vor 9.000 Jahren:
Die ersten Schiffe werden gebaut.

Vor 8.000 Jahren:
Die ersten profanen Steinbauten entstehen.

Vor 6.000 Jahren:
Die Schrift, Töpferscheibe, Pflug und Rad werden erfunden.

Vor 5.000 Jahren:
Die ersten Uhren entstehen als Sonnenuhren und man beginnt damit die Schriftzeichen mittels Tinte niederzuschreiben.

Vor 4.700 Jahren:
Die ersten Münzen werden in Kleinasien geprägt.

Vor 4.500 Jahren:
Die Bronzezeit beginnt, Pergament (?) und Papyrus werden erfunden und das Pferd domestiziert.

Vor 4.000 Jahren:
Das Alphabet, nach den beiden ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets Aleph und Bet, entsteht. Auch die ersten Straßen im heutigen Sinn entstehen in dieser Zeit.

Vor 3.000 Jahren:
Die Eisenzeit beginnt.

Vor 2.300 Jahren:
Das Wasserrad wird erfunden.

Vor 2.000 Jahren:
Das Windrad wird erfunden.

Vor 1.900 Jahren:
Erstmals wird Papier hergestellt.

Vor 1.400 Jahren:
Die erste Seife wird hergestellt.

Vor 1.000 Jahren:
Wird das Schießpulver, eigentlich als Medizin, erfunden.

Vor 900 Jahren:
Die Windmühlen werden erfunden.

Vor 700 Jahren:
Die mechanische Uhr, der Ofen und die Brille erblicken das Licht der Welt.

Vor 670 Jahren:
Erstmals zünden die ersten Gewehre und Kanonen auf einem europäischen Schlachtfeld.

Vor 500 Jahren:
Der Buchdruck wird salonfähig.

Vor 450 Jahren:
Man beginnt damit mittels Bleistift zu schreiben.

Vor 400 Jahren:
Die Optik wird um das Fernrohr und das Mikroskop bereichert. Die erste Zeitung geht in Druck und das erste U-Boot wird gebaut.

Vor 300 Jahren:
Die Dampfmaschine läutet die zweite absolute Kulturschwelle und damit die Industrialisierung ein.

Vor 250 Jahren:
Eine funktionsfähige Batterie entsteht.

Vor 200 Jahren:
Wird die Schiffsschraube erfunden.

Vor 190 Jahren:
Erstmals werden Botschaften mittels Telegrafie übermittelt.

Vor 160 Jahren:
Die Natur des Bakteriums wird aufgedeckt.

Vor 150 Jahren:
Ein erstes Telefon entsteht.

Vor 140 Jahren:
Das erste Auto wird patentiert.

Vor 130 Jahren:
Radio und Strom elektrisieren die Welt und das Antibiotika wird entwickelt.

Vor 120 Jahren:
Erstmals gelingt ein Flug mit einem Flugzeug.

Vor 90 Jahren:
Der Kugelschreiber und die Rakete treten ihren Siegeszug an.

Vor 80 Jahren:
Die erste Atomuhr beginnt zu ticken. Ein erster Computer wird fertig gestellt und die Zeit der Robotik beginnt.

Vor 70 Jahren:
Satellit und Laser funktionieren.

Vor 60 Jahren:
Das erste Weltraumteleskop wird fertig gestellt.

Vor 50 Jahren:
Chip und Internet läuten das Informationszeitalter ein.

Vor 40 Jahren:
Mit der MIR entsteht die erste Weltraumstation.

Vor 30 Jahren:
Die Cloud entsteht als Speicherplatz des Informationszeitalters.

Vor 20 Jahren:
Die ersten Nanobots entstehen und das Erbgut des Menschen wird entschlüsselt.

Vor 5 Jahren:
Die erste KI geht ans Netz.

Man sieht an dieser Aufstellung zwei Dinge sehr gut. Erstens, dass Erfindungen nicht verloren gehen. Die Technik baut vielmehr aufeinander auf.
Zwar gibt es Perioden in der Geschichte in welcher viele Erkenntnisse in einem Teil der Welt verloren gehen, doch bezogen auf die Menschheit gehen sie nicht verloren. Dadurch kann stets auf bereits vorhandenem Wissen aufgebaut werden ohne umständlich alles erneut entdecken zu müssen.
Was uns zum zweiten Punkt führt, dem Tempo. Mit der Zeit beschleunigt sich die technische Entwicklung. Einerseits muss man eben nicht etwas erneut erfinden sondern kann aufbauen. Andererseits wird auch die Zahl derer die an dem Erkenntnisgewinn teilhaben immer größer. Als der Mensch sesshaft wurde, fanden alle relevanten Erfindungen zunächst im Fruchtbaren Halbmond statt. In dem Ausmaß indem auch andere Erdteile von der Sesshaftwerdung berührt wurden, trugen diese erst spät aber doch zur weiteren Entwicklung bei. Dadurch wurde, mit der Verbreitung von Wissen, die Schaffung neuen Wissens immer mehr beschleunigt.

Was man hier jedoch nicht sieht, ist ein besseres Leben für den Menschen. Besser im ethischen Sinn!
Die Tragik dieses Muster liegt darin begründet, dass wir meinen technische und ethische Entwicklung würden Hand in Hand gehen. Doch ist dies nicht der Fall. Weiter oben haben wir ja gehört, der Mensch sei einzigartig. Da er dies ist kann auch immer nur der jeweils einzelne Mensch etwas lernen, niemals jedoch die Menschheit!
Ich möchte hier auch ausdrücklich auf den Technologischen Imperativ verweisen der kurz gesagt ausführt, der Mensch solle tun was er kann.

Weil man gentechnisch veränderte Babys schaffen kann, soll man?

Weil man Kampfroboter bauen kann, soll man?

Weil man eine Medikamente schaffen kann, welche die Symptome bekämpfen nicht aber die Krankheit, soll ich?

Die Frage unserer Zeit ist die Frage aller Zeiten, soll ich?
Nicht, kann ich?

Desto besser die Technik des Menschen, desto korrumpierter ist der Mensch geworden. Dabei ist nicht das Problem eine Technik einzusetzen, sondern sie bedenkenlos einzusetzen. Eine Technik tut von sich aus nichts, wir haben es bei der KI gesehen. Umso mehr ist in diesem Zusammenhang allerdings der einzelne Mensch, nicht die Menschheit, gefragt.
Dieser doppelte Umstand ist es, der für dieses Muster so prägend ist. Technischer Fortschritt der mit ethischem Rückschritt einhergeht. Dies ist, was ich als Muster der aufsteigenden technischen Fähigkeiten bezeichne.

6.11: Das Muster der absteigenden menschlichen Fähigkeiten.
Hier müssen wir erneut genau hinsehen. Was ist genau gemeint?
Was ich unter menschlichen Fähigkeiten verstehe, hat nichts mit Technik oder Naturwissenschaft zu tun. Zumindest nicht direkt. Als Technik bezeichne ich alle Fertigkeiten die außerhalb des Menschen selbst liegen. Was bleibt dann noch übrig?
Die menschlichen Fähigkeiten.

Was mir an dieser Stelle persönlich wichtig ist. Vielfach hört man heute die Menschheit würde demnächst erwachen oder schon bald eine höhere Stufe erreichen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Menschheit ist gerade dabei einzuschlafen, nicht zu erwachen.

Diese Fähigkeiten muss ein Mensch nicht erst lernen, sie sind ihm von Geburt an gegeben. Man kann sie verfeinern, steigern, doch zuallererst muss man sie auch anwenden.
Alle Eltern kennen das. Nur weil ein Kind eine besondere Begabung hat, bedeutet dies nicht automatisch, dass es in diesem Bereich auch ein Weltmeister wird. Ein Kind kann die Veranlagung zu einem Olympiasieger oder Nobelpreisgewinner haben. Wenn es säuft und herumhurt wird es aus seiner Veranlagung nichts machen.
In der Philosophie nennt man dies Akt und Potenz.
Die Potenz beschreibt dabei die Summe aller Möglichkeiten. Der Akt jedoch welche Möglichkeiten man tatsächlich in die Tat umgesetzt hat.
Sehen wir uns eine dieser Fähigkeiten genauer an.

6.11.1: Die Fähigkeit ohne Furcht zu leben.

In der heutigen Zeit sieht man immer wieder Werbung für die unterschiedlichsten Präparate die es einem ermöglichen sollen, frei von Angst und schlechter Stimmung zu leben. Wenn man über längere Zeit schlechter Laune ist, so kann man auch Psychopharmaka verschrieben bekommen. Und da Kinder eine Herausforderung sind, so bekommen auch diese Medikamente die sie weniger zappelig und mehr hörig machen.
Was hierbei vollkommen aus dem Blick geraten ist, ohne bunte Pillen oder gar Drogen ein Leben frei von Furcht zu führen. Hier stellen sich zwei grundlegende Fragen. Die erste fragt was der Unterschied zwischen Angst und Furcht ist?
Die zweite fragt danach was Mut eigentlich ist?
Sehen wir uns die einzelnen Punkte in Ruhe an.

Wir haben uns heute angewöhnt Furcht und Angst als Synonym zu verwenden doch sind beide sehr verschieden.
Die Furcht befasst sich mit etwas das nicht da ist. Es ist eine gegenstandslose Angst vor dem was sein könnte. Dieses kann dabei alles Mögliche sein. Und da es eingebildet ist kann es auch die unterschiedlichsten Formen annehmen. Leicht malt man sich die schlimmsten Szenarien aus, bildet sich die schlimmsten Grausamkeiten ein. Diese können sich immer schlimmer und schlimmer gestalten wenn ihnen kein Einhalt geboten wird.
Die Folge von all dem ist Paranoia. Paranoia kann sich dabei als Verfolgungswahn oder als Größenwahn manifestieren.
Politische Extremisten sind beispielsweise oft von einer tiefen Furcht vor eingebildeten Gefahren regelrecht zerfressen. Diese Furcht treibt sie an wie die Peitsche eines Sklaventreibers. Um diese Gefahren abzuwehren haben sie sich entschlossen aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Man verfolge politische „Debatten“ in unseren Tagen und man wird verstehen was ich meine. Das Objekt, welches als Kristallisationspunkt dieser eingebildeten Furcht dient, ist dabei auswechselbar. Für die Nazis waren es, unter anderen, die Juden ( die sie seltsamerweise mit den Zionisten gleichsetzten), für die Kommunisten (nicht für soziale Menschen) die Oberschicht, für die Faschisten (nicht für die Patrioten) sind es die partikularen Kräfte in einem Land, für die Eurokraten (nicht für Europäer) die Völker und Staaten Europas, für die Kapitalisten (nicht für die Fleißigen) ist es die Armut, für die Grünen (nicht für die Umweltschützer) der Klimakollaps, für die Zionisten (nicht für die Juden) die Assimilierung, für Islamisten (nicht für die Moslems) die Veränderung, für Liberale, das sie doch nicht alles wissen.
Für die zukünftigen Extremisten werden es andere Objekte sein.

Der Verfolgungswahn zielt auf die entgegengesetzte Richtung. Die Furcht führt hier nicht dazu das man sich aggressiv nach außen wendet sondern das man sich aggressiv nach innen wendet. Man schließt sich ab von seiner Umwelt weil man seine Mitmenschen fürchtet. Schließlich wird man immer mehr alleine und schließlich einsam. Der Zustand der Atomisierung ist erreicht. Da der Mensch jedoch als soziales Wesen geschaffen ist, folgt aus der Atomisierung entweder die Selbstzerstörung oder die Erschaffung einer Ersatzgemeinschaft die die Bindung an andere Menschen ersetzt. Hierin liegt der Grund weshalb es Subkulturen, Ghettos. „mehrere Geschlechter“ oder Furys gibt. Ersatzgemeinschaften!

Angst hingegen hat man vor einer tatsächlichen Gefahr wie wenn beispielsweise jemand ein Messer zückt oder man die Kontrolle über sein Auto verliert. Der Grund ist also eine vorhandene Situation und keine bloß eingebildete. Die Folge von Angst die einen beherrscht ist ebenfalls eine zweifache, Feigheit oder Tollkühnheit.
Feigheit entsteht wenn man sich von seiner Angst vollständig beherrschen lässt. Das Unterbewusstsein setzt ja alles um was das Bewusstsein entschieden hat. Wenn man sich also als feige erwiesen hat und dem nicht aktiv entgegenwirkt, indem man sich sammelt und sich entscheidet beim nächsten mal mutiger zu sein, so wird sich das Unterbewusstsein dies merken und in allen folgenden Situationen erneut mit Flucht reagieren. Mit jedem Mal wo man flieht wird sich diese Ansicht als richtiger erweisen und das Unterbewusstsein in immer mehr Situationen zur Flucht blasen. Denn Mut kann man lernen wie das ABC. Hierin liegt der Grund weshalb es in allen Armeen Manöver gibt, weshalb Rettungsorganisationen Übungen abhalten, genauso wie die Polizei. Auch das Training eines Kampfsportes dient nicht nur dem Erlernen, sondern auch der Vorbereitung auf den Ernstfall.

Tollkühnheit hingegen schlägt in das andere Extrem um, man ignoriert die Angst. Man lehnt dabei die Angst ab, weil man ironischerweise Angst davor hat als feige zu gelten. Keine Angst zu haben ist ein sehr gefährliches Spiel das schnell ein böses Ende nehmen wird, da es entweder den Ruin oder den Tod nach sich ziehen wird.
Denn die Angst sagt einem ja nur, dass eine tatsächlich gefährliche Situation vorliegt. Diese fundamentale Warnung zu ignorieren ist sehr gefährlich, im Leben wie im Ernstfall.
Hier wird auch klar weshalb Christus sagt: “Fürchtet euch nicht.“(LUK 12, 4)
Habt keine Angst wäre eine sehr törichte Aussage. Folgerichtig kann es nur heißen, ohne Furcht zu leben.

Das zweite Problem ist das Problem des Verständnisses von Mut.
Wie wir gesehen haben kann es Tollkühnheit nicht sein. Eine Gefahr nicht Ernst zu nehmen hat mehr mit Ignoranz oder Dummheit zu tun als mit Mut. Doch muss man auch hier unterscheiden. In unseren feigen Zeiten neigt man auch gerne dazu, Menschen als Tollkühn anzusehen die sich für andere opfern. Dies hat jedoch mit Opferbereitschaft zu tun, nicht mit Ignoranz oder Dummheit.
Mut bezeichnet etwas zu tun das einem Angst macht.
Wenn man eine Sache schon kann, sich auskennt, etwas schon mehrmals getan hat braucht man nicht mehr sehr mutig zu sein. Angst hat man hingegen vor etwas dessen Ausgang man noch nicht kennt. Hat man etwas vergleichbares schon erlebt so ist die Ungewissheit klein. Daher ist auch das Ausmaß an Mut das nötig ist um etwaige Angst zu überwinden ebenfalls klein.
Beim Mut geht es also immer darum sich selbst zu überwinden (wie im ganzen Leben überhaupt). Wenn die Angst es schafft einen zu beherrschen, so ist ein menschenwürdiges Leben nicht mehr möglich.
Wenn wir also alles gesagte zusammenfassen, so ergibt sich klar das Bild, dass mutig nur sein kann, wer sich seinem Leben und den Herausforderungen stellt. Dies betrifft JEDE Situation die einem in einem Leben begegnet, gleich welche dies auch ist. Vor allem die denen man gerne aus dem Weg gehen möchte!
Nur wer sich ihnen allen stellt kann als wahrhaft mutig angesehen werden.

Und hier ist auch klar, weshalb Furchtlosigkeit nichts mit Mut zu tun hat. Furchtlosigkeit ist eine Entscheidungsfrage. Um mutig zu sein müsste ja eine gefährliche Situation da sein die man überwinden könnte, was bei der Furcht jedoch nicht der Fall ist. Um etwas eingebildetes zu überwinden brauche ich keinen Mut, sondern Entschlusskraft!
Ich gebe zu, dass beispielsweise den Weg aus einer geistigen Grube zu finden Mut erfordert. Denn hier hat man sich tatsächlich einer Situation zu stellen die im Normalfall nicht angenehm ist. Alle Fehler die man gemacht, alle falschen Abzweigungen die man genommen und alle Dummheiten die man begangen hat, sind zu sühnen. Alles Falsche muss aufgearbeitet werden, nur so lernt man, nur so war nicht alles umsonst. Doch dieser Akt des Mutes hat den Zweck reale Zurückweisung, reales Fehlverhalten, realen Tadel zu überwinden.
Wenn ich in meiner seelischen Entwicklung einmal so weit gekommen bin, dass ich mutig genug geworden bin um ehrenhaft zu leben, also auch zu meinem Fehlverhalten zu stehen, Respekt vor mir selbst und damit auch anderen zu haben und Verantwortung übernehme so bin ich zum Herren, nicht zum Sklaven, der Angst geworden.
Doch Furchtlosigkeit übersteig dies bei weitem. Ja, es schließt das eben gesagte mit ein, doch noch einiges mehr. Ohne Furcht kann nur leben wer auf eine höhere Macht vertraut.

Um, ausgerechnet, Nietzsche zu zitieren: “Wer sein warum im Leben hat, verträgt fast jedes wie. Nur der Engländer strebt nach Glück.“
(zitiert nach ´Götzendämmerung´, Leipzig 1889)

Furcht hat man ja vor etwas das nicht da ist. Deshalb haben die meisten Menschen auch Angst vor der Zukunft da sich diese nicht vorhersagen lässt. Überhaupt ist es unmöglich vorherzusagen was einem im Leben passiert. Wer alleine materiellen Gewinn als erstrebenswert ansieht, gleichgültig ob dies Geld, Ruhm oder Macht sei, wird am Leben scheitern. Den an den Tiefpunkten des Lebens wird er verzagen und auf den Höhepunkten sich übernehmen. Man studiere die Biografien von wem man will, überall findet sich das gleiche Bild. Wem dieses Leben alles ist, wird seine Menschlichkeit verlieren. Da es nämlich unvermeidlich ist, im Leben auch Tiefpunkte zu erleiden, so neigen Atheisten und Konsorten leider dazu gerade in diesen Momenten extreme Positionen einzunehmen. Wir haben es beim Größenwahn bereits besprochen.
Diese dauerhaften Quellen für Furcht kann man nur schließen wenn man auf Höheres vertraut.
Man kann hier einwenden, dass man auch als Ungläubiger ein stabiles Leben führen kann. Das ist falsch! Das Zitat hat es genau auf den Punkt gebracht. Wenn ich keinen Leitstern habe, bin ich orientierungslos. Dabei ist an einen transzendenten Leitstern zu denken. Ein materialistischer wie die Ideologien wird nicht ausreichen. Er wird einen weit bringen und dann im Stich lassen. Fragen sie einen ehemaligen Nazi oder Kommunisten. Reden sie mit einem Zionisten, Kapitalisten oder Eurokraten. Sie alle haben sich verstrickt und verstricken sich in Lebenslügen die sie nur mit bösen Taten am Leben erhalten können. Oder sprechen sie mit einem Engländer oder einem Islamisten. In all diesen Fällen wird das Heil im Materiellen gesucht.
Es ist kein Zufall, dass die Ideologien entstanden sind als der Atheismus salonfähig gemacht wurde. Daher auch die treffende Bezeichnung als Ersatzreligionen. Dabei bleibt es sich gleich ob man an die Diktatur des Proletariats, den Klimakollaps, den Markt, das vereinte Europa, den Staat, das Volk oder sonst etwas glaubt. Auch der Glaube, in der Zukunft würde alles besser werden, dieser Fortschrittsglaube, kann ebenso als Ersatzreligion dienen und tut das auch.
Alle diese Ersatzreligionen handeln vom wie? des Lebens und nicht vom warum? Es ist alles auf ein materialistisches Denken hin ausgelegt. Ein, wie auch immer geartetes, „gutes Leben“ wird als ein allein materialistisches Leben verstanden. Demnach lebt nur jemand ein gutes Leben der an materiellen Gütern genug hat.
Die Römer hatten dazu ein treffendes Sprichwort: “Kleines Haus, kleine Sorgen. Großes Haus, großes Sorgen.“
Wäre die Materie alles, so wären unsere Staaten und Kulturen nicht implodiert!

Dem gegenüber, was man bis ins 19. Jahrhundert hinein unter einem guten Leben verstanden hat, war AUCH ein materiell gutes Leben. Doch das materiell gute Leben folgte aus dem ethisch guten Leben. Denn ´gut´ ist eine ethische Kategorie und keine materielle. Der Fehler der Moderne liegt darin anzunehmen ein Mensch der materiell gut versorgt ist wäre auch ein ethisch guter Mensch. Diese Ansicht ist falsch, wie ja der Kollaps des Westens wie des Ostens mehr als deutlich gezeigt hat.
Es verhält sich genau umgekehrt. Aus dem ethisch guten Leben folgt das materiell gute Leben. Und ein ethisch gutes Leben ist ein Leben, dass darauf vertraut, dass diese Welt einem Plan folgt und dieser gut ist. Doch ein allein (!) materialistisches Leben wird, alleine schon aus Gründen der Verteilung, niemals ein gutes Leben werden. Damit sind automatisch Ideologien und Atheismus ausgeschlossen.

Wir können hier nun festhalten, dass
1. Furcht etwas anderes ist als Angst,
2. Furchtlosigkeit eine Entscheidungsfrage ist und keine Frage des Medikamentes,
3. Mut bedeutet, sich seiner Angst zu stellen und
4. das furchtlos nur sein kann, wer sein warum? im Leben gefunden hat.

7. Ein neues Geschichtsbild.

Wir haben also gesehen, dass es eindeutig einen subjektiven und objektiven Blick auf die Geschichte gibt. Wir haben weiters gesehen, dass es eindeutige Muster in der Geschichte gibt. Und zu guter Letzt haben wir gesehen, dass es offensichtlich eine höhere Macht gibt die damit diese Welt planmäßig gestaltet hat.
Dabei maße ich mir nicht an zu wissen wie dieser Plan aussieht oder zu wissen was dies für eine höhere Macht sei. Dies sind Fragen des Glaubens und der Philosophie, nicht der Historiographie.

Eine Theorie baut man an den Tatsachen auf, nicht an seinen Wünschen und Vorstellungen. Daher müssen wir uns nun den oben genannten Ausführungen stellen und versuchen daraus eine schlüssige Theorie zu bilden.

7.1: Die Einordnung der Muster.
7.1.1. Der Generationenkreislauf.

Dieser wiederholt sich im Abstand von rund 100 Jahren. Die 100 Jahre sind dabei als Mittelwert zu verstehen. Es kann sich allerdings auch schon nach 75 oder 125 Jahren ereignen. In diesem Kontext sei auf die Epigenetik verwiesen. Diese konnte feststellen, dass Stress, Hunger, Gewalt oder Krankheit sich auf die DNS auswirken können. Und auch die Psychologie kennt das Phänomen der grundlegenden Beeinflussung von Menschen in ihrem Verhalten, welches durch schwere Traumata ausgelöst werden kann.
Da es sich immer um Menschen handel, ist hier eine gewisse Flexibilität notwendig, da menschliche Entscheidungen und Handlungen nur grob vorhergesehen, niemals jedoch vorhergesagt werden können.

Bei diesem Kreislauf ist es auch wichtig sich zu fragen was ich betrachte. Der weiter oben skizzierte, geschichtliche, Ablauf über die Jahrhunderte gilt zuallererst das Volk der Deutschen. Für andere Völker, Nationen und Staaten gelten andere Verläufe. So berühren die Krisen des 20. und des 17. Jahrhunderts die Dänen ebenso, nicht jedoch die Krisen des 16. und 9. Jahrhunderts. Hier gilt was ich über meine Geburtsstadt erzählt habe.

Auch muss man bedenken wie stark die Erdteile früher getrennt waren. Eine Krise im Europa des 18. Jahrhunderts muss keinerlei oder nur wenige Auswirkungen auf die Amerikas oder Asien gehabt haben. Und ob sich in Afrika oder Australien jemand für die Einigungskriege der Karolinger im 8. Jahrhundert interessierte, wage ich zu bezweifeln.
Wirklich globale Auswirkungen haben wiederkehrende Krisen erst seit dem 20. Jahrhundert. So ist das 20. Jahrhundert für die Historiografie eine Zäsur, dergestalt, dass die Erdteile davor anders zu bewerten sind als seither. Und auch für die Zukunft kann bereits eine Aussage getätigt werden. Da in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts mit dem Bergbau im All begonnen wird, so wird es nicht mehr lange dauern bis die ersten außerterrestrischen Kolonien im Weltraum gegründet werden. Im Zuge der Besiedelung des Kosmos wird man dann erneut andere Maßstäbe finden und anlegen müssen.

7.1.2: Das Muster der aufsteigenden technischen Fähigkeiten.

Das augenfälligste an diesem Muster ist, dass es mit der Zeit immer schneller zu gehen scheint. Dies ist jedoch nur bedingt richtig.

Man muss drei klare Menschenzeitalter voneinander unterscheiden. Die Zeit als der Mensch noch als Jäger und Sammler unterwegs war, die Zeit der Sesshaftwerdung und das Industriezeitalter.
Diese Unterscheidung ist deshalb wichtig, da alle Erfindungen in dieser Zeit gemacht wurden für eben genau diese Art zu leben. Neue Speere werden nicht mehr entwickelt weil wir heute, außerhalb des Sports, keine Speere mehr brauchen.
Neue Öfen werden nicht mehr entwickelt weil es heute Zentralheizungen gibt.
Was ich damit meine ist, wenn der Mensch auf eine bestimmte Art lebt, so versucht er sich sein Leben in diesem Umfeld so leicht wie möglich zu machen bzw. aufkommende Probleme zu lösen. Alle Erfindungen in dieser Zeit sind auf diese beiden Punkte abgestimmt. Daher sind die vielen Erfindungen der letzten 250 Jahre auf eben das jetzige Industriezeitalter zugeschnitten. Eine neue Art zu leben begann hier und so musste erst alles geschaffen werden was dazu notwendig ist. Im Gegensatz zur Sesshaftwerdung war diesmal ein weitaus größeres Gebiet, nämlich ganz Europa an dieser Entstehung beteiligt. Durch Handel und Imperialismus wurde diese neue Lebensart innerhalb weniger Generationen über die ganze Welt verteilt. Seither ist in zunehmendem Maße die ganze Welt an der weiteren technischen Entwicklung beteiligt.
Doch tatsächlich bremst sich die Entwicklung schon wieder ein. Denn KI, Robotik, Raumfahrt, Kybernetik und Genmanipulation sind ja keine Neuigkeiten mehr. Die meisten dieser Dinge bestehen schon seit Generationen. Zwar ist es richtig das diese Dinge immer weiter entwickelt werden, doch neu sind sie deshalb nicht. Kybernetik und Computer gibt es bereits sei einem ¾ Jahrhundert, Robotik und Raumfahrt sind nur wenig jünger. Das Handy ist lediglich eine neue Version eines Telefons und auch das Internet ist schon mehr als 40 Jahre alt.

Daher ist zu vermuten, dass im Verlauf dieses Jahrhunderts die Entwicklung in ruhigere Gewässer kommen wird. Meilensteine und neue Entwicklungen wird es zweifellos weiterhin geben, doch wird ihre Zahl nicht mehr so schnell steigen wie sie dies zwischen 1800 und 2000 getan hat.
Das einzige Ereignis, groß genug diesen Verlauf empfindlich stören zu können ist die Bevölkerungsimplosion in der sich die Welt bereits befindet. Doch das ist eine andere Geschichte.

Parallelen dazu findet man in der ersten absoluten Kulturschwelle, der Sesshaftwerdung des Menschen. So gut wie alles was man für die Sesshaftwerdung braucht entsteht im Fruchtbaren Halbmond. Und zwar nicht erst als die Sumerer beginnen in Keilschrift zu schreiben sondern bereits um 8000 v. Chr. als die ersten Städte entstanden sind. Dörfer im einfachsten Sinn legen auch Jäger und Sammler an. Sind die Nahrungsvorräte an einem Ort erschöpft so ziehen sie weiter und schlagen ein neues Lager auf. Doch viele Menschen an einem Ort zu versorgen, dauerhaft zu versorgen, erfordert ein ganz anderes Leben und eine ganz andere Organisation. Alle diese Grundlagen werden bereits um 10.000 v. Chr. begonnen und kumulieren in der Entstehung der Stadt um 8.000 v. Chr. Seither ist der Mensch sesshaft. Alles was danach kam war selten etwas neues. Das es beispielsweise eine Art Zeichensprache in der Art der Runen oder Hieroglyphen bereits vor der Keilschrift gab ist durch Funde in Göbekli Tepe oder Karahantepe bereits bewiesen. Wir wissen nur nicht mehr was sie bedeuten, da die zugrundeliegende Sprache verloren ist. Hier besteht die Möglichkeit, dass die Summerische Sprache als isolierte Sprache mit diesen ersten Zeichen in Verbidnung steht.
Aus den Neolithischen Fundstätten des Fruchbaren Halbmondes wissen wir auch, dass es bereits Keramik, Waffen, Werkzeuge, Bewässerung, Mauern, sakrale und profane Architektur, Herde und eine Gesellschaftsordnung gab. Die Form aller dieser Dinge änderte mannigfach sein Aussehen doch neu waren sie niemals.
Was es dazwischen sehr wohl gibt sind Entwicklungsschübe wie die Eisenzeit. Ein Eisenschwert ist qualitativ besser als ein Bronzeschwert, doch es ist keine neue Waffe. Dazu musste erst das Schießpulver erfunden werden.
Übertragen auf heute wird ein erster solcher Qualitätssprung die Fusionsenergie sein.

7.1.3: Das Muster der absteigenden menschlichen Fähigkeiten.

Das ist das eine Muster das mir ehrlicherweise Sorgen macht. Denn wir haben heute ein Niveau erreicht in dem Wissen wenig geschätzt wird. Wissen hatte immer schon einen schweren Stand, doch hat man in alten Zeiten Wissende noch wenigstens respektiert, wenn man schon nicht auf sie gehört hat. Dies ist in der Tat ein Phänomen der Moderne. Das Problem nennt sich Halbwissen.

Ich möchte Ihnen ein persönliches Beispiel dafür geben was ich meine.
Ich selbst habe bis heute wohl 400 Bücher zum Thema Geschichte gelesen und ich würde mir immer noch nicht anmaßen zu behaupten ich würde mich groß auskennen. Das liegt daran, dass mir beim Lesen all dieser Bücher schnell klar wurde, dass jeder Blickwinkel etwas neues für mich brachte. Mit der Zeit wusste ich dann doch schon einiges, doch immer und immer wieder lernte ich in den Büchern etwas Neues. Doch ist das auch nicht so leicht denn man muss schon auch etwas lernen wollen. Man sollte immer offen bleiben für neues, eben weil man nicht wissen kann ob man bereits alles weis. Und nicht nur für Neues sollte man offen sein, sondern auch für die Erkenntnis, dass man sich geirrt hat! Was noch schwerer ist. Das erste was einen das Wissen lehrt, ist Demut. Doch nur so kommt man zu einem nachhaltigen Wissen das von Dauer ist.
Auch ist es von größter Bedeutung sich mit anderen Wissensgebieten auszutauschen. Wenn ich über Geschichte umfassend sprechen möchte reichen historische Quellen nicht aus. Ich muss mich auch mit der Archäologie befassen, Medizin, Kirche, Militär, Kunstgeschichte, Landwirtschaft, Handel, Metallverarbeitung, Sozialstruktur, Gesetzgebung und, und, und. Doch daneben eben auch mit Theologie, Philosophie und Literatur. Letztere deshalb damit ich mir wenigstens in etwa vorstellen kann aus welchem Geist heraus Handlungen gesetzt wurden.

Dem Gegenüber steht der Unwissende.
Die meisten Menschen die zu einem Thema nichts wissen, stehen auch dazu. Daher ist die Unwissenheit zwar oft schwierig, doch wird sie selten zum Problem. Wer sich in etwas nicht auskennt, und das auch weis, mischt sich selten in etwas ein.

Zwischen beiden steht der Halbwissende. Hier haben wir jemanden vor uns der zu einem Thema einmal etwas gehört oder gelesen hat, der in einem bestimmten Teilgebiet ein sehr tiefes Verständnis besitzt oder, im schlimmsten Fall, ein paar Schlagworte kennt.
In allen genannten Fällen ist es so, dass der Zusammenhang verloren gegangen ist. Etwas zu wissen ist die eine Sache, es auch einordnen zu können ein ganz andere. Viele Bereiche des Wissen erschließen sich erst mit der Zeit da die Erkenntnisse aufeinander aufbauen. Wieder andere ergeben nur einen Sinn wenn man sie in eine größere Ordnung oder einen Zusammenhang stellt.
Wie ich oben angemerkt habe, bin ich bei geschichtlichen Ereignissen vorsichtig, da ich verstanden habe, dass ich niemals alles wissen werde und mich daher zwangsläufig irren werde.
Doch der Halbwissende hat lebenslanges lernen nicht nötig, denn er kennt sich ja aus. Was hat das für Folgen?
Erstens, er wird eben nichts dazu lernen, den er kennt sich ja aus. Er wird einmal einen Wissensstand erreichen und dort verharren. Zweitens, er wird keine Demut lernen, weil er sich nicht irren wird , denn er kennt sich ja aus. Der Mangel an Irrtum folgt jedoch nicht aus dem umfassenden Wissen sondern aus der Weigerung über den Tellerrand zu sehen und lieber lebenslang im eigenen Sud zu schmoren.
Der Mangel an Demut wird zwangsläufig auch zu Hochmut führen, denn schließlich kennt er sich aus. Und wenn er sich auskennt, so der andere eben nicht. Daher werden Entscheidungen schließlich ohne Wissen und Gewissen getroffen. Desto mehr solcher Zeitgenossen, desto schlimmer die Zeiten.

Dieses Halbwissen wird stark durch die Technik verstärkt, da sie dem einzelnen Menschen suggeriert er könne mehr als es tatsächlich der Fall ist. Das dieser Umstand problematisch für ihn selbst ist, wird dabei nicht erkannt, denn man kennt sich ja aus. Es entsteht ein Gefühl von falscher Sicherheit. Wie Charly Chaplin in „Der große Diktator“ gesagt hat: “Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns.“
Das Halbwissen wird dabei nicht auf die Naturwissenschaften beschränkt bleiben sondern alle Gebiete, auch und gerade die Geisteswissenschaften betreffen. Denn gerade in den Universalwissenschaften ist ein umfassendes Verständnis notwendig. Doch wer braucht schon Wissen, Ethik und Moral wenn es die Technik gibt? Vor diesem Hintergrund wird die weitere Entwicklung der KI hochinteressant werden und keinesfalls langweilig verlaufen.

Jedenfalls führt dieser übermäßige Gebrauch der Technik dazu, dass der Mensch zunächst immer weniger denkt. Das alleine wäre schon ein Problem und ist es auch. Doch bleibt es nicht dabei. Der Mensch ist ja bekanntermaßen ein Gewohnheitstier. Dadurch, dass ihm Maschinen immer mehr Arbeit, auch geistige, abnehmen, wird er lernen das es auch leichter, nicht besser, geht. Doch gerade die menschlichen Fähigkeiten erfordern ein hohes Maß an Demut, Wissen, Selbstbeherrschung und Geduld. Alles Tugenden die durch die modernen Informationsmittel unterlaufen werden wenn man ihnen nicht bewusst entgegen tritt. Geistig entgegen tritt, nicht in der Art eines Maschinenstürmers.

Damit man mich nicht falsch versteht. Nicht die Technik ist das Problem, sondern ihr falscher Gebrauch!
Ein Beispiel. Wer selbst viele Bücher zu hause hat kennt das Problem, Platz. Bücher brauchen Platz. Von diesem Standpunkt aus gesehen ist ein Kindl (ohne hier Werbung machen zu wollen) ein Segen.
Oder nehmen Sie die Regesta Imperii her. Es gibt ja sehr viele mittelalterliche Dokumente die sich erhalten haben. Um mir wenigstens einen Überblick verschaffen zu können, müsste ich sie ja erst einmal alle lesen. Da kann ich nur sagen, viel Spaß!
Da ist es gut dass es die Regesten gibt und diese online verfügbar sind. Und wenn man einen Punkt genauer wissen will dann kann man ja in einer Bibliothek nachsehen indem man sich eine Ausgabe der MGH zur Hand nimmt. 
Oder wenn ich mich über die EU-Verträge informieren wollte. Wären sie nicht im Internet zugänglich, ich müsste wohl erst nach Wien fahren um sie einsehen zu können. Um danach nach Brüssel zu fahren um zu sehen ob die Texte auch die selben sind.
Man sieht also, es gibt viele Möglichkeiten die moderne Technik zu nutzen. Und das tut man auch.
Doch keine dieser Methoden ersetzt Denken im Allgemeinen oder selbstständiges Denken im Speziellen.

Desto besser der Mensch sein Leben zu meistern verstand, desto weniger dachte er nach was er selber kann. Was nur konsequent ist. Denn der Mensch ist ja eigentlich ein Teil der Schöpfung. Und als Jäger war er das auch noch. Natur und Kultur fallen hier in einem zusammen. Doch mit der Sesshaftwerdung schuf der Mensch eine Trennung zwischen sich und der Natur. Jeder Gartenzaun spricht davon.
Noch einmal, nicht der Gartenzaun ist das Problem, sondern, dass wir vergessen ein Teil dieser Welt zu sein. Das wir uns auf das konzentrieren was wir um uns haben und vergessen was wir in uns sind.

Dieses Muster ist als Beobachter von außen zu betrachten. Desto korrumpierter der Mensch wird, desto schlimmer werden die Auswüchse werden. Dazu muss man das Verhalten der Zeit im Auge behalten wie auch die Medien. Um dies objektiv messen zu können, wird es notwendig sein parallel dazu auch das Wissen über die inneren Fähigkeiten zu kennen und zu bewahren. Denn nur so lässt sich erahnen wie groß die Differenz geworden ist.

7.2. Der neue Blick auf die Geschichte.

Hier wird es nun ernst. Wie ich zeigen konnte, gibt es einen übergeordneten Plan und eine übergeordnete Wahrheit. Diese beiden gehören zum Bereich der Objektivität.
Daneben haben wir auch gesehen, dass es auch einen individuellen Blick auf die Welt gibt. Dies wird als Subjektivität bezeichnet.
Einen vollständigen Blick erhält man erst wenn man beides miteinander kombiniert. Jeder der beiden Blickwinkel ist dabei für sich alleine genommen nicht falsch, sondern unvollständig!

Ich möchte dazu als Erklärungsmodell ein Haus anbieten. Stellen wir uns ein Haus vor, ein Einfamilienhaus. Garage, Garten, Dachboden und Keller, alles vorhanden. Wie jedes Haus hat auch das Haus der Geschichte Türen und Fenster. Sieht nun ein Mensch auf die Geschichte, so sieht er von außen einfach nur ein Haus. Er kann einschätzen wie groß es ist, wie viele Stockwerke es hat usw. Vielleicht wird man noch sagen können ob der Besitzer vermögend ist oder nicht oder wann es gebaut wurde und aus was. Was man jedoch nicht sagen kann ist, wie es im Inneren aussieht. Man hat also lediglich einen äußeren Eindruck gewonnen. Das ist der objektive Blick.
Um das Innere zu sehen muss man näher heran gehen.
Wenn man nun vor dem Fenster der Küche steht, so kann man nun hineinblicken, alles betrachten und einen guten Eindruck bekommen. Doch vom Wohnzimmer, dem Bad, der Toilette oder dem Schlafzimmer wird man keine Ahnung haben. Auch der Gesamtblick auf das Haus ist aus dieser Nähe nicht mehr möglich. Heisenbergs Unschärferelation lässt grüßen.
Also wird man einmal um das Haus herum gehen und in jedes Fenster einen ausgiebigen Blick werfen. Das hat auch den Vorteil sich dabei den Garten ansehen zu können.
Doch Dachboden, Keller oder gar den ersten Stock werden sich einem nicht erschließen. Außerdem, ein Blick durch das Fenster zeigt viel, aber eben nicht alles, weshalb wir nun zwar einen besseren Überblick über das Haus haben, aber es auch noch klarer ist das er nicht vollständig ist (so geht es mir nach 400 Büchern). Er ist immer noch rein äußerlich. Es wird uns also nichts anderes übrig bleiben als in das Haus hinein zu gehen. Hier beginnt der subjektive Blick.

Drinnen tut sich eine neue Welt auf. Jeder einzelne Raum ist weitaus reichhaltiger als es zunächst den Anschein hatte. Die Details nehmen dabei enorm zu den nun sieht man auch in vorher uneinsichtige Winkel und Ecken. Manches wird sich gar als völlig anders erweisen. Und wir können nun auch Dachboden und Keller inspizieren wo erneut eine Vielzahl an Erkenntnissen auf uns warten. Im Gegensatz zu vorher jedoch, habe ich keinen äußeren Überblick mehr.

Nun ist die Frage, wer hat Recht und wer hat Unrecht?
Hat der Recht, der von außen das Haus besieht?
Hat der Recht, der durch ein Fenster sieht?
Hat der Recht, der im Garten war?
Hat der Recht der sich den Keller angesehen hat?
Hat der Recht, der sich den Dachboden angesehen hat?

Ja.
Nein.

Wenn ich mir nur den Garten eines Hauses ansehe, ist dieser Blick dann falsch?
Nein, nur unvollständig.
Wenn ich von außen auf ein Haus sehe, ist dieser Blick dann falsch?
Nein, nur unvollständig.
Wenn ich mir den Keller und das Schlafzimmer, nicht aber Bad und Küche ansehe, ist mein Blick dann falsch?
Nein, aber unvollständig.

Nur weil ich etwas nicht gesehen habe, heißt das nicht automatisch, dass es eine Sache nicht gibt. Denn unabhängig davon ob ich den Keller oder den Garten gesehen habe, beide existieren. Der objektive Blick auf das Haus der Geschichte ist genauso richtig wie der subjektive Blick allein in den Garten. Den JEDER Blick ist wie ein Splitter der immer gleichen Wahrheit die einzeln ein Splitter, zusammen aber ein Gesamtbild sind.

Literaturverzeichnis (Auswahl):

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- de Tocqueville, Alexis; Über die Demokratie in Amerika; Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG; Stuttgart 1985.
- Fukuyama, Francis; Das Ende der Geschichte. Dierlamm, Helmut; Dürr, Karlheinz und Mihr, Ute (Übersetzung); Hoffmann und Campe Verlag; Hamburg 2022.
- Hiebl, Ewald und Witzany, Günter (Hrsg.); Leopold Kohr; Das akademische Wirtshaus; Aus dem Englischen von Wirthensohn, Andreas; Otto Müller Verlag; Salzburg und Wien 2010.
- Holt, Jim; Als Einstein und Gödel spazieren gingen. Ausflüge an den Rand des Denkens; Aus dem Englischen von Niehaus, Monika und Schuh, Bernd; Rowohlt Verlag; 4. Auflage Hamburg 2023.
- Höffe, Otfried; Ethik. Eine Einführung; Verlag C.H.Beck; 2. Auflage 2018 München.
- Huber, Johannes; Die Datenbank der Ewigkeit. Was in den alten Schriften über den Sinn des Lebens steht. Edition a; Wien 2023.
- Kegel, Bernhard; Epigenetik. Wie unsere Erfahrungen vererbt werden; DuMont Buchverlag GmbH; Köln 2015.
- Kolmer, Lothar; Geschichtstheorien; UTB; Stuttgart 2008.
- Lenk, Hans und Ropohl, Günther (Hrsg.); Technik und Ethik. Philipp Reclam jun. GmbH& Co; 2. Auflage 1993 Stuttgart.
- MacIntyre, Alasdair; Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart; Riehl, Wolfgang (Übersetzung); Campus Verlag; Frankfurt a. Main 2006.
- Nietzsche, Friedrich; „Jenseits von Gut und Böse“ und „Zur Genealogie der Moral“; Anaconda Verlag GmbH; Köln 2006.
- Platon; Die Großen Dialoge; Aus dem Griechischen von Schleiermacher, Friedrich; Anaconda Verlag GmbH; Köln 2006.
- Rolfes, Eugen (Hrsg); Aristoteles. Nikomachische Ethik. Anaconda Verlag GmbH. Köln 2009.
- Schiller, Friedrich; Was ist und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? In: Schiller, Friedrich; Sämtliche Werke in 5. Bänden. Band IV. Historische Schriften.; Patmos Verlag GmbH & Co. KG, Artemis & Winkler Verlag; Düsseldorf und Zürich 2005.
- von Horvath, Ödon; Jugend ohne Gott; Suhrkampp Verlag. 12. Auflage Frankfurt 2019.
- Watzlawick, Paul; Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen; Piper Verlag GmbH; 7. Auflage 2005 München und Zürich.
- Zehm, Günther; Die große Schauspielerin Vernunft. Eine Geschichte des Rationalismus in der frühen Neuzeit; Edition Antaios; Schnellroda 2005.


Weblinksverzeichnis (Auswahl):


- https://bkv.unifr.ch/de/works/sth/versions/summe-der-theologie
- https://www.nahtodforschung.com/
- https://purecalculators.com/de
-https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_14091998_fides-et-ratio.htmlEnzyklika Fides et Ratio (abgerufen am 07.02.2026)
- https://www.wort-und-wissen.org/