Annales de historia et praehistoria nationis Teutonicorum

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Pars Prima 


Annalen der Geschichte und Vorgeschichte des Deutschen Volkes
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Erster Teil

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"Der Tor hat sein Herz auf der Zunge, der Weise seine Zunge im Herzen." 

(SIR 21, 26) 


 



  •  120 v. Chr. 

Die germanischen Stämme der Kimbern, Teutonen und Ambronen verlassen ihre Heimat welche sich wohl in Schleswig- Holstein bzw. Jütland befand. Angeführt werden sie von dem kimbrischen König Boiorix. Ihr Zug bewegt sich zunächst Richtung Süden. Im Lauf der Wanderung schließen sich immer mehr Menschen ihrem Treck an. 

  • 113 v. Chr. 

Der Zug der Germanen führt sie wohl über Schlesien und Böhmen nach dem heutigen Kärnten. Dort stoßen sie mit den Römern zusammen, welche das keltische Königreich Norikum, welches dem Großteil des heutigen Österreich entspricht, als ihr Einflussgebiet betrachten. An einem Ort Namens Noreia, dessen genaue Lage in Kärnten heute unbekannt ist, versuchen die Römer eine Falle aufzubauen. Allerdings wird diese erkannt und das römische Heer geschlagen. 
Zugleich wird dieses Ereignis der erste schriftliche Nachweis der Germanen werden. 

  • 109 v. Chr. 

Da die Germanen nach Gallien abziehen, sehen die Römer sie weiterhin als Gefahr an. Vor allem für ihre südlichen Besitzungen in der Provence. 

Westlich von Lyon erleiden die Römer schließlich eine erneute Niederlage gegen die Kimbern, Teutonen und Ambronen. 

  • 105 v. Chr.

Nordwestlich von Marseille, bei einem Ort Namens Arausio, erleiden die Römer ihre dritte vernichtende Niederlage gegen die Germanen. Diese Niederlage wird zur Heeresreform des Marius führen, dem so genannten zweiten Gründer Roms. Er führt ein Berufsheer ein und stattet die Legionäre mit der klassischen Bewaffnung aus, wie sie uns heute geläufig ist. 

  • 102 v. Chr. 

Östlich von Marseille, bei Aqua Sextae, vernichtet Marius die Teutonen und Ambronen, die Überlebenden werden versklavt. 

  • 101 v. Chr.

Bei Vercellae, westlich von Mailand besiegt Marius die Kimbern und versklavt die Überlebenden. 

Ariovist, 101- 54 v. Chr. 
Anführer der Sweben in Gallien. 

  • 100 v. Chr. 

Gaius Iulius Caesar, 100- 44 v. Chr. 
Römischer Staatsmann, Feldherr und Diktator. 


  • Um 90/ 80 v. Chr.

Der griechische Historiker Poseidonius erwähnt erstmals die germanoi, die Germanen. 

  • Um 72 v. Chr.

Die Sueben unter ihrem Anführer Ariovist ziehen über den Rhein und lassen sich auf dem linken Rheinufer nieder. 

  • 63 v. Chr.

Gaius Iulius Caesar Octavianus, genannt Augustus; 63 v. Chr.- 14 n. Chr.
Princeps und erster "Kaiser" von Rom. 

  • 58 v. Chr.

Julius Cäsar folgt dem Hilferuf seiner gallischen Verbündeten. Als hilfreicher Freund getarnt, beginnt er mit der Eroberung Galliens. In der Folge kommt es auch zu Zusammenstößen mit Germanen. 



  • 56 v. Chr. 

Julius Caesar besiegt den Suebenfürsten Ariovist. Damit wurde die germanische Macht auf der linken Rheinseite gebrochen. Der Rhein wird neue Grenze zwischen Römern und Germanen. 

  • 55 v. Chr.

Caesar besiegt die germanischen Usipeter und die Tenkterer welche den Rhein überquert hatten. Dadurch festigt Caesar seine Stellung als Bundesgenosse der Gallier. Um die fliehenden zu verfolgen lässt er sogar eine Brücke über den mächtigen Fluss schlagen. Nach der Brandschatzung einiger Dörfer und Gehöfte zieht er sich schließlich wieder zurück. 

  • 53 v. chr.

Ein weiterer Versuch der Sueben ihre vormaligen Ansprüche durchzusetzen scheitert. Im Gegenteil, Caesar zieht ein zweites mal auf die rechte Rheinseite. 

  • 52- 51 v. Chr.

Der Aufstand des Galliers Vercingetorix. Es kommt zur Belagerung und Entsatzschlacht von Alesia, einem Ort in Zentralfrankreich des genaue Lokalisierung heute nicht mehr möglich scheint. Mit dem Sieg Caesars wird die Eroberung Galliens und seine Unterwerfung unter Rom abgeschlossen, Gallien wird römische Provinz. 

  • 51 v. Chr. (?) 

Caesar verfasst seine Kommentare zu den gallischen Ereignissen. Als De bello gallico, über den gallischen Krieg, werden sie berühmt. Die Schrift ist deshalb so bedeutend, da sie nicht nur die historischen Ereignisse schildert sondern auch der erste schriftliche Bericht über Leben und Kultur der Kelten wie der Germanen ist. Viele Stammesnamen tauchen hier das erste Mal auf. 

Was ist die Vorgeschichte meines Volkes?

Die Geschichte der Germanen, aus welchen mein Volk hervor gegangen ist! Und da man zuerst wissen muss woher man kommt, um je zu wissen wo man ist, geschweige denn wohin man geht, beginne ich mit einem prähistorischen Teil.
Die Geschichtsschreiber dieser Zeit werden mich einen Narren nennen, einen Extremisten, einen Unwissenden oder Größenwahnsinnigen. Doch das ist gut so!
Denn wo alle das Gleiche reden, wird meistens gelogen!
Dieser Teil umfasst die germanische Geschichte, von den ersten schriftlichen Zeugnissen über sie, bis zur Volkwerdung, Ethnogenese genannt. Solch einen Prozess darf man sich nicht als plötzliches Ereignis vorstellen, welches geschieht und schwubs, auf einmal ist ein neues Volk da.
Nein. So einfach ist das nicht. Eine Ethnogenese vollzieht sich über einen längeren Zeitraum, man kann hier ruhig 150 Jahre annehmen, bis dieses Ereignis abgeschlossen ist.
Dabei benutze ich den ursprünglichen Namen meines Volkes, in seiner latinisierten Form, "Teutones". Dieser spiegelt nämlich unseren Volksnamen, Deutsche, tatsächlich wieder, während die Bezeichnung als "Germani" sehr irreführend ist. Dieser gaukelt ja einen direkten völkischen Zusammenhang vor,, der nicht existiert. Denn, die Germanen, sind nicht, die Deutschen!
Man müsste ja auch sonst fragen, warum diese Bezeichnung nur für uns Deutsche gelten sollte. Und nicht auch für einen Engländer, Holländer oder Schweden.
Das ist deshalb wichtig, weil das lateinische Teutones bzw. theodisce, vom althochdeutschen diutisk abgeleitet ist. Und das bedeutet so viel wie "zum Volk gehörig".

Tatsächlich wandelt sich unsere Bezeichnung im Zuge der Renaissance (das ist die Epoche die das Heidentum wieder salonfähig gemacht hat). Damals begann man die lateinische geografische Bezeichnung unserer Heimat, Germania, auf uns als Volksnamen zu übertragen. 
Die älteste Bezeichnung unserer Heimat aber, stammt aus dem Jahr 919 und lautet auf  "regnum Teutonicorum", Königreich der Deutschen. Höchste Zeit also diesen Missstand zu beheben. 

Die Germanen

Das Volk der Germanen entsteht am Ende der jüngeren Steinzeit aus der Vermischung älterer Kulturen mit den Indogermanen um 2000 v. Chr. Im Zuge der Bronzezeit (1700- 800 v. Chr.) spricht man daher von einem Frühgermanischen oder Nordischen Kulturkreis. In dieser Zeit kommt es auch zur ersten Lautverschiebung welche die germanische Sprache entstehen lässt. Dieser Prozess läuft von außen ungestört ab, sodass man ab etwa 500 v. Chr. von einer vollentwickelten Germanischen Kultur sprechen kann. 
Die Urheimat der Germanen war Skandinavien und Niederdeutschland. Von dort aus breiten sie sich langsam in alle Himmelsrichtungen aus. Am stärksten allerdings Richtung Süden und Osten. Dies wohl deshalb weil Zentraleuropa (also in etwa das Gebiet der heutigen Staaten Deutschland, Schweiz, Österreich, Tschechien, Slowakei und Polen) vor Christi Geburt nur sehr spärlich besiedelt war. Im Westen hingegen entstand zur selben Zeit mit den Kelten ein aktiver Gegenpart, welcher einer Ausbreitung nach Westen einen Riegel vorschob. 

Die Germanen zählen zu der Indogermanischen Sprachfamilie und werden in drei große Gruppen unterteilt. In die Nord-, West- und Ostgermanen. 
Nordgermanen sind all jene Völker und Stämme welche in der Urheimat der Germanen, in Skandinavien, verblieben oder sich aus diesen entwickelten. Zu ihnen zählen die Dänen, Norweger, Schweden, Isländer und die Färörer. 
Westgermanen sind all jene Völker und Stämme, welche grob zwischen Nordsee und Donau, Rhein und Oder siedelten. Zu ihnen gehören wir Deutsche sowie die Holländer, Flamen, Engländer und Friesen. Auch die Buren mit Afrikaans und das Jiddische gehören in diese Gruppe. 
Die Ostgermanen waren all jene Stämme und Völker, welche östlich der Oder lebten. Sie gingen alle während der Völkerwanderungszeit unter oder verschmolzen mit den Romanen zu den späteren Romanischen Völkern. 

Erstmals ins Licht der Geschichte treten die Germanen am Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus, als Kimbern, Teutonen und Ambronen ihre angestammte Heimat aufgeben und nach einer neuen Heimat suchten. Dabei kamen sie mit den Kelten und den Römern in Kontakt und es kam zu zahlreichen kriegerischen Handlungen, die am Ende mit der Ausrottung und Versklavung der genannten Stämme durch die Römer endete. 



Die germanische Kultur

Die germanische Kultur, soweit wir das bis heute rekonstruieren können, war um 200 v. Chr. voll entwickelt. Wobei man auch hier einen west-, ost- und nordgermanischen Kulturkreis unterscheidet. Vor allem bei den Westgermanen kann man eine Beeinflussung durch die Römer gut erkennen, genauso wie man einen starken skythischen Einfluss auf die Ostgermanen erkennen kann. 

Bei den Germanen gab es eine einheitliche Religion mit Göttern und auch eine einheitliche Sagenwelt. Doch ähnlich wie in anderen antiken Kulturen auch, war die Wichtigkeit der einzelnen Götter von Stamm zu Stamm unterschiedlich. 
Dabei kam ihre Religion ganz ohne Tempel aus. Ähnlich wie die Kelten, verehrten sie heilige Haine, Quellen, Sümpfe oder andere spirituell bedeutende Stellen. 

Das Land war grundsätzlich agrarisch und ländlich geprägt. Städte gab es nicht. Was wohl daran lag, dass es kaum Siedlungsdruck gab. Die einzigen Ausnahmen waren so genannte Fluchtburgen und Fürstensitze. 
Fluchtburgen waren befestigte Plätze die an leicht zu verteidigenden Orten angelegt wurden um im Kriegsfall dem Volk Zuflucht zu bieten. Daher verwundert es auch nicht, dass die Germanen kein Geld kannten. Alle Münzen die man bis heute in germanischen, vorchristlichen, Siedlungen gefunden hat, stammten aus dem Ausland. 

Das Leben meiner Vorfahren war gegliedert in Familie- Sippe- Dorfgemeinschaft- Stamm. Ein übergeordnetes Staatswesen gab es nicht. Die Ausnahme blieben dabei Krieg und Religion. Doch ansonsten blieben die Stämme unter sich. 
Die zentrale "Verwaltung" der Angelegenheiten wurde im sogenannten Thing beraten und beschlossen. Zu dieser Versammlung hatten alle freien Männer Zugang. Dies weniger aus frauenfeindlichen Motiven sondern einfach aus der Tatsache heraus, dass mitbestimmen durfte wer die Gemeinschaft, nicht die Gesellschaft, mit seinem Leben schützen würde. 
Was ja bekanntermaßen auch die Grundlage für das heutige Wahlrecht in unseren modernen "Demokratien" ist. 

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Einschub:

Rechte folgen ja aus den Pflichten. Deshalb darf mitbestimmen, also Rechte ausüben, wer seine Pflichten der Gemeinschaft gegenüber erfüllt, also Recht spricht und in den Krieg zieht. 
Kann es sein, dass in meiner Zeit Demagogen und Oligarchen immer mehr Macht generieren weil meine Landsleute sich aus Bequemlichkeit weigern ihre Pflichten zu erfüllen? Wir werden zu diesem Punkt am Beginn des Mittelalters und am Beginn der Neuzeit nochmal kommen. 
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In diesen Versammlungen wurde alles wichtige was die Gemeinschaft betraf beraten und beschlossen. 
Es wurde auch genutzt um Recht zu sprechen und um die Oberhäupter von Dorf und Stamm zu wählen. Der Gedanke eines Königtums, noch dazu eines erblichen, kam erst nach Christi Geburt, wohl durch römischen Einfluss, auf. 

Die Kunstfertigkeit war weit verbreitet. Schmuck, Keramik, Waffen, Häuser wurden alle kunstfertig und vielfältig verziert und angefertigt. Alles blieb allerdings dem Nützlichen und einfachen unterworfen. 

Die Germanen waren eine stark oral geprägte Kultur. Das bezog sich auf das Recht und die Religion, genauso wie auf die Literatur. 
In diesem Zusammenhang stellen die Runen eine Besonderheit dar. Einerseits konnte man sie wie Buchstaben verwenden, hauptsächlich allerdings, wurden sie als Wortsymbol genutzt. Eine Rune also für ein ganzes Wort stand, ähnlich wie die Hieroglyphen. Da die nutzende Kultur oral blieb, nutzte man die Runen als Unterstützung der Sprache, für Eigentum, Religion, Magie oder Medizin.  

  • 49- 46 v. Chr.

Caesar überschreitet den Rubikon und löst damit einen ersten Bürgerkrieg aus. Nach mehreren Schlachten in Griechenland und dem heutigen Tunesien geht Caesar als Sieger aus diesem Ringen hervor. 

  • 44 v. Chr. 

Julius Caesar wird ermordet. Beginn des Zweiten Bürgerkrieges. Caesars Sache wird von seinem Adoptivsohn Gaius Iulius Caesar Octavianus weitergeführt. 

  • 30 v. Chr. 

Octavian nimmt Alexandria ein. Sein Widersacher Marcus Antonius und Kleopatra begehen Selbstmord. Ende des Bürgerkrieges. Octavian ist unumschränkter Herr Roms. 27 v. Chr.. wird ihm der Ehrentitel verliehen der ihn berühmt macht, Augustus, der Erhabene. Zugleich wurde der Prinzipat als neue Herrschaftsform eingeführt. Augustus war als Princeps der erste Bürger im Staat. 

Marbod, 30 v. Chr.- 37 n. Chr.; König der Markomannen. 

  • 16 v. Chr. 

Bisher waren die Römer am Rhein auf Defensive eingestellt. Doch in diesem Jahr ändert sich das. Die Sugambrer überqueren den Rhein und und vernichten die 5. Legion vollständig. Daraufhin entschließt sich Augustus dazu Germanien zu erobern. 


Hermann der Cherusker, 16 v. Chr.- 21 n. Chr.; Germanenfürst und Widerstandskämpfer. 

  •  15 v. Chr. 

Das keltische Königreich Norikum, auf dem Gebiet des heutigen Österreich, wird von Augustus zum römischen Klientelstaat gemacht und damit römische Provinz. Dies war der erste Schritt zur Unterwerfung Germaniens. 
In mehreren Schritten sollte die römische Grenze nach Osten geschoben werden. Der erste war Norikum und die Sicherung der Alpenpässe. Als zweites sollte Pannonien folgen um die Donau als Grenze zu erlangen. Und im dritten Schritt sollte schließlich Germanien selbst erobert werden. 

  • 14- 12 v. Chr. 

Die Feldherren Agrippa und Tiberius erobern Pannonien und machen die Donau zur natürlichen Grenze Roms. 

  • 12- 9 v. Chr. 

Drusus, und nach ihm sein Bruder Tiberius, marschieren in Germanien ein und erobern das ganze Land bis zur Elbe. Die Provinz Germania magna, entsteht. 

  • 9 v. Chr.

Der Stamm der Sugambrer wir auf das linke Rheinufer umgesiedelt um sie besser unter Kontrolle halten zu könne. 


  • 5 v. Chr.

Tiberius bricht den letzten Widerstand gegen die römische Besatzung in Germanien. 

  • 2 v. Chr. 

Die Römer führen einen ersten Feldzug gegen die Markomannen in Böhmen um ein Erstarken dieses Stammes zu verhindern. 

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VERBUM CARO FACTUM EST
+   CHRISTUS NATUS EST ALLELUJA   +
Christ ist geboren, Halleluja
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  • 1. Jahrhundert nach Christus


Die Runenschrift wird in dieser Zeit vollendet

Die Septuaginta, das ins Griechische übersetzte Alte Testament, wird abgeschlossen. 

  • 1 n. Chr.

In Germanien brechen erste schwere Unruhen und Aufstände gegen die römische Besatzung aus. Die Römer behalten allerdings die Oberhand. 

Tiberius erreicht die Elbe und schließt so die Eroberung Germaniens ab. 

  • 6

In Illyrien und Dalmatien brechen schwere Aufstände aus, welche die Unterwerfung der Markomannen verhindern. In der Folge verlagerte sich das Augenmerk Roms zusehends weg von Germanien. 

  • 9

Herrmann der Cherusker vereint die sonst zerstrittenen Germanen im Kampf gegen die Römer. 

Die Schlacht im Teutoburger Wald. 
Der römische Statthalter, Publius Quintilius Varus,  fällt in der Schlacht, und mit ihm volle drei Legionen. Es ist die schlimmste Niederlage der Römer seit Hannibals Zeiten. Die römische Herrschaft in Germania magna bricht zusammen. 


  • 14- 16

Germanicus, Neffe Kaiser Tiberius´, unternimmt mehrere Strafexpeditionen nach Germanien. 

  • 15

Der römische Feldherr Caecina unternimmt einen großen Feldzug nach Norddeutschland. 

  • 16

In der Schlacht am Angrivarierwall im heutigen Niedersachsen besiegen die Römer zwar die Cherusker, müssen sich schlussendlich doch zurück ziehen. Germanien bleibt frei und Rhein und Donau etablieren sich als Grenze. 

  • 27- 29

Der Prophet Johannes der Täufer wirkt im Heiligen Land. 

  • 28

Die Friesen erheben sich gegen die Römer, werden aber blutig unterdrückt. 

  • 29

Johannes der Täufer wird enthauptet. 

+

Surrexit Christus Alleluja
+   Christ ist erstanden Halleluja   +

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  • 37

Flavius Josephus, 37- 100; Historiker. 

  • 48

Das Apostelkonzil tagt in Jerusalem. Juden- Christen und Heiden- Christen entstehen. Es beginnt die Heidenmission. 

  • 50

Clemens von Rom, 50- 97; Apostolischer Vater und Bischof von Rom. 

  • 58

Publius Cornelius Tacitus, 58- 120; Historiker und Senator. 

  • 64

Rom brennt. Im Zuge des Stadtbrandes von Rom kommt es zur Neronischen Verfolgung. Die Apostel Petrus und Paulus erleiden das Martyrium. 

  • 66- 70

Aufstand der Zeloten gegen die römische Herrschaft im Heiligen Land. Der überaus blutig und grausam geführte Krieg endet im Jahr 70 mit der Einnahme, völligen Zerstörung und Neugründung Jerusalems als heidnischer Stadt. 


  •  69- 70

Der germanische Stamm der Bataver, welcher als Hilfsheer in römischen Diensten stand, erhebt sich. Auch einige rechtsrheinische Germanen schließen sich ihnen im Kampf gegen Rom an. Nach einigen Kämpfen werden sie schließlich besiegt. 

  • 70

Das Evangelium nach Markus entsteht. 

  • 74

Die Römer beginnen mit der Eroberung des Neckarlandes zwischen Rhein und Neckar. 


  • 83

Kaiser Domitian führt Krieg gegen die Chatten. Das Dekumatland, das Land zwischen Rhein und Donau im heutigen Baden- Württemberg, wird Teil des Römischen Reiches. 


Zugleich wird mit dem Bau des Limes, der befestigten Grenze zu Germanien begonnen. Er sollte das Römische Reich dauerhaft vor germanischen Einfällen schützen. 


  • 85

Die Evangelien nach Matthäus und Lukas entstehen. 

  • 95

Die Apostelgeschichte wird in ihrer heutigen Form abgefasst. 

  • 98

Tacitus verfasst seine Germania, eine Beschreibung der Germanen aus römischer Sicht. Allerdings ist seine Schrift tendenziös abgefasst, da er neben völkergeschichtlichen, auch politische Ziele mit seinem Werk verband. 

  • 100

Das Evangelium nach Johannes entsteht. 

Die Didache, die erste Kirchenordnung, entsteht. 

Justinus der Märtyrer, 100- 165; Märtyrer, Kirchenlehrer und Philosoph. 

Der Limes

Limes ist lateinisch und bedeutet Grenze. Gemeint ist also die Grenze des Römischen Reiches, in unserem Fall, die Grenze zu den Germanen und entlang der Donau. 
DER Limes war allerdings nicht einfach "nur" eine Grenze sondern eine befestigte Grenze welche die natürlichen Grenzen zusätzlich nutzte und ausnutzte. Daher folgte er den großen Flussläufen Rhein und Donau, da diese am leichtesten zu kontrollieren waren. Dazu muss einem auch klar sein, dass in alter Zeit die Flüsse mäanderten, also ein weitaus breiteres Flussbett hatten als es diese Flüsse heute haben. 

Die Grenzbefestigung bestand aus verschiedenen Befestigungsarten wie Wällen, Gräben, Wachtürmen, Kastellen, Zäunen, Flottenstützpunkten und Legionslagern. Am Höhepunkt seines Ausbaues reichte der Limes als Befestigung praktisch von der Rhein- bis zur Donaumündung. Und auch Britannien blieb davon nicht verschont, der Hadrianswall legt bis heute Zeugnis ab für dieses enorme Bauwerk. 

Sinn und Zweck dieses riesigen Unternehmens war es, dass Römische Reich vor den Angriffen der Barbaren zu schützen, um den bis dahin üblichen Raub- und Beutezügen Einhalt zu gebieten. Dies hatte zunächst auch Erfolg da kleine Raubzüge de facto unmöglich gemacht wurden. langfristig erwies es sich als folgenschwerer Irrtum. 

Denn die Römer wiegten sich in Sicherheit, was ihre militärischen Fähigkeiten mit der Zeit unterminierte. So geschützt entfiel für die Römer meistens die Notwendigkeit militärische Fortschritte zu machen. Der Kardinalfehler aller Imperien! 
Gleichzeitig wurde man berechenbar. Früher oder später erkennt man die Schwachstellen in einem Festungswerk, und dann wird es für die Verteidiger schwierig. 
Was sich mit der Zeit ebenfalls klar herausstellte war, dass der Wall nicht unüberwindlich war. Und war er einmal überwunden, lag das Hinterland im Grunde wehrlos da. 

Auf der anderen Seite verschaffte es dem Römischen Reich eine bis dahin nie gekannte Stabilität und Sicherheit. Denn, überwunden wollte der Limes auch erst einmal sein. 

Dabei spielten gerade die großen Ströme eine zentrale Rolle in diesem Bauwerk. Da die Flüsse groß genug waren um selbst mit Galeeren befahren zu werden, hatten Feinde dem meistens nichts entgegen zu setzten. 
Auch die Verständigung entlang der Grenze und ins Hinterland hinein war eine großer Vorteil Roms. Waren Eindringlinge erstmal entdeckt und wurde mittels Rauchzeichen Alarm gegeben, war sofort der Teufel los, und Angreifer hatten keinen Überraschungseffekt mehr. 

  • 130

Hegesippus, 130- 180; Erster Kirchenhistoriker. 


  • 132- 35

Der Bar- Kochba- Aufstand der Juden gegen Rom. Jerusalem wir erneut erobert. Den Juden wird in Zukunft das Betreten der Staat bei Todesstrafe verboten. 

Beginn der Diaspora

  • 135

Spätestens um diese Zeit, am Ende des Bar- Kochba- Aufstandes werden die Christen aus der Synagoge verstoßen. Einerseits ist dies der Beginn der Eigenständigen Entwicklung des Christentums. Andererseits setzt ab dieser Zeit, verstärkt durch die Diaspora, die Entwicklung des neuen Judentums an. 


Beginn der Christenverfolgungen 

Irenäus von Lyon, 135- 202; Kirchenvater, Kirchenlehrer und Bischof von Lyon

Zum Grundsätzlichen

Um das Obgenannte besser zu verstehen sind einige Informationen nötig, welche nicht mal im Ansatz weitverbreitet sind. 

Damals war es so, dass die Juden vom Kaiserkult ausgenommen waren. Dies hatte seinen Grund darin, dass die Juden ursprünglich Verbündete der Römer waren. 
Wer solch ein Privileg nicht besaß, musste dem Kaiserkult folgen oder er wurde als Staatsfeind erachtet. 
Daher wurden die Christenverfolgungen in den ersten Jahrhunderten wohl nur möglich, durch die Diffamierung der Christen durch die Juden als eben Nicht- Juden. Ansonsten wären Verfolgungen wie unter Domitian wohl kaum möglich gewesen. Und wie das Apostelkonzil und das Martyrium des Stephanus zeigen, gab es offensichtlich große Spannungen zwischen Juden und Judenchristen. Durch das Aufkommen der Heidenchristen wurden diese nicht weniger. Spätestens mit dem Ende des Bar- Kochba- Aufstandes trennen sich Juden und Christen gewaltsam von einander. Und diese Gewalt ging von den Juden aus! 
 

Daher entfällt spätestens ab hier der Schutz den das Judentum den Christen bis dato gewährt hatte. Da wir Christen in der wahren Nachfolge des Gottesbundes stehen, war es für die Christen auch folglich logisch weiterhin den Kaiserkult zu verweigern. 

Solch eine Handlung stellt für einen Christen, genauso wie für einen Juden, ein Sakrileg dar, welches ein Gläubiger niemals begehen kann ohne Gott zu verraten. 

Was aber meine ich mit "Neuem Judentum"? 
Nun, im heutigen Judentum gibt es nicht mehr viele Gemeinsamkeiten zwischen Juden und Christen. Zwar ist das Alte Testament für uns beide gültig, doch halten wir Christen uns an die tatsächliche Überlieferung. Die heutigen Juden nicht! 
Dazu muss man wissen, dass im jüdischen Alten Testament, das 53. Kapitel des Propheten Jesaja fehlt. 
Ebenso gib es in der jüdischen Tradition das Buch Henoch nicht mehr, welches im Christentum als Apokryphe gilt. 
Man sollte beides einmal lesen bevor man über diesen Punkt urteilt! 
Beide Punkte sind allerdings von fundamentaler Bedeutung, da sie klar zeigen warum Christus von Hölle und Gericht spricht, was im heutigen Judentum gar nicht mehr vorkommt. 
Auch die Schriftrollen von Qumran bestätigen mit ihren  Textfragmenten diese Sicht als Zeitdokument von vor 2000 Jahren. 
Ich kann mir dies nur so denken, dass die Juden sich durch das Beschneiden ihrer eigenen Überlieferung von den Christen abgrenzen wollten. Da das heutige Rabbinat maßgeblich aus den Pharisäern hervorgegangen ist, und diese die Hauptgegner Christi und seiner Jünger waren, scheint solch eine Sicht zumindest nicht abwegig zu sein. 

  • 138

In Rom entsteht die Engelsburg als Mausoleum für Kaiser Hadrian. 

  • 150

Tertullian, 150- 220; Theologe, Philosoph und Kirchenschriftsteller

  • 160

Auf der Insel Fünen in Dänemark entsteht die wohl älteste erhaltene Runenschrift. 

  • 166- 180

Die Markomannen und Quaden fallen in das Römische Reich ein. Die Markomannen- Kriege Kaiser Marc Aurels. 

  • 170

Die Sarmaten, ein Reitervolk aus Osteuropa, fällt in Dakien, in etwa das heutige Siebenbürgen, und Griechenland ein. Dies wurde möglich durch den massiven Angriff der Germanen der die volle Aufmerksamkeit der Römer beanspruchte. 

  • 172

Das Regenwunder von Carnuntum. Durch das christliche Gebet der dienenden Legionäre wird das Römische Heer während einer großen Dürre vor dem Verdursten gerettet. 

  • 175 (?)

Um diese Zeit beginnen die Goten von der Ostsee Richtung Schwarzem Meer zu ziehen. Dabei folgern sie zunächst dem Flusslauf de Weichsel stromaufwärts. 


  • 180

Das fünfbändige Werk "Adversus haerese", Gegen die Irrlehren, des Irenäus von Lyon entsteht. 

  • 185

Origenes, 185- 254; Kirchenvater und Theologe. 

  • 197

Die Verteidigungsschrift "Apologeticum" des Tertullian entsteht. 

  • 195

Der Osterfeststreit führt zur Entstehung der Synoden, der Versammlung zur Klärung bestimmter Fragen. Als erste verbürgte, findet die Bischofssynode von Ephesus statt. 


  • 213

Erstmals wird der Stamm der Alemanne oder Alamannen erwähnt. Der Name bedeutet in etwa Alle Mannen, was wohl daher rührt, dass dieser Stamm sich aus mehreren Stämmen entwickelt hat. Allerdings dürfte der größte Teil und Kern der ältere Stamm der Sueben gewesen sein, von welchem sich auch der Name Schwaben herleitet. Denn, römische Quellen benennen die Alemannen häufig auch als Sueben. 

  • 233

In Raetien und der Provinz Germania superior, also in etwa das Gebiet zwischen Rhein und Inn, fallen germanische Verbände ein. Zwar gelingt schließlich ihre Vertreibung, doch beginnt damit der Verfall der römischen Herrschaft im Dekumatland. Möglich wurden diese sich nun mehrenden Einfälle durch die Überdehnung des Reiches. Denn im Osten war das persische Sassanidenreich zum Hauptgegner Roms aufgestiegen. Dadurch werden die Römer ab nun in einem nahezu permanentem Zwei-Fronten- Krieg verwickelt. 

  • 235

Auf dem Harzhorn im heutigen Niedersachsen, besiegen die Römer die Germanen. Ihr Feldzug endet jedoch unerwartet durch Meuterei des Heeres in Mainz. 
Mit der Ermordung des Römischen Kaisers, Severus Alexander, in Mainz, beginnt die Krise Roms, die Soldatenkaiser. 

  • 249

Großangelegt Angriffe der Germanen können nach schweren Kämpfen abgewehrt werden. 

Zugleich fallen Goten, Quaden und Sarmaten erneut entlang des unteren Limes ins Römische Reich ein. Vor allem die Goten werden zu einer permanenten Gefahr für die Reichsgrenze. 

Helena, 249- 329 Heilige, Mutter Kaiser Konstantins. 

  • 254

Die Markomannen überrennen und plündern Raetien, die Goten dringen bis nach Makedonien vor. Thessaloniki wird, erfolglos, belagert. 

  • 255

Kaiser Gallienus vertreibt die Alemannen wieder aus Raetien. 

  • 257

Erstes Christenedikt Kaiser Valerians. 

  • 258

Zweites Christenedikt Kaiser Valerians. Beide Edikte führten zu schweren Christenverfolgungen, welche erst mit der Gefangennahme Valerians 260 durch Gallienus beendet wurden. 

  • 259

Die fortgesetzten Gotenkriege schwächen Rom weiter. Da sie viele Truppen aus dem Westen abziehen müssen, bleiben für die Verteidigung dieser Provinzen immer weniger Legionen übrig. Mehrfach kommt es nun zu Einfällen nach Gallien, Raetien und Noricum. 

 

Der Stamm der Franken wird erstmals erwähnt. Der Name bedeutet "Die Freien". 


  • 260

Zwar besiegen die Römer die Juthungen bei Mainz und können diese vertreiben. Einen alemannischen Vorstoß bis nach Rom können sie allerdings nicht verhindern. Erst auf dem Rückweg werden diese bei Mailand besiegt. 

Arius, 260- 336; Begründer der Heräsie des Arianismus. 


  • 268

Die Römer schlagen einen gotischen Angriff bei Naissus im heutigen Serbien zurück. 

Die Alemannen dringen bis zum Gardasee vor, wo sie schließlich zurück geschlagen werden. 


  • 269

Der Stamm der Goten trennt sich in Ost- und Westgoten auf. Bis heute ist nicht klar warum dies geschah. 

  • 270

Rom gibt die Provinz Dacia, in etwa das heutige Siebenbürgen, auf, da sie das Land nicht mehr gegen die Goten schützen können. 

Bei Placentia werden die Alemannen erneut zurück geschlagen. 

  • 271

In der Schlacht von Pavia  wird ein weiteres Alemannische Heer besiegt. Doch es ist ein Pyrrhussieg. Das Dekumatland bleibt alemannisch da Rom von einer Rückeroberung absieht. 


  • 275

Die Franken fallen in Gallien ein und werden wieder vertrieben. 

Die Römer beginnen, auf dem rechten Rheinufer Kastelle zu errichten um die Germanen vom Übersetzen abzuhalten. 

  • 292

Hl. Pachomius, 292- 348; Mönchsvater. 


  • 295

Athanasius der Große, 295- 373; Kirchenvater und Kirchenlehrer. 

  • 280

Konstantin der Große, 280- 337; Römischer Kaiser. 

  • 290

Erstmals werden die Gebiete der Westgoten (Terwingen) und der Ostgoten (Greutungen) als je eigenständige Reiche bezeichnet. 

  • 295

Pachomius, 295- 346; Mönchsvater, Begründer des Koinobitentums. Das Mönchtum so wie wir es heute kennen, entsteht. 

  • 297

Im Römischen Reich wird der Dominat eingeführt. Die Kaiserwürde wird zunehmend als eine erbliche Monarchie gesehen. Die Bürger werden immer mehr zu Untertanen. 

  • 298

Die Alemannen fallen im Römischen Reich ein, werden allerdings beim heutigen Langres in Frankreich, und in Windisch in der Schweiz zurück geschlagen. 

  • 330

Basilius der Große, 330- 79; Kirchenlehrer und Mönchsvater. 

  • 3./4. Jahrhundert

Die heutige Gertraudenkapelle und die Maximuskapelle entstehen im antiken Iuvavum, dem heutigen Salzburg. Ursprünglich wurden sie wohl für den Mitras- Kult geschaffen. 

  • 303- 04: 

Kaiser Diokletian erlässt im Zuge seiner Reichsreform vier Christenedikte. Es beginnen die schwersten Christenverfolgungen in der Römischen Geschichte. Im Westen enden sie 305, im Osten erst 313. 

  • 306

Konstantin wird vom Heer seines Vaters zum Kaiser ausgerufen. Sein Gegenspieler Maxentius wird in Rom ebenfalls zum Kaiser ausgerufen, worauf es zum Bürgerkrieg kommt. 


  • 308

In der Kaiser- Konferenz von Carnuntum, im heutigen Niederösterreich, wird die Kaiserwürde des Konstantin und des Licinus anerkannt. Da sich dem der Usurpator Maxentius widersetzt schwellt der Bürgerkrieg weiter. 

  • 311

Kaiser Galerius erlässt als erster ein Toleranzedikt für Christen. Den Christen ist fortan die Ausübung ihrer Religion offen gestattet. 

Wulfila, 311- 83; Bischof der Westgoten und Bibelübersetzer. 

  • 312

Konstantin gelingt es, sowohl die Alemannen als auch die Franken abzuwehren. 

In hoc signo vinces - In diesem Zeichen siegst du. In der welthistorischen Schlacht an der Milvischen Brücke bei Rom besiegt Konstantin seinen Gegenspieler Maxentius. Da dieser auf der Flucht im Tiber ertrinkt, wird Konstantin unbestrittener Herr über das Westreich. 

  • 313

Mit dem Mailänder Toleranzedikt gestattet Konstantin der Große den Christen die ungehinderte Ausübung ihres Glaubens und gesteht ihnen Rechtsfähigkeit zu. 

  • 318

Der Priester Arius begründet den Arianismus. Vor allem unter den Goten und den Vandalen wird diese häretische Lehre anklang finden. 

  • 322

Die Westgoten werden zu Föderaten des Römischen Reiches. Die generationenlange Gegnerschaft wird damit beendet. Bis zum Beginn der Völkerwanderung bleiben die Beziehungen friedlich. 

  • 324

Konstantin der Große wird, nach seinem Sieg über Licinus, zum Alleinherrscher des Römischen Reiches. 

  • 325

Kaiser Konstantin beruft das I. Konzil von NIcäa ein. Die wichtigsten Punkte waren: 
das nizänische Glaubenssymbol als erste, verbindliche, Glaubensformel, 
die Rangordnung der Hauptkirchen, 
und die Verwerfung des Arianismus für alle zukünftigen Gläubigen. 
Der Priester Arius muss in die Verbannung gehen. 

Der Arianismus

Der Arianismus war eine Häresie des 4. Jahrhunderts, begründet durch den Priester Arius. Dieser war ein Priester der als Missionar zu den Goten ging. Er hatte dabei großen Erfolg da sich die Goten bald dem neuen Glauben anschlossen, was auch einer "Aussöhnung" mit den Römern sehr entgegen kam. 
Kurz gefasst: Der Arianismus vermittelte den Heiden Christus nicht in einem monotheistischen Sinn, sondern in einem polytheistischen Sinn. In diesem war Christus nicht Teil der Dreifaltigkeit, sondern eher die vornehmste Schöpfung Gottes. Da die Dreifaltigkeit für viele Heiden schwer zu verstehen war, fand diese "einfache" Darstellungsform schnell großen Zuspruch. dies Vereinfachte die Mission und Bekehrung, drohte allerdings auch, die wahre Lehre zu verwässern. Unter Konstantin II. wird der Arianismus schließlich sogar offizielle Lehre des Römischen Reiches. Nach jahrzehntelangem Hin und Her wird erst im Jahr 381 das Konzil von Konstantinopel den Arianismus endgültig verwerfen. 

  • 326

Im Traum erhält die Heilige Helena den Auftrag die Heiligen Stätten zu finden und auszuschmücken. Sie begibt sich 76jährig auf eine Pilgerreise ins Heilige Land. Dort findet sie das Grab Chrsiti und das Heilige Kreuz. 


  • 332

Die Donaugoten werden zu Föderaten des Römischen Reiches gemacht und siedeln fortan nördlich der Donau im heutigen Rumänien. 

  • 334

Arius wird aus der Verbannung entlassen. 

  • 335

Dank der Auffindung des Heiligen Grabes durch die Heilige Helena, wird die erste Grabeskirche erbaut und fertiggestellt. 

  • 339

Ambrosius von Mailand, 339- 97; Kirchenvater und Kirchenlehrer, Bischof von Mailand. 

  • 347

Theodosius der Große, 347- 95; Kaiser von Ostrom, 394- 95 letzter Alleinherrscher des Römischen Reiches. 

  • 350

Der arianische Bischof Wulfila übersetzt die Bibel ins Gotische. Hierfür entwickelte er ein eigenes gotisches Alphabet auf der Grundlage der Runen. Sie ist das älteste germanische Schriftdenkmal. 

  • 354

Aurelius Augustinus, 354- 430; Kirchenvater, Theologe und Bischof von Hippo Regius. 

  • 356

Der Stamm der Sachsen wird erstmals genannt. Der Name leitet sich von einer ihrer Hauptwaffen, dem Sax, her.

  • 357

Die alemannischen Juthungen fallen in der Raetia ein. Durch die ständigen Angriffe alarmiert, beginnen die Römer sich in befestigte Siedlungen, Lager und Kastelle zurück zu ziehen. 

In der Schlacht von Argentoratum, dem heutigen Straßburg im Elsas, können die Römer einen germanischen Angriff abwehren. 

Ein Einfall der Franken kann an der Maas abgewehrt werden. 

  • 359

Stillicho, 359- 408; Vandale, Römischer Heermeister des Westheeres. 


  • 360

Der Arianismus wird zur offiziellen Lehre des Römischen Reiches erhoben. 
 

  • 365

Um diese Jahr herum sterben die Hll. Ammun und Antonius der Große. Sie gelten als zwei der wichtigsten Begründer des Anachoretentums im Nahen Osten. 

 

  • 370

Die Wulfila- Bibel in gotischer Sprache und Runenschrift verfasst, entsteht.


Alarich, 370- 410, König der Westgoten. 

  • 374

Die Hunnen überqueren die Wolga und erreichen damit Europa. Im Nordkaukasus besiegen sie die Alanen und machen sie zu "Bundesgenossen". 

  • 375

Die Hunnen besiegen die Ostgoten und zerstören ihr Reich. 

  • 376

Die verbleibenden Ostgoten suchen und finden Schutz im Römischen Reich. Die germanische Völkerwanderung beginnt.

Aufgrund der chaotischen Lage bricht allerdings die Versorgung zusammen, was in einem Aufstand gegen Rom mündet. 

  • 378

Die welthistorische Schlacht von Adrianapol, dem heutigen Edirne in der Türkei. Kaiser Valens verliert Schlacht und Leben gegen die Goten. Der Balkan versinkt im Chaos. 


Die Völkerwanderung


Die Völkerwanderung begann im Jahr 375 als die Hunnen das Reich der Ostgoten zerstören. Von da an gab es, bis ins 7. Jahrhundert hinein, kein Halten mehr. Alles war in Bewegung. 

Dazu ist es allerdings wichtig zwei Aspekte genau anzusehen. Der eine ist, dass man die Völkerwanderung in zwei Abschnitte teilen muss. Es gibt nämlich eine germanische und eine slawische Völkerwanderung. Die erste ist die Grundlage für die zweite, und die zweite ist der Grund warum die Ergebnisse der ersten so blieben wie sie waren. 
Der Zweite, ist die Auswirkung welche dieses Ereignis hatte. Denn, nicht nur beendet sie schließlich die Antike. Sie führt auch in eine neue Zeit hinein. Als solche ist sie, Ende und Anfang zugleich. 

Zum ersten Punkt. 
Hierzu muss man sich die Wirkung des Hunneneinfalls verdeutlichen. Als berittene Truppe konnten sie stehende Heere aus Fußsoldaten gut flankieren und ausmanövrieren. Dies wurde durch die neuen Reflexbögen möglich, welche den Hunnen einen enormen Vorteil verschaffte. Den diese in Europa unbekannten Bögen hatten eine höhere Durchschlagskraft bei größerer Reichweite und Geschwindigkeit. Dazu kam, dass antike Armeen in jener Zeit primär zu Fuß kämpften. Der Kampf gegen berittene Gegner war wenig erprobt. 
Städte waren gegen berittene Gegner schwer im Nachteil. Bis Verstärkung eintraf waren sie auf sich alleine gestellt. Und diese Verstärkung brauchte als Fußtruppe lange um anzukommen. Auch waren schnelle Überfälle durch berittene Truppen leicht umsetzbar. 
Alles in allem kann man konstatieren, dass die Hunnen ein Schock für die Antike darstellten. 
Nun ist es ja nichts neues gewesen, dass eine Macht auftaucht die militärisch überlegen ist und andere Länder erobert. Das ist eine weitere Besonderheit der Völkerwanderung, die diese Eroberungszüge erst zu einer Völkerwanderung hat werden lassen, Nämlich die Eigenart von Nomaden keinen Respekt und kein Verständnis für sesshafte Völker zu haben. Die Mongolen werden dereinst diese Verachtung auf die Spitze treiben. Diese Besonderheit führte dazu, dass die besiegten Völker mit den Hunnen gen Westen ziehen mussten um ihnen als Vasalen zu dienen. Als die Hunnen sich etabliert hatten, eroberten sich nicht mehr weiter, sondern plünderten einfach alles was sie fanden. Hatten Germanen und Sarmaten einstmals Rom heimgesucht um Wohnraum zu erschließen und sich auszudehnen, so interessierten sich die Hunnen dafür herzlich wenig. Und um diesen permanenten Raubzügen zu entgehen, begannen die Germanen nach Westen zu drängen, weg von den Hunnen. Gerade die Vandalen und Alanen, beides Völker die sehr früh von den Hunnen bedroht wurden, zogen bis nach Nordafrika um in Sicherheit zu sein. 

Als die Hunnen schließlich überwunden wurden, lag Rom in Trümmern und der Großteil des ehemals germanischen Ostens war menschenleer. In dieser Zeit, 2. Hälfte 6. Jahrhundert bis Mitte 7. Jahrhundert, entstehen und breiten sich die Slawen im Osten aus. Diese entstanden auf dem Gebiet der Pripjet-Sümpfe im, heute, weißrussisch- ukrainischen Grenzgebiet. Ein Gebiet welches heute noch rund 90.000 km² groß ist, und damals wohl doppelt so groß war. Von dort breiten sich die Slawen rund 100 Jahre ungestört aus, nach Westen, Süden und Osten. Als Mitte des 6. Jahrhunderts die Awaren auf der Bildfläche erscheinen, unterwerfen diese die Slawen und nehmen sie mit sich Richtung Westen. 
Dies ist die slawische Völkerwanderung. Auf diese Weise kamen die neuen Bewohner "rasch" in viele Gebiete die sie sonst niemals so schnell erreicht hätten. Andererseits drücken die Awaren freie Slawen, wie zuvor die Hunnen die Germanen, nach Westen. Auf diese Weise breiten sich die Slawen kontinuierlich in Richtung Westen, Süden und Osten aus. Mit der zweiten Hochzeit des Awarenreiches, ca 600- 660, endet auch die slawische Völkerwanderung und damit die Völkerwanderungszeit allgemein. Die Antike ist endgültig vorbei. Ein neues Zeitalter hat begonnen, das Mittelalter. 

  • 378

Germanen fallen erneut im Elsass ein, allerdings bei Straßburg zurückgeworfen. 

  • 379

Der Arianismus wird als maßgebliche Lehre verworfen. 

  • 380

Kaiser Theodosius erlässt den Codex Theodosius. Der katholische Glaube auf Grundlage der nizänischen Trinitästlehre wird der Vorzug vor allen anderen Religionen gegeben. 

  • 381

Das I. Konzil von Konstantinopel tritt zusammen. Auf ihm wird das nizäno- konstantinopolische Symbol verfasst und beschlossen.  Als bis heute verbindliche Glaubensformel aller Christen wird es offiziell verkündet. Der Arianismus wird endgültig verworfen. 

  • 384

Honorius, 384- 423; Kaiser des Westens. 

  • 385

Erstmals wird der Ehrentitel Papst, für den Bischof von Rom verwendet. 

  • 386

Der Hl. Hyronimus beginnt mit der Übersetzung der Bibel ins lateinische. Die Vulgata entsteht. Sie wird zur Grundlage des Kirchenlateins. 

  • 389

Geiserich, 389- 477; König der Vandalen, Begründer des Vandalenreiches in Nordafrika. 

  • 390

Der Hl. Augustinus beginnt mit der Abfassung der Confessiones, Bekentnisse. 

Episcopus Episcoporum - Das Papsttum


Das Papsttum zu beschreiben ist eine heikle Angelegenheit. Nicht nur weil es mit vielen Emotionen verbunden ist, besonders in meinem Volk, sondern auch, weil es in 1700 Jahren sein Angesicht oftmals geändert hat. 

Zu Beginn war der Bischof von Rom als vicarius Petri, als Stellvertreter des Hl. Petrus, so etwas wie ein primus inter pares, ein Erster unter Gleichen. Als solcher genoss er einen Ehrenvorzug, allerdings nicht mehr. Wichtig ist dabei die Feststellung, dass Rom bis zur Konstantinischen Wende eine heidnische Stadt war und, wohl auch zu Recht, des öfteren mit der Hure Babylon aus der Apokalypse des Johannes verglichen wurde. Die Christenverfolgungen fachten auch nicht gerade die Liebe zu Rom an, wenn ich das mal so lapidar ausdrücken darf. 

Es gab also zunächst gewisse Vorbehalte gegenüber Rom. 
Nichts desto trotz erfreuten sich die Bischöfe von Rom von Beginn an einer großen Verehrung als mater et magistra, als Mutter und Lehrerin der Kirche. Die Wurzel hierfür lag in der Verehrung der Apostel Peter und Paul. Vor allem der Hl. Petrus ist hier wichtig. Mit der von Christus verliehenen Schlüsselgewalt an Petrus (MAT 16, 18- 19) sind seine Nachfolger im Zuge der Sukzession gleichsam seine Stellvertreter auf Erden. Damit kam ihnen von Beginn an eine absolute Sonderstellung zu. 

In den zahlreichen und oft heftigen Disputen über theologische und dogmatische Fragen, gelangten die Bischöfe von Rom immer mehr in die Rolle eines Schiedsrichters, einer Art letzter Instanz. Dies umso mehr, als sich die östlichen Kirchen untereinander oft spinnefeind waren. Die Gnosis, welche Philosophie und Theologie zu vermischen versuchte (Parallelen zu heute?) verkomplizierte die Umstände noch weiter. 
Der "Durchbruch" wurde allerdings mit den Ökumenischen Konzilien vollzogen. Diese sorgten immer wieder für viel Unruhe, was dazu führte das der Bischof noch öfter angerufen wurde und seine Bedeutung immer weiter zu nahm. 

Zu einem Problem wurde dies erst als das Römsiche Reich begann zu zerbrechen, und besonders als das Weströmische Reich unterging. Im Westen gab es nun keine staatliche Gewalt mehr, Europa versank im Chaos. Offiziell wäre ja Ostrom zuständig gewesen, doch war dies meistens mit seinem eigenen Überleben beschäftigt. An wen sich also wenden wen man Probleme hatte?
An den, welcher die meiste Zustimmung hat und dies war der Bischof von Rom. 

  • 392

Der Heermeister Stillicho wehrt einen ersten großen Angriff der Hunnen und ihrer Verbündeten an der Donau ab. 

  • 395

Arcadius, Kaiser des Ostens, kündigt den Föderatenvertrag mit den Goten, woraufhin sich diese erheben. Unter ihren König Alarich dringen sie in Griechenland ein, der Gotenzug beginnt. 

  • 396

Flavius Aetius, 396- 454; Reichsfeldherr und Bezwinger der Hunnen auf den Katalaunischen Feldern. 

  • 397

Schlacht von Elis in Griechenland. Der Heermeister Stillicho besiegt die Goten und kann sie zum Verlassen Griechenlands zwingen. 

  • 400 

Die Thüringer (der Stamm der früheren Hermunduren?) beginnen zwischen Weser, Rhein und Elbe ein Reich zu errichten. 

Gleichzeitig lassen sich germanische Söldner zwischen Isar- und Lechmündung entlang des Donaulimes nieder. Diese baiovarii (wohl Männer aus Böhmen) werden zur Keimzelle der späteren Bayern. 

Leo der Große, 400- 61; Papst

  • 406

Der Rhein friert zu. Die Vandalen, Alanen und Sueben ziehen über den Rhein und fallen in Gallien ein. Ein fränkisches Föderatenheer wird vernichtet. 

  • 409

Die Vandalen erreichen Spanien. 

Die Thüringer


Über den Stamm der Thüringer ist, von allen deutschen Stämmen, am wenigsten über seine Entstehung bekannt. Dies dürfte wohl daran liegen, dass die Thüringer, als einziger deutscher Stamm, nie an das Römische Reich gegrenzt hat. Daher hat sich keinerlei schriftliches Zeugnis über sie erhalten. Archäologische Untersuchungen sind daher, für die Frühzeit, unsere wichtigste Quelle. 

Es gibt einige Theorien über die Volkwerdung der Thüringer. Die beiden bekannteren seien hier angeführt. Die ältere Theorie ging davon aus, dass sich die Thüringer aus dem älteren Stamm der Hermunduren entwickelt habe. Die neuere geht davon aus, dass sie sich aus dem gotischen Teilstamm der Terwingen herauskristallisiert hat. Welche zutrifft und ob überhaupt ist nur schwer zu sagen. 

Für die erste Theorie spricht, dass auf dem Gebiet des heutigen Thüringen ursprünglich der ältere Stamm der Hermunduren gelebt hat. Allerdings gibt es von diesem, nach dem Ende der Markomannenkriege 182, keine Nachrichten mehr. Die ersten schriftlichen Erwähnungen der Thüringer datieren aus dem Jahr 400 n. Chr. Von den Grabungsfunden her betrachtet, dürfte Thüringen noch in seiner Königszeit um 500 herum, spärlich besiedelt gewesen sein. Was nicht für eine lange Besiedelungsgeschichte spricht. 

Die zweite Theorie ist da etwas schlüssiger. Insofern nämlich, dass Thüringer, Langobarden und Ostgoten in einem engen Bündnissystem lebten. Durch Abstammung den Goten  verbunden, könnte dies manches erklären. Im Zuge der Völkerwanderung ist es denkbar, dass Teile der Terwingen ein bestehendes Vakuum ausnutzten und nach dem heutigen Thüringen zogen. Auf dem Weg könnten sie noch andere Gruppen aufgelesen und vor Ort, mit Resten älterer Siedler, einen Neuanfang probiert haben. 
Fragezeichen bleiben dennoch.

Fest scheint nur zu stehen, dass die Ethnogenese überwiegend durch Neuzuzug, als durch schon vorhandene Germanen vollzog. 
Wirklich gesicherte Informationen haben wir über die Thüringer erst mit Beginn der Königszeit um 500, mit der Nennung ihres ersten König Namens Bessinus oder Bissinus. Hier kann man eine Parallele ziehen zu den Bayern. Auch von diesen besitzen wir erst gesicherte Kenntnisse nach ihrer Volkwerdung. 

In der Königszeit herrschen die Thüringer in etwa über ein Gebiet das durch die Flüsse Elbe, Saale, Donau und Weser begrenzt wurde. Wie schon oben erwähnt, war das Gebiet allerdings nur spärlich besiedelt, was der Stabilität des Reiches stark zuwider lief. 
Die Selbstständigkeit endete den auch früh. Bereits 531- 33 unterlagen die Thüringer einem fränkisch- sächsischem Angriff. Das Reich wurde zerschlagen, der Norden ging an Sachsen, der Westen an die Franken. Der Rest wurde wohl als tributpflichtiges Land in das Frankenreich integriert.
Allerdings kam es durch diese Zerschlagung zu einem Konzentrationsprozess der Bevölkerung. Zwar gingen 2/3 des Landes verloren, doch die Übriggebliebenen sammelten sich im verbliebenen Land und stärkten damit die Einheit von Land und Stamm. 

Zwar blieb das Land nun Grenzgebiet gegen die Slawen und die Sachsen, wurde aber in seinem Umfang nicht mehr angerührt. Dies war in rechtlichem und kulturellem Sinn sehr förderlich für das Land. Diese Einheit fand auch später deutlichen Ausdruck in der Abfassung des Thüringischen Stammesrechtes unter Karl dem Großen 804 aufgezeichnet wurde.

  • 407

Kaiser Constantinus schließt mit den Burgundern einen Föderatenvertrag ab. 

  • 408

Alarich fällt zum zweiten Mal in Italien ein und belagert Rom. Nach Zahlung eines Lösegeldes zieht er wieder ab. 

Der Römische Heermeister Stillicho wird auf Betreiben des Kaisers Honorius gestürzt und hingerichtet. 

  • 410

Die Westgoten belagern und plündern Rom. Alarich stirbt vor dem geplanten Übergang nach Afrika in Cosenza. Die Westgoten ziehen daraufhin erneut Richtung Gallien ab. 

Severin von Norikum, 410- 82; Glaubensbote und Mönch. 


  • 413

Die Burgunder beginnen sich als foederaten am Mittelrhein nieder zu lassen. Im Zuge dessen, begründen sie ihr erstes Reich. 

Die Westgoten erobern Narbonne in Südfrankreich und beginnen mit ihrer Landnahme in Gallien. 

Im Auftrag Kaiser Honorius´ fallen die Westgoten in Spanien ein um die Alanen und Vandalen zu bekämpfen. 

Erschüttert durch die Plünderung Roms verfasst der Hl. Augustinus De civitate Dei - Über den Gottestaat. 

  • 418

Die Westgoten werden foederaten und lassen sich in Gallien, in Aquitanien, nieder. Mit der Zeit wird Toulouse ihre Hauptstadt, das Toulousianische Königreich entsteht. 

  • 429

Die Vandalen unter Geiserich überqueren die Säulen des Herkules und beginnen mit der Eroberung Nordafrikas. 


  • 431

As Konzil von Ephesus tagt. Da der schwelende Christologische Streit nicht beigelegt werden kann, kommt es zur ersten Kirchenspaltung (Christologie ist die Lehre von der Person, Natur und Bedeutung von Christus). Die Apostolische Kirche des Ostens entsteht. 


  •  433 

Die Unionsformel legt den Chrsitologischen Streit bei ohne in jedoch zu lösen. 

Odoaker, 433- 93; Römischer Heermeister und König von Italien. 

  • 434

Attila, 434- 53; König der Hunnen

  • 436- 43

Durch widerholte Angriffe wird das 1. Reich der Burgunder von den Hunnen zerstört. Die Reste fliehen nach Gallien und begründen das 2. Burgunderreich an der Rhone. 

  • 439

Die Vandalen erobern Karthago und begründen ein eigenes Reich in Nordafrika. 

  • 440

Eurich, 440- 84; König der Westgoten. 

  • 449

Auf der "Räubersynode" von Ephesus bricht der Christologische Streit erneut aus. 

  • 450

Die Landnahme der Angeln, Jüten und Sachsen in Britannien beginnt. 
Auf der Fluch vor den Germanen fliehen viele Briten über den Ärmelkanal und siedeln sich in Aremorica an. Die Bretagne und die Bretonen entstehen. 

Ardarich, Mitte 5. Jahrhundert; Gründer des Gepidenreiches und Bezwinger der Hunnen. 

  • 451

Die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Ein römisch- germanisches Heer unter dem Feldherrn Aetius besiegt erstmals die Hunnen in einer offenen Feldschlacht. Ihr Mythos der Unbesiegbarkeit erlischt. 

Das Konzil von Chalzedon tagt. Die christologische "Definition von Chalzedon" führt zum zweiten dauernden Schisma. In der Folge entstehen die Koptische (Ägypten), Äthiopische, Syrische und die Armenische Kirche. 

  • 454

In der Schlacht am Nedao, einem Fluss in Pannonien, unterliegen die Hunnen einer germanisch- sarmatischen Koalition. Das Hunnenreich zerfällt. Der Anführer des Aufstandes, der Gepide Ardarich, begründet daraufhin das Gepidenreich im pannonisch- karpatischen Raum. 


  • 455

Theoderich der Große, 455- 526; König der Ostgoten.


  • 466

Chlodwig I. 466- 511, König der Franken. 

  • 476

Der letzte Weströmische Kaiser, Romulus, genannt Augustulus, wird abgesetzt. Odoaker ernennt sich zum König von Italien und anerkennt die Oberhoheit von Ostrom. Das Weströmische Reich hört auf zu existieren. 

  • 480

Hl. Benedikt von Nursia, 480- 547/ 60; Mönchsvater und Begründer des Benediktinerordens. 

  • 482

Justinian I., 482- 565; Kaiser von Ostrom. 


  • 483

Anicius Manlius Severinus Boethius, 483- 524; Gelehrter. 

  • 484

Patriarch und Kaiser von Konstantinopel werden beide von Rom exkommuniziert. Es kommt zur ersten Ost- West- Spaltung die bis 518 andauerte. Grundhierfür war der Streit um den Monophysitismus, eine Lehre wonach Christus nur eine Natur hatte. 


  • 486

Bei Soissons besiegt Chlodwig I. den gallo- römischen Feldherrn Syagrius. Damit fällt die letzte römische Provinz und zugleich der gesamte Norden Galliens  an die Franken. 


  • 496

Franken und Burgunder besiegen die Alemannen. Dadurch geraten sie in Abhängigkeit zu den Franken. 

  • 498

Erster, siegreicher, fränkischer Feldzug gegen die Westgoten. 

Chlodwig I. nimmt, getreu seinem Gelübde, den Katholischen Glauben an und lässt sich taufen. 

Dei gratia rex - Von Gottes Gnaden, König


Man sollte nicht meinen, das Gottesgnadentum wäre etwas gewesen, was bestimmten Personen eine Berechtigung zum Regieren verschaffen hätte sollen. Das tut es zwar auch, ist allerdings nicht sein Kern.
Nein, Gottesgnadentum geht in seiner Bedeutung und in seinem Anspruch weit darüber hinaus. Dabei ist weniger wichtig ob dieser Anspruch auch allumfassend erfüllt wurde. Die Faszination liegt darin, einen ethischen, nicht einen machtpolitischen, Herrschaftsanspruch zu etablieren.

Das Urbild des alten Gottesgnadentums im Mittelalter, bildet das Priesterkönigtum, wie es in Salomon und David zum Vorschein kommt. Von den Tagen Konstantins an galt der Kaiser, aber mehr oder weniger auch die übrigen Könige und Fürsten, als vicarius Christi  - als Stellvertreter Christi auf Erden. Dem Gegenüber verstanden sich die Päpste bis ins 13. Jahrhundert als vicarius Petri - als Stellvertreter des Hl. Petrus.
Man sollte sich von dem Gedanken befreien, neuzeitliche Herrscher würden dieses Bild immer noch widerspiegeln. Das tun sie nämlich nicht. Für den neuzeitlichen Herrscher war nämlich das Herrscherideal der Antike maßgebend, und ist es wohl immer noch.
Für das Gottesgnadentum ist jedoch das biblisch- christliche Vorbild maßgebend.
Daher ja auch später der Verfall der Aristokratie in eine Monarchie oder sogar einen Absolutismus. Zwar blieb die Titulatur erhalten, ein Selbstverständnis spiegelte sie aber immer weniger.

Sehr schön wird ersichtlich was gemeint ist, wenn man die Auffassung von Staat im Mittelalter mit der entsprechenden Auffassung aus der Neuzeit vergleicht (die Moderne hat heute noch einmal eine andere Auffassung welche allerdings weiter unten behandelt werden wird).
Das Mittelalter kennt keine innere Trennung von Staat und Kirche. Politisches Handeln im Mittelalter ist immer auf die christliche Religion ausgerichtet. Der Herrscher tut was er tut nicht aus Machvollkommenheit, sondern weil er von einem ethischen Standpunkt aus agiert. Da diese christliche Ethik überall das gleiche Fundament hatte, und dieses auch überall bekannt war, war es für einen mittelalterlichen Herrscher eben kaum möglich aus rein machtpolitischen Gründen zu handeln. Er hatte dazu schlicht keine Legitimation! 
Die Bezeichnung Gottesgnadentum stammt von der Krönungsformel dei gratia rex - von Gottes Gnaden, König. Allgemein sollte man sich das Gottesgnadentum wie  ein Priesterkönigtum vorstellen. Die Verbindung geistlicher und weltlicher Herrschaft in einer Funktion. 

So ist auch verständlich, warum im Mittelalter jede Herrschaft den Nimbus des Heiligen umgibt. Der Herrscher ist nicht einfach Herrscher sondern weit mehr. Erst das Hochmittelalter wird mit der Trennung von Kirche und Staat beginnen. Als Investiturstreit wird diese Bewegung in die Geschichte eingehen. 

  • 6. Jahrhundert

Die Slawen beginnen, von den Awaren getrieben, gen Westen zu ziehen. 

Beginn der Christianisierung der Bajuwaren, Alemannen und Thüringer. 

  • 500

Chlodwig besiegt die Burgunder bei Dijon. 

  • 505

Belisar, 505- 65; byzantinischer Feldherr. 

  • 506 

Die Franken besiegen die Alemannen erneut. Das linksrheinische Gebiet wird von den Franken annektiert. Der rechtsrheinische Rest wird als Alemannien tributpflichtiger Teil des Reiches. 

König Alarich II. erlässt die Lex Romana Visigothorum, das Recht der Romanen im Westgotenreich. 

  • 507

Chlodwig I. besiegt die Westgoten und erobert Südgallien (Aquitanien) bis auf Septimanien (das Gebiet um Narbonne in Südfrankreich). Die Westgoten ziehen sich daraufhin nach Spanien zurück und errichten dort das toledanische Königreich (nach der neuen Hauptstadt Toledo). 

Seit Theoderichs Zeiten ist die militärische Nutzung der Engelsburg gesichert. 

  • 509

König Chlodwig I. erlässt die Lex Salica (das Recht der salischen Franken). 

  • 511

Theoderich der Großen wird zum König der Westgoten erhoben um diese vor dem Zugriff Chlodwigs zu schützen. 

  • 523

Die Franken ziehen erneut gegen Burgund. Der Burgunderkönig Sigismund wird samt seiner Familie ermordet. 

Die Alemannen


Die Alemannen, oder Alamannen, waren ein germanischer Stamm, welcher vermutlich im 2. Jahrhundert entstand. Zugleich ist er auch der älteste der deutschen Stämme, also jener Stämme, welche später mein deutsches Volk bilden werden. 
Der ältere Kern dieses Stammes, dürfte durch die älteren Sueben gestellt worden sein. Was auch naheliegend sein dürfte, das Wort Schwaben stammt ursprünglich von Sueben ab. Doch auch andere Stammessplitter haben sich im Lauf der Zeit in den neun Stamm integriert. Genau lässt sich dies allerdings nicht festmachen, da schriftliche Quellen aus dieser Zeit völlig fehlen. 

Ins Licht der Geschichte tritt der neue Stamm um 250 herum, als er beginnt das Dekumatland zu verheeren. Ihre Vorstöße ins Elsass und nach Rätien werden allerdings noch abgewehrt. Nach widerholten Einfällen ins Römische Reich erreichen sie um 480 herum ihre größte Machtstellung. Kriegszüge führen sie bis nach Troyes in der Champagne und nach Passau in Bayern. 
Doch 496 werden sie von den verbündeten Franken und Burgundern bezwungen und geraten in Abhängigkeit zu den Franken. Wohl nach einem Aufstand werden die Alemannen 506 endgültig von den Franken besiegt. Als ein fränkisches Herzogtum, Dukat genannt, wird Alemannien Teil des Frankenreiches. Nun setzen auch eine organisierte Besiedelung und Christianisierung ein. 
Bis ca. 650 werden die Herzöge von den Franken ernannt, bis sich das Geschlecht der Agilolfinger als erbliche Herzogsdynastie durchsetzt. Mit der Schwäche des fränkischen Königtums im 7. Jahrhundert, konnte die Alemannia eine selbstständigere Politik betreiben. So losgelöst wie Bayern konnten sie allerdings nie handeln, da sie dafür dem fränkischen Kerngebiet zu nahe waren. 

Eine kulturelle Besonderheit der Alemannen waren die Goldblattkreuze, welche als Grabbeigabe den Toten ab dem 7. Jahrhundert mitgegeben wurden. Eine Sitte, welche sie vielleicht von den Langobarden übernommen haben dürften. Und ein gutes Zeugnis für die recht rasche Christianisierung des Landes. 

Im Jahr 746 machte König Pippin der Jüngere mit den Unabhängigkeitsbestrebungen des Dukats kurzen Prozess. Die Alemannen wurden erneut unterworfen. Auf dem Gerichtstag von Canstatt, dem heutigen Stadtteil Stuttgarts, Bad Cannstatt, wurde der Groteil des alemannischen Adels wegen Hochverrats hingerichtet. 
In der Folge wurde der Dukat aufgelöst und in Grafschaften eingeteilt. Doch ähnlich wie auch bei den Thüringern, blieb die rechtliche und kulturelle Einheit gewahrt. Dadurch konnte das Land zur Keimzelle des späteren Herzogtums Schwaben werden. 

  • 524

Bei Vezeronce, östlich von Lyon, wehren die Burgunder einen erneuten fränkischen Angriff ab. 

Während er auf seine Hinrichtung wartet verfasst Boethius den Trost der Philosophie. 

  • 526

Ende der Antike, Beginn des Mittelalters. 

Alboin, 526- 73; König der Langobarden und Begründer des Langobardenreiches.