So ein Zufall


Oft denken wir uns, der Zufall wäre etwas, dass mit Unbestimmtheit oder Unvorhersehbarkeit zu tun hätte. Doch dem ist nicht so. Das Wort Zufall meint, dass dir etwas zugefallen ist. Du hast etwas getan, und was daraus folgt, fällt dir nun als "Lohn" zu. Es ist also die Folge deiner eigenen Handlungen. Es geht beim Zufall also um das genaue Gegenteil von Unvorhersehbarkeit. Der Grund warum man dies meistens so sieht, scheint zu sein, dass man nicht sagen kann WANN genau einem etwas zufällt. Was ja auch tatsächlich unmöglich erscheint. Immerhin müsste man ja dazu alle nur erdenklichen Eventualitäten kennen, was für einen Menschen doch eher ein Ding der Unmöglichkeit zu seien scheint. Doch DAS man etwas bekommen wird, das ist gewiss. Wann, das weiß GOTT allein. Doch, nach meiner Erfahrung, immer dann wenn man es tatsächlich braucht. Und das ist doch etwas sehr tröstliches :) 

Man muss nicht alles verstehen


Oft ist es ja so, dass man denkt, wenn man nur "alles" wüsste, dann wäre man auf der sicheren Seite. Doch dem ist nicht so. 
Erstens, kann man gar nicht alles wissen. Irgendwann sollte der je einzelne Mensch einmal akzeptieren, dass alles was er je wissen wird, in etwa einem Tropfen in einem Ozean gleicht. Wer schon einmal mehr Zeit in einer Bibliothek verbracht hat, dem ist bestimmt schon aufgefallen, dass es unglaublich viele Bücher mit Wissen gibt. Und eigentlich ist jedes Buch mit Wissen gefüllt und ich kann daraus was lernen. Und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass es nichts zu lernen gab. So habe ich dennoch etwas gelernt! 
Jedenfalls, müsste man alle diese Bücher die es gibt lesen und auch begreifen um "quasi" allwissend zu werden. Eine Lebensspanne würde dazu nicht reichen. Also ist es nicht möglich. Deshalb, weil man ja auch noch darüber nachdenken müsste. Nur lesen alleine macht einen ja nicht klug, sondern das Begreifen des Inhalts und das braucht Zeit. 

Zweitens, kann man nicht alles wissen weil es ontologisch nicht möglich ist. Ontologie ist die Lehre vom Sein. Es ist uns als Mensch einfach nicht gegeben alles wissen zu können. Ich verstehe den Menschen als eine Seele mit einem Körper. Unser Körper ist materiell. Materie ist an Raum und Zeit gebunden. Alles was außerhalb von Raum und Zeit liegt ist für unseren Verstand gar nicht begreifbar. Im wahrsten Sinn des Wortes. Wir können ja noch nicht einmal erkennen warum wir etwas erkennen können. 
Wer Schlaubi Schlumpf sein will, der lese beim Erkenntnisproblem nach. 

Allerdings ist es der Hochmut des Menschen, eines jeden von uns, dass wir dennoch annehmen wir könnten dem Schöpfer ein Schnippchen schlagen. Zuerst einmal sollte man verstehen, dass man nicht alles verstehen kann. 
Wer das versteht, der kann dann beginnen auszuwählen was er wissen will und dieses dann auch lernen. So lernt man nicht nur automatisch was man lernen soll, in einem ethischen Sinn, sondern auch was wirklich zu einem passt, in einem praktischen Sinn. 
Und das hat doch etwas sehr tröstliches :)

Überzeugen

Jemanden zu überzeugen ist oft ein schweres Unterfangen. Vor allem dann, wenn man von etwas überzeugen soll das der Gegenüber eigentlich nicht will. Nach meiner Erfahrung ist der häufigste Grund dafür die Mentalität des gebrannten Kindes. Man hat einmal eine schlechte Erfahrung gemacht, also wird es jedes Mal so sein. Doch das stimmt nur bei Gegenständen und Naturphänomenen und Dergleichen. Allerdings nicht bei Menschen und allem was mit Menschen zu tun hat. Zumindest nicht per se. 
Menschen handeln oft sehr ähnlich, doch ähnlich ist nicht gleich. Ein kleiner aber feiner Unterschied!

Wo es beginnt gefährlich zu werden, dass ist die Gleichgültigkeit. Denn es kann schon so weit kommen, dass Menschen sich so oft oder so schwer verbrannt haben das es sie nicht mehr kümmert was um sie herum passiert. Was ein sehr abschüssiger und daher gefährlicher Weg ist. Daher ist es auch nicht gut sonderlich nett zu solchen Menschen zu sein, das sie Freundlichkeit mit Schwäche verwechseln werden. Was ebenfalls sehr schade ist. 

Da ist es schon besser deutlich zu sprechen und auch einmal zu schimpfen. Allerdings nicht lautstark. Dazu gibt es nur sehr selten eine Berechtigung. So wie man allerdings auch schimpft muss man auch loben. Wer A sagt muss auch B sagen. Das ist auch das beste Mittel um schlechte Erfahrungen zu tilgen. So sieht dein Gegenüber nämlich, dass du es ehrlich mit ihm meinst. Wenn du ihn nicht schimpfst oder tadelst wird er dich für schwach halten. Wenn du ihn nicht lobst wird er dich für einen Ignoranten halten. Beides ist nicht gut. Der Mittelweg sollte das Ziel sein. 

Für einen selbst ist Gleichgültigkeit allerdings das größere Übel. Als Außenstehender ist man zwar irritiert bis wütend über solch ein Verhalten. Für einen selber, also für den der Gleichgültig ist, sind die Folgen jedoch um ein vielfaches schlimmer. Als Außenstehender bin ich die Aufregung los, sobald die betreffende Person nicht mehr da ist. Der Gleichgültige muss sich mit den Folgen 24/7 beschäftigen. Was nun kommt ist dabei zentral! 
"Alles was ihr also von anderen erwartet, tut zuerst ihnen."
(MAT 7, 12)
Warum? 
Weil man nur bekommt was man gibt!
Wenn du also gleichgültig bist, wird man dir mit Gleichgültigkeit begegnen. Weswegen es eben für den Betreffenden ein sehr schmerzhaftes Los bedeutet, Gleichgültig zu sein. 
(Was auch der Hauptgrund ist warum ich mit der heutigen "Fuck off- Mentalität" nichts anfangen kann)

Gleich welchen Blickwinkel wir also einnehmen, man sieht, Gleichgültigkeit ist etwas das man meiden sollte. Statt dessen sollte man Kritikfähig bleiben. Sowohl in der Hinsicht, Kritik anzunehmen als auch Kritik zu äußern. Wer es schafft über seinen Schatten zu springen wird immer einen Weg finden damit adäquat umzugehen. 

Gerechter Lohn 

Was macht eigentlich einen gerechten Lohn aus? Er soll angemessen sein! 
Angemessen ist allerdings kein Wert welcher immer gleich bleibt. Zumindest nicht mehr im 21. Jahrhundert. Und das hat einen grundsätzlichen und einen modernen Grund. 

Der grundsätzliche Grund liegt darin begründet, dass ein Lohn nur dann gleich bleiben kann wenn man stets das gleiche Arbeitspensum von jemanden verlangt. Sobald man, dauerhaft, mehr Arbeit von einer Person verlangt, muss man auch mehr Lohn zahlen. Entscheidend ist hierbei das ´dauerhaft´. Wenn ein Kollege krank geworden ist und man für ihn einspringt oder vorübergehend mehr arbeiten muss, so ist solches damit nicht gemeint. Was gemeint ist, dass sind Arbeiten die neu dazu kommen, welche man vorher nicht machen musste. Nur solches ist als dauerhafte Erhöhung des Arbeitspensums anzusehen. Doch Vorsicht! Auch hier gibt es Ausnahmen. Wie zum Beispiel, wenn eine Firma in finanziellen oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist. Solche Aspekte sind immer zu berücksichtigen, da es ja nicht einzusehen ist mehr Lohn zu verlangen wenn dies zum Bankrott des Arbeitgebers führen würde. 
Doch dauerhaft mehr von einer Arbeitskraft zu verlangen, ohne dies angemessen zu entlohnen, ist schlicht und ergreifend ungerecht. 

Der Zweite ist ein moderner Grund. Und er betrifft unser Geldsystem. Wir leben heute in einem Fiat- Geldsystem, das heißt in einem ungedeckten Geldsystem. Ungedeckt bedeutet, das Einzige was dem Geld einen Wert verleiht, ist der Glaube das es einen Wert hat. Ansonsten ist es nur bedruckte Baumwolle. 
Das hört sich jetzt ziemlich schlimm an und das ist es auch. Die Nebenwirkung eines solchen Systems ist Inflation, also Geldentwertung. 
Da die Politik immer dazu neigt mehr Geld auszugeben als sie hat, macht sie Schulden. Dadurch entsteht immer mehr Geld, welches eigentlich nicht gebraucht wird. Dadurch nimmt die Geldmenge zu und der Wert des Geldes nimmt ab. Unabhängig wie Hoch dieser Wert in einem Jahr ausfällt, nach ein paar Jahren kann man sich für das gleiche Gehalt nur mehr einen Bruchteil leisten wie davor. 
Daher bemisst man heutzutage Gehaltserhöhungen nach diesem Wert, was allerdings, siehe oben, viel zu kurz greift. 

Geld hat ja leider die unselige Eigenschaft den Menschen schnell sehr gierig zu machen. Deshalb vergessen manche gerne ihre Angestellten angemessen zu entlohnen. Dies kann soweit gehen, dass die Gier, welche ja bekanntlich das Hirn frisst, das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer so zerrüttet, dass schlussendlich ein Exodus an Arbeitskräften einsetzt. Oder es kommt soweit, dass man keine Arbeitskräfte mehr findet weil Bezahlung und Behandlung so schlecht sind. Soweit die Entwicklung in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts. 

Deshalb kann ich nur dazu raten angemessene Löhne zu zahlen. Im Angesicht der stattfindenden Bevölkerungsimplosion werden fleißige Arbeitskräfte zur Mangelware. 

Weihnachten

Was mich zu Weihnachten oft sehr stört ist das Ausmaß an Heuchelei. 
Wir reden zwar von Liebe, haben uns aber keine Gedanken darüber gemacht was das bedeutet. Schon gar nicht woher das Fest kommt und wer es gestiftet hat. Oberflächlichkeit wohin man blickt. Für mich ist das schwer nachvollziehbar, da ich grundsätzlich etwas, von dem ich nicht überzeugt bin, auch nicht tue. Halloween und Valentinstag als Beispiel! 
Der Mensch ist und bleibt ein problematisches Wesen. Doch Christus hat uns die Hoffnung gegeben, diese Welt überwinden zu können. Erst dann, wenn man alles verloren hat, hat man auch die Freiheit alles zu tun. Allerdings in einem ethischen Sinn, nicht in einem hedonistischen. 
Daher möge man dieses Gedicht als Ansporn lesen, dass es tausenderlei Dinge gibt, die uns auf den falschen Pfad führen. Jeder von uns weiß von Geburt an, was richtig und was falsch ist, danach sollen wir uns richten. Das sollte unser Leitstern sein. Der Weg ist weit, der weg ist schwer. Doch am Ende gewinnt man alles, und noch viel mehr. 
In diesem Sinne, wünsche ich allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest! 

 

Dem eigenen Traum zu folgen. 

Dem nachzueifern was einen im Innersten wirklich wichtig ist. Und was die Sorgen des Alltags oft unter einem Dornenbusch erdrücken. Dies erfordert viel Mut, sehr viel. Denn, wie schon Christus anmahnte, wird ein Prophet zu hause immer abgelehnt werden. So ist es auch mit den Träumen die wir in uns tragen. Die nähere Umgebung wird dich in der Regel immer belächeln oder sogar ablehnen. Denn die meisten Menschen geben ihre Träume auf. Selbst deinen eigenen Träumen zu folgen würde ihnen einen Spiegel vorhalten. Etwas, das Menschen unglaublich fürchten. Doch diesen Widerstand muss man überwinden. Wenn man diesen überwunden hat, kann man auch jede andere Hürde meistern. Das Geschick ist von Nöten, um jederzeit reagieren zu können. Wer weiß schließlich schon, was ihm alles auf seinem Weg begegnet? Daher muss man sich oft neuen Gegebenheiten anpassen. In den Untergang führt der Weg der nur stur geradeaus kann. Wer mit 50 noch den gleichen Weg geht wie mit 20, ist an Jahren älter geworden. Aber nicht einen Tag klüger! Oder man denke an Gelegenheiten die sich einem bieten. Wer nur stur geradeaus geht, verpasst in der Regel viele Gelegenheiten, weil er einfach daran vorbei geht. Selbst wenn man diese Eigenschaften nicht hat, man kann sie erlernen. Das dauert seine Zeit, ist jedoch nie vergebens! Zu guter Letzt, Geduld. Meine Achillesferse. Wie es schon im Buch Kohelet heißt, "Alles hat seine Stunde. Für alles Geschehende unter dem Himmel gibt es eine Zeit". Auch für die Erfüllung deines Traumes!

Geschichte


Wir erinnern uns oft und gerne an das was einmal gewesen ist. Sowohl in unserem eigenen Leben und Umfeld, als auch im weiteren Umfeld von Nachbarschaft, Freundeskreis, oder einer anderen Gemeinschaft bis hinauf zu Volk, Staat, Welt und Menschheit. Man möchte gerne verstehen warum die Welt so ist wie man sie gerade vorfindet. Zu welchem Zweck ist dabei erstmal zweitrangig. Dabei sind die Grundzüge recht einfach gestrickt. Schon König Salomon sprach, es gebe nichts Neues unter der Sonne. 
Und König Salomon hat Recht. Denn der Mensch ist ja immer gleich. Der Mensch entwickelt sich nicht weiter wie man heute gerne behauptet. Sein Können, sein Wissen entwickelt sich, ja. Doch jeder Mensch der geboren wird ist ein neues Individuum. er kann nicht auf das Wissen und vor allem nicht auf die Erfahrungen seiner Vorfahren, ja nicht mal die seiner Eltern, direkt zugreifen. Alles muss der Mensch erst lernen! Deshalb machen die Menschen zu allen Zeiten, Pi mal Daumen, die selben Fehler. Weswegen es auch nichts Neues unter der Sonne gibt, alles war schon einmal da. Und genau vor solchen Fehlern kann die Geschichte einen schützen. 
Was ein großer Trost der Geschichte ist, das ist die offensichtliche Tatsache, dass alle Übel einmal zu Ende gehen. Ein großer Trost ist es deshalb, weil wir ja gerne dazu neigen, Zeiten der Drangsal für gleichsam endlos zu halten. So als ob der jetzige Missstand für immer und ewig so bleiben würde. Doch das stimmt nicht. Schon das Buch Kohelet spricht in Kapitel 12 darüber, dass GOTT einmal alles richten wird, auch wenn es nun verborgen ist. Und das Lukasevangelium führt aus, dass alles was verhüllt ist, aufgedeckt wird. Und alles was unbekannt ist, bekannt werden wird. Die Geschichte beweist die Wahrheit dieser Worte. 
Wer die Geschichte aufmerksam studiert, der merkt auch bald, dass sich ein weiterer Kreis an Wissen vor einem auftut. Nämlich, dass sich alles "wiederholt". Marlene Dietrich hat dies in ihrem Lied `Sag mir wo die Blumen blühen´ hervorragend besungen, hörenswert! 
Da der Mensch zu allen Zeiten innerlich gleich war und ist, reagiert er auch zu allen Zeiten recht ähnlich. 
[An der Börse gibt es übrigens ein Wissensgebiet, welches sich mit genau dieser Tatsache auseinander setzt. Sie nennt sich Charttechnik]
Die erste Generation hat alles hautnah miterlebt. Sie sind die gebrannten Kinder der Geschichte. Sie werden also etwas gelernt haben und in Zukunft aktiv versuchen es besser zu machen. Ihren Kindern geben sie dieses Wissen weiter. Die zweite Generation hat auch oft den "Vorteil", die direkten Auswirkungen noch gesehen und erlebt zu haben. Auch sie werden sich deshalb bemühen bessere Lösungen zu finden als es ihre Eltern und Großeltern getan haben. Jedoch nimmt bei ihnen der ernst bereits ab. Da sie sich bemühen alles besser zu machen, lehnen sie oft Wahrheiten ihrer Eltern ab, da diese ja gescheitert wären mit ihren Ansichten. 
Die dritte Generation ist dann die erste, welche keinen direkten Bezug mehr zu den Vorfällen der Vergangenheit haben. Sie kennen alles nur mehr aus Erzählungen Haben die ganzen Unbilden nie selbst erlebt. Da der Mensch dazu neigt zu simplifizieren, reduziert er wichtige Erkenntnisse der Vorfahren auf einige wenige Schlagworte, Personen und Geschehnisse, und denkt diese gelte es zu vermeiden dann würde schon alles gut werden. Wer dann darauf hinweist, es gebe ja viele Zusammenhänge, Geschehnisse, Umstände und Entwicklungen die ebenfalls beachtenswert sind, wird ab nun schief angeschaut. In weiterer Folge unter Umständen sogar bedrängt, verfolgt, vogelfrei. 
Ist es einmal soweit gekommen, passiert das Unvermeidliche. Wenn eine Gemeinschaft soweit gekommen ist, das Zusammenhänge nicht mehr beachtet werden, wird eine Gemeinschaft blind. Es ist dann nicht mehr eine Frage ob der nächste Knall ins Haus steht, sondern nur mehr wann. 
Doch wenn sich der Staub erneut gelegt hat, fängt alles wieder von vorne an. Die Menschheit ist also nicht zu retten. Doch der Mensch kann sich retten. Und ein Hilfsmittel dazu ist die Geschichte. 

Fehler machen


Über den Fehler zu schreiben ist wahrscheinlich selbst ein Fehler. Ich wäre allerdings kein guter Denker wenn ich es nicht dennoch versuchen würde. 

Ich liebe ja meine Sprache der Dichter und Denker. Einfach weil die Deutsche Sprache sehr genau ist. Etwas das sie übrigens mit Latein und Hebräisch gemein hat. 
Jedenfalls bedeutet das Wort Fehler, wie man sich denken kann, dass etwas fehlt. Erst danach kommt die Bedeutung das etwas falsch ist. Wobei falsch ja wieder von fehlen herrührt. Schon der Hl. Thomas von Aquin weißt darauf hin (aber bei weitem nicht nur er), dass etwas nur deshalb schlecht oder böse ist, wenn ihm etwas fehlt. 
Das gibt zu denken! 

Alles was uns im Leben geschieht, oder so ziemlich alles, hat zwei Seiten. Es kann ein Segen sein, aber auch ein Fluch und umgekehrt. Und so verhält es sich auch mit dem Fehler. 
Nun ist es ganz normal, dass man nicht will das einem etwas fehlt. Wer hätte nicht gerne schon seine "sieben Sachen" beieinander? Denn nur wenn ich habe was ich brauche, kann ich mein Leben auch gestallten wie ich soll. Mit soll meine ich dabei nicht, wie ich soll nach Ansicht anderer Menschen, sondern soll nach dem wer und was ich bin. Ich definiere dabei Ich als Seele mit Körper und nicht als Körper mit Seele. Als Beispiel :)
Des weiteren meine ich damit keinen rechtlichen Begriff sondern einen theologisch- philosophischen. 

Wenn allerdings ein Fehler "nur" besagt, dass mir etwas "zur Vollkommenheit" im Sinne des Aquinaten, noch fehlt, so ist das ja eigentlich nichts schlechtes "an sich". Nun gut, ich müsste mich auf machen und danach suchen was es ist das mir fehlt. Und hier kommt das falsch hinzu. Denn wenn ich mich weigere zu suchen, aus welchem Grund auch immer, so verhalte ich mich falsch. Dies ist ein bewusster Akt, eine Entscheidung die ich treffen muss. Wobei sich "nicht zu entscheiden" auch eine Entscheidung ist. Nämlich die, andere entscheiden zu lassen! 
Weswegen sich nicht entscheiden nicht möglich ist. 

Diese Entscheidung verkompliziert die Sache auch sehr. Sich bewusst vor der Suche nach dem Fehlenden in seinem Leben zu drücken weil man die Mühe scheut, wird niemals ein gutes Ende finden, da diese Welt so nicht funktioniert. Weswegen auch derjenige sein Leben verliert der es zu erhalten sucht. Ein Fehler sagt dir, dass noch etwas in deinem Leben fehlt. Dies zu akzeptieren und diesem Ruf zu folgen, im berühmten Vertrauen auf GOTT, führt zu einem Segen. Denn ein Segen ist es zu finden wonach man sucht! 
Folgt man dem Ruf jedoch nicht, was das verbriefte Recht eines jeden Menschen ist, das selbst GOTT uns nicht absprechen kann, so führt es zum Fluch. Etwas das dir fehlt führt unweigerlich zu einer Ersatzhandlung, die Sucht ist geboren. Man könnte auch Sünde dazu sagen. Jedenfalls geht es darum, dass man sich weigert zu tun was man soll und statt dessen tut was man will. Dies führt auf Abwege. 

Unfrei werden


Es gibt, so denke ich, zwei Formen der Unfreiheit. Die eine, kennt ein jeder. Wenn man nämlich eingesperrt ist weil man etwas verbrochen hat, oder einem unrechtmäßig die Rechte genommen wurden. Nicht eingehen möchte ich auf den Aspekt der Selbstversklavung, was in der Menschheitsgeschichte ja öfters vorgekommen ist. Doch gehört dieser auch in diese Art der äußeren Unfreiheit. 
Es gibt allerdings daneben auch den Aspekt der inneren Unfreiheit. Diese, so denke ich, ist die weitaus gefährlichere, da sie weniger offensichtlich und erkennbar ist als die äußere. 

Freiheit ist ein sehr hohes Gut. Denn ohne freie Entscheidungsmöglichkeit ist dem Menschen ein ethisches Leben nahezu unmöglich. Was würde es denn nützen, wenn man alle Weisheit der Welt gewänne, sie aber nicht einsetzen könnte? Was uns im Leben widerfährt, entzieht sich zum aller größten Teil sowieso unserer Kontrolle. Doch nicht einmal Herr über die eigenen Worte oder Taten sein zu können, würde dem ganzen die Krone aufsetzen. Deshalb lohnt es sich immer für die Freiheit einzustehen. 

Freilich ist Freiheit kein Feigenblatt. Kritiker sehen darin gerne den Egoismus am Werke. Welcher aber eben nicht gemeint ist. Dies muss auch betont werden da es hier ähnlich ist wie bei der Gleichheit. Es macht eben einen Unterschied ob man für gleiches Recht einsteht oder Gleichmacherei betreibt die alles über einen Kamm schert. Mit der Freiheit verhält es sich gleich. Frei zu sein bedeutet nicht zu tun was man will, was die genaue Definition von Egoismus ist. 

Da ein freier Mensch kein Unrecht begeht, erkennt man daran sehr gut ob einer ein innerlich freier Mensch ist oder nicht.  Tut er es doch, so ist er kein freier Mensch mehr. Erklärung folgt! 

Wie oben schon erwähnt gibt es zwei Formen von Unfreiheit. Hier meine ich speziell die innere Unfreiheit. 
Warum begeht jemand ein Unrecht? Ich würde sagen, weil er nicht den Mut aufbringt das richtige zu tun. Was bei weitem leichter klingt als es das in Wirklichkeit ist! Denn das richtige zu tun kann manchmal richtig schmerzhaft sein - ecce homo!
Deshalb gehört zum guten Leben, zum ethisch guten Leben (!), viel Mut. Wer ihn nicht aufbringt, kommt früher oder später in die Situation mutlos zu sein und Unrecht zumindest zu dulden wenn nicht selbst zu begehen. 
Es hat einen guten Grund warum wir im Deutschen sagen, "Wehret den Anfängen". Wer einmal nachgegeben hat läuft Gefahr es ein zweites Mal zu tun. 

Der Grund hierfür ist die Eitelkeit des Menschen. Und auch die hat einen Grund, warum sie die erste aller Todsünden ist. 
Ein Unrecht lässt sich nicht dauerhaft verbergen, alles kommt einmal ans Licht. Doch ist dies noch unangenehmer als beim ersten Mal. Da man ja nun nicht nur vor der ursprünglichen Situation steht, sondern noch eine Schippe drauf gelegt hat. Man weiß nun, dass man falsch abgebogen ist. Nun kommt der Fall, indem man sich trotz besseren Wissens für das weitere Unrecht entschließt, in der Hoffnung es werde diesmal nicht entdeckt. Ab da gibt es fast kein Halten mehr. 

Zum einen gewöhnt man sich daran Unrecht zu tun. Auf der anderen Seite, gewöhnt man sich daran anderen das Recht zu verwehren. Es wird "normal". Ab hier ist man nicht mehr frei in seinen Entscheidungen. Dies liegt daran, dass man ab nun immer versuchen wird die eigenen Missetaten zu verbergen. Was mit jeder Missetat schwerer wird. 

Am Ende ist man nicht mehr frei weil man ein Getriebener des Unrechts ist. Unsere Altvorderen sagten dazu, man ist ein Sklave der Sünde geworden. Äußerlich mag man noch gehen wohin man will, doch innerlich liegt man in Ketten. Wie ein Gefängnis im Herzen!

 Ethos Anthropos Daimon

Die Einstellung des Menschen ist sein Gott


Dieser Satz des antiken Philosophen Heraklit ist heute so gültig wie am ersten Tag als er ausgesprochen und niedergeschrieben wurde. Wir können ja alles erreichen was wir uns vorstellen, solange wir es auch tatsächlich wollen. Und es nicht einfach nur bekunden. 

Doch was wir wollen ist Großteils bestimmt durch unsere Einstellung. Gehe ich mit offenem Blick durch die Welt, verberge ich ihn oder sehe ich nur bestimmte Dinge? 
Lasse ich Erkenntnis zu, verneine ich sie oder lasse ich nur bestimmte Erkenntnisse zu?
Verwerfe ich etwas dauerhaft, auf Zeit oder gar nicht? 
Aber auch, nehme ich Anteil, ignoriere ich etwas oder nehme ich nur bei bestimmten Dingen Anteil? 

Je nach dem wie und was ich wähle, wird sich meine Lebensreise gestalten. Weshalb es klug ist seine Einstellungen gut zu überlegen. Schließlich werde ich meine zukünftigen Entscheidungen auf der Grundlage dieser Einstellungen treffen. Auch welche Taten ich tue, werden maßgeblich von meinen Einstellungen geleitet. 

Die obgenannten Fragen sind nicht so ohne weiteres zu beantworten. In jungen Jahren schon gar nicht und später immer noch nicht viel besser. Erfahrung und das Sammeln von Wissen beeinflussen Einstellungen oft in der einen oder anderen Weise. Weshalb es auch nicht ungewöhnlich ist, oder wäre, wenn sich grundlegende Einstellungen im Laufe des Lebens wandeln. 

Weshalb man weise wählen sollte, oder zumindest gelegentlich seine Einstellungen reflektieren sollte, liegt in der Problematik des Wesens Mensch begründet. Der Mensch ist ja weder gut noch böse. Ansonsten wäre sein Handeln ja vorherbestimmt, was es allerdings nicht ist. Er kann jedoch gut sein, bzw. böse sein, je nachdem. Er ist eben problematisch. Was die Wahl nicht erleichtert. 

Weshalb ist dies nun so wichtig für den Menschen, auf seine Einstellung zu achten? 
Der Mensch ist klein. Und schwach. 
Zwar denkt der Mensch gerne er wäre ein Superheld. Das ist er auf der Ebene des Individuums allerdings nicht. Als Spezies ja, als Individuum nein. Diese Diskrepanz verursacht oft Probleme, da die Überheblichkeit dazu führt Mensch mit Menschheit gleich zu setzen. Was schwierig ist. 

Da also der Mensch klein und schwach ist, wie kann er dennoch obsiegen und überdauern? Durch sein Bewusstsein. Ein Teil davon ist seine Einstellung. Die Einstellung des Menschen ist wie ein Kompass, doch viel mehr. Seine Einstellungen sind wie sein Gott. Sie sind sein Gott. Sie werden sein Gott. 
Man denke nur daran mit welchem Elan Menschen ihre Einstellungen verteidigen oder daran fest halten. Sie über den Haufen werfen oder hin und her springen wie eine Fahne im Wind. 
Der Mensch neigt dazu daran fest zu halten, koste es was es wolle. Um ein hehres Ziel zu erreichen ist dies auch ein lobenswertes Tun, wenn man sich verrannt hat, eher weniger. 
Wie das Ethos eines Menschen sich demnach gestaltet, so wird sich sein Schicksal gestallten 

Gleichheit

 

Gleichheit ist für mich ein ganz wichtiger Begriff. Eigentlich ist es ein Doppelbegriff. Nämlich aus Freiheit und Gleichheit. Das eine steht immer in Bezug zum anderen. Als Beispiel das Mittelalter, das eine Zeit war in der die Menschen sehr frei aber auch sehr ungleich waren. Ein Bauer war eben nicht das selbe wie ein König. Im Gegensatz zur Neuzeit, in der wir die Tendenz eher dazu haben alle gleicher zu machen, auf Kosten der Freiheit (weswegen das Schlagwort der Französischen Revolution von "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" nur in einem Verhältnis zueinander aber nie absolut umsetzbar ist). Hier gilt das berühmte Wort aus der Farm der Tiere "Alle Tiere (Menschen) sind gleich, nur manche sind gleicher". 
Neben diesem Dauerthema der Beziehung zwischen Freiheit und Gleichheit, gibt es für mich drei zentrale Punkte an der Gleichheit die mir sehr wichtig sind.
Der erste und wichtigste ist, das alle Menschen gleich vor Gott sind. Das ist keine Kleinigkeit wenn man das zu Ende denkt. Nehmen wir noch einmal das Beispiel des Mittelalters. Zwar war ein König etwas anderes als ein Bauer, und der eine durfte Dinge die der andere nicht durfte (was übrigens in beide Richtungen galt!). Doch waren beide an das gleiche, göttliche Gesetz gebunden. Man nehme den Gang nach Canossa durch König Heinrich IV. oder die Buße König Heinrichs II. von England im Fall Becket.
Aber auch die christliche Gesellschaftskritik aller Jahrtausende an sich, basiert zur Gänze auf dieser Tatsache.
Und gleich sind alle, weil sie alle Geschöpfe des selben Gottes sind.

Der zweite Punkt betrifft die weltliche Rechtsprechung. Gerechtigkeit ist ohne Gleichheit vor dem Gesetz unmöglich. Solange es möglich ist, das sich jemand freikaufen kann oder zu mächtig um ihn zu verfolgen, solange herrscht keine Gerechtigkeit, sondern Unrecht. Was ja der Grund für die Einführung des Grundsatzes "Auge um Auge, Zahn um Zahn" war. Nämlich zu verhindern, dass sich jemand vor seiner Strafe "drücken" konnte.
Dies sind allerdings Umstände die der jeweiligen Zeit geschuldet sind. Weswegen der Mensch oft, aber nicht immer, vor dem Gesetz gleich ist.

Der dritte Punkt ist die Gleichmacherei. Also die Tendenz, alle Menschen, da sie ja gleichsam geistig bereits gleich sind, auch materiell gleich zu stellen. Ein Bestreben, dass nur scheitern kann, wie wohl es dennoch immer und immer wieder in Angriff genommen wird.
Man gehe durch eine Straße, gleich welche, und man wird schon rein optisch feststellen, dass die Menschen nicht gleich sind. Egal in welcher Weise! Sie alle also auf das gleiche, materielle, Niveau zu stellen, hieße, die Lebenswirklichkeit des Menschen zu negieren. Und die Lebenswirklichkeit des Menschen zu negieren, bedeutet automatisch die Zerstörung des Menschen. Denn die bunte Farbenwelt des Menschen lässt sich nur bewahren, indem jeder Farbe ihr Recht zugestanden wird. Wenn man sie mischt, dann mit Bedacht. Wo hingegen alle Farben in einen Topf geworfen werden, da wird die Welt schwarz wie die Nacht!