Annales de historia et praehistoria nationis Teutonicorum

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Pars Secunda 


Annalen der Geschichte und Vorgeschichte des Deutschen Volkes
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Zweiter Teil

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Das Mittelalter


Einen genauen Übergang von einem Zeitalter zu einem anderen gibt es so nicht. Diese Prozesse sind langwieriger Art, weswegen man höchstens einen Mittelwert angeben kann. Ein zentrales Datum um das herum sich dieser Übergang vollzog. 

Als Anfangspunkt kann man die Absetzung des letzten Weströmischen Kaisers Romulus annehmen. Dieser wurde als 16jähriger von seinem Vater zum Kaiser proklamiert. Sein Vater wurde allerdings von Odoaker geschlagen und fiel in der Schlacht. Daraufhin wurde Romulus abgesetzt und wohl nach Kampanien verbannt. Odoaker ernannte keinen Nachfolger, sondern nahm den Titel eines Königs von Italien an und unterstellte sich der Oberhoheit Ostroms. 
Als Endpunkt kann man den Zug der Langobarden nach Italien 568 annehmen, der zugleich auch als Enddatum der germanischen Völkerwanderung zu sehen ist. 

Mit dem Tod Theoderichs des Großen im Jahr 526, stirbt auch der letzte Germanenherrscher welcher Ostrom noch als Rechtsnachfolger des Weströmischen Reiches ansah. Seit Chlodwig I. den römischen Feldherrn Syagrius besiegt hatte, gab es keine rein römische Herrschaft mehr im Westreich. Überall sonst herrschten Germanen, Angelsachsen in England, Franken in Gallien, Westgoten und Sweben in Spanien, Ostgoten in Italien und Vandalen in Nordafrika. 

Zwar erneuerte Kaiser Justinian I. noch einmal das Römische Reich, doch blieben seine Eroberungen letztlich Intermezzo. Das Weströmische Reich war und blieb Geschichte. 

Auch Chlodwig I. kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Einerseits legte er mit der Errichtung des Frankenreiches den Grundstein für mehrere Staaten und Völker der Gegenwart. Andererseits schuf er durch seinen Übertritt zum Katholischen Glauben die Grundlage zur geistigen Einigung seines Reiches. Und damit die Grundlage unserer heutigen Abendländischen Kultur. 
In diesem rund 100 Jahren vollzieht sich also der Umbruch von der Antike zum Mittelalter. 
Außerdem hätten wir sonst noch ein weiteres Problem. Nehmen wir den Beginn des Mittelalters zum Beispiel mit der Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahr 800. Dadurch stellt sich die Frage, was den das für eine Zeit gewesen sein soll zwischen dem Ende Westroms und der Erneuerung der Reichsidee durch Karl. 

Zuletzt möchte ich noch einen theoretischen Punkt ansprechen. 
Es gibt das Mittelalter nur in Europa, genauer gesagt in Westeuropa. Mittelalter bezeichnet nämlich nach meiner Auffassung keine bestimmte Zeitepoche, sondern vielmehr eine Kulturepoche. Daher sollte die kulturelle Entwicklung das Maß der Betrachtung sein. So sie das ist, kann es ein Mittelalter als Kulturepoche nur in Westeuropa gegeben haben. Und dessen Wurzeln liegen im Wirken Chlodwigs und Theoderichs. 

  • 529- 31 

Die Franken ziehen erneut gegen die Thüringer. 

  • 529- 35

Kaiser Justinian I. lässt den Corpus Iuris Civilis, eine Sammlung des gesamten Römischen Rechtes, abfassen. 

  • 529- 450

Gründung des Klosters Monte Cassino. Der Hl. Benedikt von Nursia verfasst seine Mönchsregel die Regula Benedicti. In der Folge wird sie zur "Gründungsurkunde" des abendländischen Mönchtums werden. 

Das Mönchtum


Das christliche Mönchtum hat im Eremtitentum seine Wurzel. Im 3. Jahrhundert entstand diese Bewegung, zuerst in Ägypten, später in Syrien und Kleinasien. Zwei der bedeutendsten Vertreter des Anachoretentum genannten, christlichen Lebensform waren der Hl. Ammun und der Hl Antonius der Große. Der große Zulauf führte seit im 4. Jahrhundert zum Entstehen des Koinobitentum (sprich Zönobitentum). Eremiten schlossen sich zu gemeinsamen Leben und Gottesdienst zusammen. Um 320 gründete der Hl. Pachomius in Ägypten die erste dieser Mönchsgemeinschaften. 
Wirkmächtig wurden die Schriften des Hl. Bischofs Basilius von Caesarea (gest. 379), welche bis heute das Fundament des Mönchtums in der Orthodoxie bilden. 
Für die Abendländische Kirche wurden, neben vielen anderen, vor allem die drei Hll. Augustinus, Benedikt und Kolumban der Jüngere von herausragender Bedeutung. Nachdem mehrere Jahrhunderte hindurch mehrere Regeln und auch Mischregeln bestanden, waren es die Synoden von Aachen in den Jahren 816 und 817, welche die Benedikt- Regel als maßgeblich für alle Klöster im Frankenreich erhob und festschrieb. 

Da aber auch das Mönchtum immer wieder kompromittiert wurde, wie alles was von Menschenhand ist, entstanden immer wieder Reformbewegungen und - orden. 
Beispielhaft sei hier nur auf die Cluniazensische Reform des 10. Jahrhunderts und den Zisterzienserorden (Gründung von Citeaux 1098 in Burgund) verwiesen. 
Als mit dem mittelalterlichen Städteboom seit dem 12. Jahrhundert, die Städte massiv an Zahl und Umfang zunahmen, entstanden neue Probleme und Forderungen und auch Lösungen. Denn die "alten" Orden waren auf das Land zugeschnitten und hatten demzufolge nur wenig mit den Städten zu tun. Ihr Ziel lag und liegt darin ein weltabgewandtes Leben zu führen und Gott zu dienen. Was sich nur schwer mit pulsierenden Städten vereinen lässt. 

So entstanden aus der Armutsbewegung die Bettelorden, welche sich nun im Gegensatz zu den alten Prälatenorden nicht mehr auf dem Land sondern in den Städten nieder ließen. 1218 wurde der Dominikanerorden bestätigt, 1233 der Franziskanerorden. Neu war auch die Entstehung von so genannten Terziaren als einem 3. Orden neben den klassischen Männer- und Frauenorden. Deren Angehörige versuchten und versuchen, das Ideal einer vita apostolica et evengelica in Familie und Beruf zu verwirklichen. Mit der Zeit entstanden aus verschiedenen Gründen immer mehr solcher Orden wie z. B. die Karmeliter, Kapuziner, Augustiner- Eremiten, usw. 

Neue Impulse erhielt das Mönchtum durch Reformation, Gegenreformation und das Konzil von Trient 1545- 63. 
Nun entstanden Orden, welche sich verstärkt der Welt- und Volksmission, der Erziehung, der Krankenpflege sowie den Wissenschaften widmeten. Als Beispiele seien hier die Ursulinen 1535, die Jesuiten 1540, die Barmherzigen Brüder 1586 und die Englischen Fräulein 1610 genannt. 

Eine epochale Zäsur stellt die absolute Kulturschwelle der Industrialisierung dar. So erlebte das Mönchtum in Europa vom 18. - 21. Jahrhundert teilweise massive Einbußen und Rückschläge. 
Führte allerdings auch zu einem wahren Ordensboom ab dem 19. Jahrhundert. So entstand das christliche Vereinswesen in dieser Zeit, die Gesellschaften des apostolischen Lebens genauso wie eine Vielzahl von Frauenorden. Als letztes kamen die Säkularinstitute dazu. Säkularinstitute sind im Grunde 3. Orden nur ohne Orden, das Ziel jedoch ist das Gleiche. 

Bis heute bleibt dabei das Gemeinsame das bestimmende Thema. Nicht die Suche nach GOTT durch den Einzelnen, sondern die Hingabe an GOTT in der Gemeinschaft sind das zentrale Thema. 
Oder, um es so zu formulieren wie jemand einmal gesagt hat. Das Mönchtum ist die einzige kommunistische Lebensform die je funktioniert hat. Ein Gedanke mit einem gewissen Reiz! 

  • 530

Erstmals werden die Bayern namentlich genannt. 

  • 531

Die Franken ziehen gegen die Thüringer und besiegen diese in der Schlacht and er Unstrut. Thüringen wird Teil des Frankenreiches. Durch diesen Sieg entsteht die Francia orientalis, Ostfranken, welches später zur Keimzelle des Herzogtums Franken werden wird. Dies wurde möglich, da der südlichere Teil von den Franken annektiert wurde, während zugleich der nördliche Teil von den mit den Franken verbündeten Sachsen annektiert wurde. 

  • 532

Die Franken besiegen Burgund endgültig. Bis 534 wird Burgund ein Teil des Frankenreiches. 

  • 533- 35

Der oströmische Feldherr Belisar erobert das Vandalenreich in Nordafrika. 

  • 535- 55

Amalaswintha, die Tochter und Erbin Theoderichs des Großen wird durch eine Intrige entmachtet und ermordet. Kaiser Justinian benutzt den Vorfall um Italien aus gotischer Hand zurück zu erobern. Belisar besetzt Sizilien. Beginn der Gotenkriege. 

Die Gotenkriege Justinians beenden die Spätantike in Italien. 

  • 536

Der Gotenkönig Wittigis tritt die ostgotischen Gebiete in Gallien an die Franken ab um freie Hand gegen Byzanz zu haben. Die Provence wird Teil des Frankenreiches. 

Neapel und Rom werden von Belisar erobert. 

  • 539 

Bayern wird ein Vasall des Frankenreiches. 

  • 540

Der oströmische Feldherr Belisar wir aus Italien abberufen. Den Umstand nutzend, beginnt König Totila mit der schrittweisen Rückeroberung Italiens. 


  • 542

Totila, 542- 552; König der Ostgoten. 

Hl. Kolumban der Jüngere, 542- 615; Klostergründer und Missionar. 

  • 550 

Bei Sena Gallica in der Nähe von Ancona, wird die Flotte der Westgoten von den Byzantinern vernichtend geschlagen. 

  • 552 

Der Byzantinische Feldherr Narses besiegt König Totila in der Schlacht von Tadinae südlich von Ravenna. 

  • 553

Das II. Konzil von Konstantinopel tagt. 

In der Schlacht am Milchberg südlich von Neapel werden die Ostgoten endgültig besiegt. 



  • 555 

Garibald I. ist der erste bayrische Herzog welcher namentlich genannt wird. 

  • 561 

Erstmals wird das Reimser Teilreich (nach seiner Hauptstadt Reims) als Auster, Austrasien oder Ostreich, bezeichnet. 

  • 562

König Sigibert I. besiegt die Awaren bei Regensburg und stoppt damit zunächst ihr weiteres Vordringen nach Norden und Westen. 

  • 566

Alboin, 566- 573; König der Langobarden. 


  • 567- 68 

Die Awaren zerstören das Gepidenreich im heutigen Rumänien und lassen sich in der pannonischen Tiefebene nieder. Die Langobarden, als ehemals Verbündete der Awaren ziehen daraufhin nach Italien ab. 

  • 572

Die Langobarden erobern Pavia das sie zu ihrer neuen Hauptstadt machen und ein eigenes Reich im Norden Italiens gründen. 
Die germanische Völkerwanderung ist zu Ende. 

  • 590 

Das Bistum Säben, das heutige Bistum Bozen- Brixen entsteht in Südtirol. 

Gregor I. der Große, 590- 604; Papst, Kirchenlehrer und Kirchenvater. 

  • 595 

Der irische Heilige, Kolumban der Jüngere schreibt die Regula Monachorum, die Regel für Mönche. 

  • 7. Jahrhundert

Die Mönche beginnen durch Abschrift das Wissen der Antike zu bewahren. 

Durch die zweite Lautverschiebung entsteht das Althochdeutsche. Gleichzeitig beginnt die Volkwerdung meines deutschen Volkes. 

Die Volkwerdung des deutschen Volkes


Natürlich ist mir bewusst, dass jedes Volk gerne älter wäre als alle anderen. Und wer denkt diese Frage wäre heute irrelevant, der irrt sich gewaltig. 

Wie oben bei den Bajuwaren bereits angesprochen und angeklungen, ist eine Volkwerdung nichts, was mal auf die Schnelle passiert. Vielmehr muss man bei einer Volkwerdung mit einem Zeitraum von 4- 6 Generationen, also 100- 150 Jahren rechnen. Dies bedeutet, dass man von einem voll ausgebildeten deutschen Volk erst um 750 sprechen kann. Dies wird noch dadurch erhärtet, wenn man sich Synodalakten aus jener Zeit ansieht. In ihr kommen oftmals althochdeutsche Wörter und Orts- und Flurnamen vor. Als Beispiele seien hier das Concilium in Austrasia habitum quid digitur Germanicum oder die Notitia Arnonis genannt. Dies kann allerdings nur sein und Sinn ergeben. wenn ein dazugehöriges Volk oder ein in der Entstehung befindliches Volk besteht, das diese Worte auch versteht. Warum sie sonst verwenden?
Ich möchte allerdings noch auf etwas anderes in diesen Akten hinweisen. In ihnen kommt oft die Bezeichnung "theodisc" vor. Oft wird angeführt, dass diese Bezeichnung aus dem Germanischen stammt und soviel wie volkssprachlich bedeutet. Daher wäre in den Akten nur von einer germanischen Volkssprache und nicht von einer deutschen Sprache die Rede. Nun ist die Herleitung auch richtig, das Wort bedeutet sehr wohl volkssprachlich. Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass diese Akten in Latein abgefasst wurden, Im Lateinischen bedeutet vulgari vocabulo, oder ähnlich, volkssprachlich. 
Warum einen germanischen Ausdruck in einer ansonsten lateinischen Akte verwenden? Dies macht nur Sinn, wenn das Wort theodisc eine Eigenbezeichnung ist. Ansonsten hätte ja eine lateinische Bezeichnung völlig gereicht. 

Für die Volkwerdung meines Volkes sind drei Punkte maßgebend. Erstens die Lautverschiebung ab dem 7. Jahrhundert. Zweitens, die fränkischen Teilreiche. Und Drittens, die ethnischen, kulturellen und sprachlichen Gemeinsamkeiten der einzelnen Stämme. 

Die Lautverschiebung, die sich von Süd nach Nord ausbreitete, erfasste zunächst nur die deutschen Stämme innerhalb des Frankenreiches. Betraf also zunächst nur die Alemannen, Bajuwaren, rheinischen Franken und die Thüringer. Die Sachsen und Friesen wurden erst im 9. Jahrhundert vollständig assimiliert. Da beide außerhalb des Frankenreiches siedelten, hatte die Lautverschiebung nur eine verzögerte und langsamere Wirkung auf sie. Was dann wohl auch der Grund ist warum sich in Niederdeutschland Dialekte und Sprachen wie Plattdeutsch oder Niederdeutsch gehalten haben. 

Bei den Franken herrschte die Sitte das Erbe unter allen gleichmäßig zu teilen. Daher entstanden im Lauf der Zeit drei Teilreiche innerhalb des Frankenreiches. Diese waren Austrien, Neustrien und Franko- Burgund. Zwar änderten sich die genauen Grenzen immer wieder, doch blieben die Kernräume erhalten. Und das ist entscheidend! Denn dadurch konnte sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln aus dem später eben auch mein Volk entstand. Übrigens entstanden dadurch auch die Sprachen Okzitanisch und Provenzalisch, welche auch heute noch gesprochen werden. 
So war es denn auch möglich, dass sich in Austrien (Ostreich) das deutsche Volk entwickeln konnte. Alle Stämme lebten über Jahrhunderte zusammen und wuchsen auch zusammen. 
Ähnlich war es in Neustrien (Neureich) in welchem das Französische Volk entstand. In Franko- Burgund wurde die Grundlage gelegt für die späteren Königreiche Arelat und Burgund. Mit Provenzalisch entstand dort eben auch eine eigene Sprache. Das Okzitanisch in Auquitanien entstand dadurch, dass der Südwesten des Frankenreiches ebenfalls als Großteils geschlossenes Gebiet immer wieder zu unterschiedlichen Herrschaften gehörte. Aber als Territorium praktisch unversehrt blieb. Man sieht also, die Entstehung meines Volkes ist kein Wunschtraum romantischer Nazis sondern Fakt. 
Schließlich wird das Zusammengehörigkeitsgefühl dieser vier Gebiete so groß werden, dass der Adel sogar auf den territorialen Erhalt der Teilreiche gegenüber den Herrschern bestehen konnte. 
Einzig in dem Jahrhundert von der Machtübernahme Pippins III. im Jahr 751 bis zum Tod Ludwigs des Frommen 840 wurde noch einmal ein geeintes Reich geschaffen. Doch waren die zentrifugalen Kräfte bereits zu stark um ein einzelnes Reich auf Dauer zu erhalten. 

Wir Deutschen entstanden als Volk wohl früher als die übrigen Völker des Frankenreiches. Weniger weil mir das so gefällt sondern schlicht auf Grund der Tatsache, das wir nicht in Gallien entstanden, sondern im alten Germanien. Daher mussten nur germanische Stämme zusammenwachsen. Diese waren ethnisch, kulturell und sprachlich allerdings schon durch viele Gemeinsamkeiten verbunden. Anders in Gallien wo verschiedene germanische Völker und Romanen erst zueinander finden mussten. Was oft nicht leicht war. 

Historia Pars:


Mit dem Entstehen meines Volkes beginnt unser Eintritt in die Geschichte. Denn eine Geschichte von etwas kann es nur geben, wenn dieses Etwas selbst besteht. Aber man sollte sich sowas nicht als plötzlichen Eintritt vorstellen, wie ja schon oben ausgeführt wurde. Vielmehr beginnt nun das Werden unserer Altvorderen, unsere Geschichte. 
Was mir auch am Herzen liegt, weil es oftmals für Verwirrung sorgt, ist, Festzuhalten, dass die Germanen unsere Vorfahren sind. Allerdings sind Germanen und Deutsche nicht dasselbe. Man müsste ja dann auch zurecht fragen, was dann mit den Engländern, Holländern, Dänen, Flamen, usw. wäre. Statt dessen sehe ich es eher so, das die Germanen unsere Eltern waren. Und die germanischen Völker sind ihre Kinder. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. 

  • 600

Das Bistum Augsburg in Bayern wird wiedererrichtet. 

  • 610

In der Schlacht von Liezen in der Steiermark erleiden die Bayern eine schwere Niederlage gegen Awaren und Slawen. Dadurch kam die bayrische Besiedelung des Ostalpenraumes de facto zum Stehen. Neue Grenze wurde in etwa die Linie Hohe Tauern- Ennstal. 

Im gleichen Jahr fallen die Awaren zu Raubzügen in Friaul in Norditalien ein. 

  • 612

Der irische Einsiedler Gallus errichtet im Steinach- Hochtal in der Schweiz eine Einsiedelei. Sie wird in der Folge zur Keimzelle des späteren Klosters und heutigen Bistums St. Gallen. 

  • 613

Die Lex Ribvaria, das Recht der rheinischen Franken und der Pactus Alamanorum, das Alemannische Recht entstehen bis 625. 

  • 614

Auf dem Konzil von Paris werden erstmals Bischöfe von Worms und Speyer genannt. 

Bei der Eroberung Jerusalems durch die Perser wird die Grabeskirche schwer beschädigt. 

  • 623

Die Schwäche der Awaren, nach ihrer schweren Niederlage vor Konstantinopel im Jahr zuvor,  ausnutzend, erheben sich die Slawen im Westen ihres Einflussgebietes. Bis 630 gelingt es ihnen unter ihrem Anführer Samo, einem Franken, ein geschlossenes Reich von Böhmen bis zur Adria zu errichten. Nach Samos Tod erlischt dieses Reich allerdings nach 660 schnell wieder. 

  • 632

Tod des Propheten Mohammed. Unter dem Kalifen Omar I. beginnt die islamische Expansion, der Arabersturm. 

  • 635

Pippin der Mittlere, 635- 714; fränkischer Hausmeier. 

  • 639

Nach dem Tod König Dagoberts I. übernehmen die Hausmeier die tatsächliche Macht im Frankenreich. Die Merowinger werden immer mehr zu Schattenherrschern. Hausmeier war sowas wie ein oberster Verwalter im Haus des Königs. 

  • 643

König Rothar erlässt das Edictum Rothari, das Recht der Langobarden. 

  • 650

Bayrische Siedler lassen sich erstmals in der Gegend von Bozen nieder. 

Rupert von Salzburg, 650- 718; Bischof von Worms, Abt von St. Peter, Missionar, Klostergründer, Patron des Landes Salzburg. 

  • 652

Der Hl. Emmeram von Regensburg stirbt den Märtyrertod. 


  • 658

Willibrord, 658- 739; Missionar und Abt. 

  • 659

Das Kloster Maurmünster im Elsass wird gegründet (1792 säkularisiert). 

  • 663

Hl. Erentrudis von Salzburg, 663- 718; Erste Äbtissin des Klosters Nonnberg und Landespatronin von Salzburg. 


  • 674

Bonifatius, 674- 755; der Apostel der Deutschen, Missionserzbischof, päpstlicher Legat, Bischof von Mainz und Utrecht. 

  • 680

In der Langobardengeschichte des Paulus Diaconus wird erstmals Bozen als Bauzanum erwähnt. 

Korbinian von Freising, 680- 729; Erster Bischof von Freising und Patron der Erzdiözese München- Freising. 

  • 680- 81

Das III. Konzil von Konstantinopel tagt. Auf ihm wurde der Monotheletismus verworfen. Der Monotheletismus ging davon aus, dass Christus zwar zwei Naturen, aber nur einen Willen hatte. 

  • 688

Karl Martell, 688- 741; fränkischer Hausmeier. 

  • 689

Pippin besiegt die Friesen und annektiert Westfriesland, was in etwa den heutigen Niederlanden entspricht. 

Otmer von St. Gallen, 689- 759; Gründer und erster Abt des Klosters St. Gallen. 

  • 690

Die Hl. Odilia vom Elsass gründet das Kloster Odilienberg (1790 säkularisiert, 1853 wieder besiedelt). 

  • 696- 717

Der Hl. Rupert wirkt in Salzburg. 


St. Rupert

Ursprünglich dürfte der Hl. Rupert als Missionar nach Bayern gekommen sein. Ob allerdings freiwillig oder gezwungenermaßen ist heute nicht mehr mit Sicherheit zu sagen. Eigentlich war er ja Bischof von Worms. Und einem Bischof ist es eigentlich untersagt grundlos seine Diözese zu verlassen. Und er hielt sich ja doch 20 Jahre im Ausland auf. 

Von Regensburg aus machte sich St. Rupert auf den Weg die Donau abwärts und kam wohl bis nach Lauriacum, dem heutigen Lorch. Der Grund war wohl die Mission der Awaren und Slawen. Allerdings zieht er schnell von dort wieder fort und wandert weiter westwärts. 
Im Salzburger Land gründet er im heutigen Seekirchen am Wallersee eine erste Kirche. 
Nach Verhandlungen mit der Herzogsfamilie werden ihm Salzquellen in Reichenhall und die verfallene Römerstadt Juvavum geschenkt. Hier dürfte St. Rupert auf romanische Christen gestoßen sein, welche im Salzburger Becken und im Alpenvorland noch geschlossen siedelten. Zugleich dürfte es auf dem Festungsberg eine herzogliche Pfalz gegeben haben. Seit römischer Zeit ist die Bebauung des Festungsberges mit einem Kastell verbürgt. In einer chaotischen und kriegerischen Zeit wie der Völkerwanderungszeit und dem frühen Mittelalter, ein nicht zu unterschätzendes Argument. Darüber hinaus ist der Aufenthalt bayrischer Herzogssöhne in Salzburg verbürgt. Was nur unter dem Aspekt der Sicherheit einen Sinn machen würde. 

In der heutigen Stadt Salzburg gründete St. Rupert vor 700 das Kloster St. Peter, das älteste noch bestehende Kloster auf deutschem Boden. Ob er es erneuerte oder komplett neu gründete lässt sich nicht mehr klären. Denn aus der Lebensgeschichte des Hl. Severin wissen wir das es um 470 in Juvavum bereits ein Kloster gab. Die Grabungsgeschichte der heutigen Erzabtei hat ebenfalls gezeigt, dass die Krypta des Klosters bis ins 5. Jahrhundert zurück datiert. 
Um 712 gründet er die Maximilianszelle, das heutige Bischofshofen, als Missionszentrum für die Slawen, welche damals bis zu den Tauern siedelten. 
Zwischen 712 und 716 gründet er das Marienkloster Nonnberg, das älteste bestehende Frauenkloster auf deutschem Boden, wenn nicht sogar weltweit. Erste Äbtissin wurde die Hl. Erentrudis, welche wohl seine Nichte war und heute die dritte Landespatronin des Landes Salzburg ist. 

Durch das Wirken des Hl. Rupert tritt Salzburg aus dem Dunkel der Völkerwanderungszeit. Drei Punkte sind dabei die wichtigsten gewesen. Zum einen die Schenkung von Solequellen in Reichenhall und die großen Waldschenkungen Innergebirg (das Land Salzburg südlich des Pass Lueg). Sie statteten die Salzburger Kirche und später das Bistum finanziell aus. 
Das Zweite war die Schenkung der verfallenen Römerstadt, sodass ein Ort existierte auf welchem man ungestört bauen konnte. So konnte ein Zentrum geschaffen werden, von welchem aus man alles was nötig war organisieren konnte. 
Als Drittes ist die Unterstützung sowohl der Herzogsfamilie, als auch der Romanen vor Ort zu nennen. Ohne diese Unterstützung wäre es wohl kaum möglich gewesen, innerhalb eines Jahrhunderts, aus einem Trümmerfeld ein blühendes Land zu machen. 

Um 717 kehrte St. Rupert wieder nach Worms zurück, wo er kurz darauf verstarb. 
Anlässlich der Weihe des ersten Doms von Salzburg im Jahr 776 durch den Hl. Virgil, wurden seine sterblichen Überreste in einem feierlichen Zug von Worms nach Salzburg überführt. Am 24. September, dem heutigen Landesfeiertag, wurde er im Dom beigesetzt, wo er seither ruht. 

  • 698

Der Hl. Rupert gründet das heutige Kloster St. Peter in Salzburg. 

Das Kloster Echternach wird gegründet (1794 säkularisiert). 

  • 700

Der Hl. Erhard stirbt in Regensburg. 

Herzog Heden II. von Mainfranken stiftet ein Kloster auf dem Würzberg, der heutigen Marienburg. 

Die Übertragung der Anteile an den Solequellen in Reichenhall, stellt auch die älteste Erwähnung der Reichenhaller Salzproduktion dar. 

St. Virgil, 700- 84; Glaubensbote und Bischof von Salzburg, Zweiter Landespatron des Landes Salzburg. 

  • 706

Die älteste erhaltene Steinkirche Deutschlands auf dem Marienberg wird fertig gestellt. 

  • 710

Lullus, 710- 86; Erster Erzbischof von Mainz und Missionar. 

  • 711

Durch Verrat siegen die Sarazenen in der Schlacht von Guadalete in Südspanien über die Westgoten. Bis 714 erobern sie fast ganz Spanien. Zu Ehren des islamischen Feldherrn Tarik, wird der Ort der Landung in Spanien Dschebel al Tarik benannt, Fels des Tarik, Gibraltar. 

Der Arabersturm erreicht Europa


Die islamische Expansion, auch Arabersturm genannt, war einer der gewaltigsten Eroberungszüge der Geschichte. Wurde die arabische Halbinsel von Mohammed selbst zum neuen Glauben bekehrt, so begann nach seinem Tod im Jahr 632 ein Expansionsstreben, welches streng genommen bis heute nicht geendet hat. 
Die beiden damals mächtigsten Reiche des Nahen Osten, das Byzantinische Reich und das Sassanidenreich im heutigen Iran, lagen seit Generationen im Konflikt miteinander. Diesen Konflikt ausnützend war es für den Islam leicht sich schnell auszudehnen. 

Zwischen 632 und 638 fällt das Heilige Land, vom Golf von Akkaba bis Antiochia in die Hand des Islam. Zwischen 640 und 644 wird das Sassanidenreich erobert. 642 fällt Alexandria, Tripolitanien 647, Zypern 649, Armenien wird 653- 55 erobert. 664 wird Kabul erobert, 670 wird Konstantinopel erstmals belagert und es beginnt die Eroberung des Mahgreb. 674- 78 wird Konstantinopel ein zweites Mal belagert. Nach 10jähriger Belagerung kapituliert Karthago 698. 711- 14 wird das Westgotenreich im heutigen Spanien erobert, 712 Samarkand erobert und islamische Truppen überqueren erstmals den Indus. 7171- 18 wird Konstantinopel ein drittes Mal belagert. Die Balearen werden 798 erobert, Kreta 823, Sardinien und Sizilien 827. Rom wird 846 erstals belagert, Malta fällt 870, Ragusa wird 868 erobert, Aquileja 875 geplündert und Rom 878 ein drittes Mal belagert. 

Diese Auflistung, welche nur die großen Eroberungszüge zeigt, sei all jenen gewidmet welche in geschichtsfälschender Weise immer die Kreuzzüge des ach so bösen Christen geißeln, jedoch die seit Jahrhunderten bestehenden Unterdrückungen und Bedrohungen durch den Islam verharmlosen oder gar verschweigen. Nicht wir haben das Schwert gezogen!

Speziell in Süditalien und Südfrankreich errichten die Moslems, damals als Sarazenen oder Mauren bekannt, über Jahrzehnte und Generationen Stützpunkte, von welchen aus sie das umliegende Land plünderten und ausraubten (das Wort Razzia kommt aus dem Arabischen und bedeutet Raubzug). Diese Stützpunkte werden erst im 10. Jahrhundert endgültig beseitigt sein. Der letzte dieser Stützpunkte in der Provence wird 972 zurück erobert. 
Dazu kamen die Piraten, welche, von Nordafrika aus, die nächsten 11 Jahrhunderte hindurch die christlichen Küsten heimgesucht haben. Zweck war es zu rauben und Sklaven zu fangen. Dies endete erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit der Beschießung und Zerstörung von Algier, dem größten Sklavenmarkt Nordafrikas, im Jahr 1816 und der Seeschlacht von Navarino 1827! 

Dem Untergand entging Europa aus drei Gründen. 
Der erste, durch die Gnade GOTTES. 
Der zweite, ist die Uneinigkeit der Moslems untereinander. Diese Uneinigkeit, die dazu führt, dass sich die Moslems oft bis aufs Messer untereinander bekriegen, reduzierte ihre Schlagkraft immer wieder. 
Der dritte war das Frankenreich. Im Gegensatz zu Byzanz und dem Sassanidenreich war das Frankenreich ein in sich stabiles Reich, das auch nicht durch jahrzehntelange Kämpfe zermürbt war. 

  • 718

Die Schlacht von Covadonga in Nordspanien. Erstmals seit der Eroberung des Westgotenreiches durch die Sarazenen im Jahr 711, gelingt ein christlicher Sieg. Obgleich nur ein lokaler Erfolg, führt er zur Bildung des christlichen Königreiches Asturien. Die Reconquista beginnt. 

Die Reconquista

Reconquista ist spanisch und bedeutet soviel wie Rückeroberung. Sie beginnt mit der Schlacht von Covadonga, welche 719 oder 720 stattfand. Nicht nur war sie der erste christliche Sieg über die Moslems, sondern sie sicherte auch das Überleben des letzten christlichen Territoriums, dem späteren Königreich Asturien. Die Wirkung dieses Dämpfers wurde auch dadurch gesteigert, dass Asturien für Wüstensöhne eine sehr uninteressante Gegend ist. Unwirtlich, schwer zugänglich und leicht zu verteidigen. Daher lies man dieses Gebiet einfach links liegen. 
Und so begann von dieser abgelegenen Bastion in Nordspanien, die Rückeroberung der iberischen Halbinsel.  
Wenn man sich das spätere Königreich Spanien anschaut, kann man sich auch zu Recht fragen warum es Rückeroberung und nicht Eroberung heißt. Der Grund dazu ist Asturien selbst. Der erste König von Asturien, Pelagius, entstammte dem gotischen Hochadel und war aus einer Königsfamilie gebürtig. Auch weiß man, dass viele Christen, Goten wie Romanen, nach dem Norden flohen um der Fremdherrschaft entgehen zu können. Die äußere Bedrohung wirkte dabei als ein verbindendes Band, da sich Streit untereinander fatal hätte auswirken könne. 

Warum aber die Reconquista so lange geauert hat ist schnell erklärt. Zum Einen war das Islamische Reich ein enormer Machtfaktor, und auch seine Nachfolgereiche blieben es für Jahrhunderte. Man sollte also nicht den Fehler machen das islamische Spanien als isoliert zu betrachten, den dies war nicht der Fall. 
Zum Anderen, konnten die Christen bis ins Hochmittelalter hinein meistens nur Erfolge feiern, wenn die Sarazenen untereinander im Streit lagen. 
Umgekehrt wurden die Moslems immer wieder von Nordafrikanischen Dynastien, wie den Almoraviden oder den Almohaden, aktiv unterstützt und vor dem Untergang gerettet. 
Aber auch die Kreuzzugsidee brachte den Christen neue Impulse, wie z. B. die Eroberung Lissabons durch die Kreuzfahrer 1147. Bis um etwa 1000 war der gesamte Norden Spaniens wieder in christlicher Hand. 

Bis ins 11. Jahrhundert hinein dauerte es auch, bis sich die drei christlichen Reiche die entstanden waren, Aragon, Kastilien und Portugal, einig waren über ihre zukünftige Expansionsrichtung. 
Entscheidend war hierbei der Sieg in der Schlacht von Las Navas de Tolosa in Südspanien im Jahr 1212. Ab diesem Zeitpunkt waren die Moslems nur mehr in der Defensive. 
Da das Erpressen von Schutzgeld sehr einträglich war und Granada immer wieder auf nordafrikanische Hilfe setzen konnte, dauerte die Reconquista noch lange an. 
Erst Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien machten der islamischen Herrschaft ein Ende. 
Die Reconquista endete am 1. Jänner 1492 mit der Kapitulation Granadas. 

  • 719

Der Hl. Otmer verwandelt die Einsiedelei von St. Gallen in ein Kloster (1805 säkularisiert). 

Die Sarazenen erobern Narbonne und Septimanien in Südfrankreich. 

  • 720

Der Hl. Korbinian kommt nach Freising. 

Egino, 720- 802; Bischof von Verona. 


  •  721

In der Schlacht von Toulouse besiegen die Franken erstmals die Sarazenen.
 

  • 721- 54 

Die Mission des Hl. Bonifatius in Germanien. 

  • 723 

Der Hl. Bonifatius, der Apostel der Deutschen, fällt die Donareiche in Geismar zum Beweis des Unglaubens der Heiden. 

Die iro- schottische und angelsächsische Mission


Sie gehört zweifellos zu den größten Leistungen des Frühmittelalters. Bereits im 6. Jahrhundert ziehen immer wieder Gruppen von iro- schottischen Missionaren nach dem Kontinent. Scotia minor, das kleine Schottland, bezeichnete damals das heutige Schottland, während Scotia maior das heutige Irland bezeichnete. Dies kam daher, dass der irische Stamm der Skoten um 400 nach dem heutigen Schottland auswanderte und dem Land seinen Namen gab. Geleitet wurden sie dabei von dem Ideal der Peregrination, der Pilgerschaft auf Lebenszeit, getreu dem christlichen Verständnis, dass der Mensch nur Gast in dieser Welt ist. Mit ihren zahlreichen Klostergründungen waren sie Wegbereiter sowohl des Christentums als auch der Kultur. 

Zu ihren wichtigsten Vertretern gehören die Heiligen Kolumban der Jüngere und der Ältere, der Heilige Gallus und die Heiligen Virgil, Emmeram, Killian und Korbinian. Ihr größter Verdienst war die Mission der Angelsachsen, sowie des nördlichen und östlichen Frankenreiches. Dabei gaben sie den bekehrten Gebieten in den Bereichen Astronomie, Buchmalerei und Verwaltung wichtige Impulse. Die iro- schottische Mission entwickelte ihre größte Wirkung zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert. 

Die angelsächsische Mission war ganz entscheidend vom Ideal der iro- schottischen Mission geprägt worden. Doch im Gegensatz zu ihren Vorgängern, konzentrierten sie sich von Beginn an auf ihre Stammverwandten. In der Organisation der deutschen Kirchenprovinzen und dem Aufbau der Bistümer leisteten sie erstaunliches. Zu ihren wichtigsten Vertretern gehören die Heiligen Bonifatius, Lullus, Winfried- Bonifatius und Willibrord. 
Ein weiterer Unterschied lag in der Struktur der Mission. Die iro- schottische Mission war monastisch, also auf Klöster ausgerichtet. Die angelsächsische basierte auf Bistümern. Dies war der Struktur Irlands und Schottlands geschuldet, wo es in jenen Tagen keine Städte und damit auch keine Bistümer in unserem heutige Sinn gab. Dort übernahmen die Klöster die Aufgaben der Verwaltung und Organisation. Bei den Angelsachsen hingegen die Städte und damit die Bistümer. 

Aus diesem grundlegenden Unterschied erklärt sich auch, warum die iro- schottischen Missionare dem Kontakt mit Rom nur geringes Gewicht beimaßen und die angelsächsischen deutlich mehr. Durch diese unterschiedliche Gewichtung hatten beide Seiten allerdings solch einen großen Erfolg. Beide konzentrierten sich auf jeweils etwas anderes und konnten so die Missionsgebiete auf vielfältige Weise unterstützen. 
Mit der Zunahme der Akzeptanz des Christentums auf dem Kontinent, flaute diese Bewegung im 9. Jahrhundert ab. Foch hatte auch die Wikingerzeit ihren Anteil daran, da viele altehrwürdige Klöster den Raubzügen zum Opfer fielen. 
Die angelsächsische Mission erlebte ihre Blüte vom 7. bis 9. Jahrhundert. 

  • 724

Gründung des Inselklosters Reichenau im Bodensee (1803 säkularisiert). 

  • 725

Auf dem Domberg in Erfurt gründet der Hl. Bonifatius eine erste Marienkirche. 

Vermutlich auf Reichenau entsteht die Lex Alamannorum. 

  • 730

In England wird das Beowulf- Epos niedergeschrieben. Es ist das älteste Schriftdenkmal der englischen Sprache. 

Der Hl. Vitalis stirbt in Salzburg. Als Bischof von Salzburg ist er heute der Patron des Pinzgaus, der Kinder und der Schwangeren. 

  • 731- 41

Herzog Odilo von Bayern gründet und errichtet das Kloster Niederalteich (1803 säkularisiert, 1908 wieder besiedelt). 

  • 732

Karl Martell besiegt die Sarazenen in der Doppelschlacht von Tours und Poitiers in Zentralfrankreich. Damit wurde die akute Bedrohung des Frankenreiches durch die islamische Expansion gebannt. 

  • 734

Das Kloster Ettenheimmünster im heutigen Baden- Württemberg, wird gegründet (1803 säkularisiert). 

  • 735

Karl Martell unterwirft das aufsässige Aquitanien und Burgund. 

  • 736

An der Stelle des heutigen Kloster Michaelbeuern in Salzburg, ist erstmals eine Mönchszelle erwähnt. 

  • 737

Nach dem Tod des Merowingers Theuderich IV. setzt der Hausmeier Karl Martell keinen neuen König aus dem Haus der Merowinger ein und regiert fortan alleine. 

In den Schlachten von Avignon und Beere in Südfrankreich, werden die Sarazenen erneut zurück geschlagen. 

Baubeginn der Verstärkungen des Danewerks, eines Langwalles zwischen Schlei und Treene in Schleswig- Holstein. Diese gewaltige Grenzanalage sollte die dänische Südgrenze schützen. Die ältesten Teile des Bauwerkes stammen aus der Zeit zwischen 450 und 500. 

  • 739

Der Hl. Bonifatius ordnet die bayrische Kirche und erhebt Salzburg offiziell zum Bistum. In Salzburg regiert, der irischen Gewohnheit gemäß, der Bischof weiterhin auch als Abt des Klosters St. Peter. 
Passau, Freising und Regensburg werden ebenfalls zu Bistümern erhoben. 

  • 740

Das Kloster Neustadt am Main in Bayern wird gegründet (1803 säkularisiert, 1961 wieder besiedelt). 

Arn von Salzburg, 740- 821; Erster Erzbischof von Salzburg. 

  • 741

Der Hl. Kilian gründet das Bistum Würzburg. 

Das Kloster und Bistum Eichstätt wird gegründet. 

Nach dem Tod Karl Martells wird Childerich III. als letzter Merowinger zum König der Franken erhoben. 

Tassilo III. 741- 814; Herzog von Bayern. 

  • 742

Nach dem Tod Karl Martells im Vorjahr kommt es zu erneuten Unruhen in Alemannien. Die Franken marschieren daraufhin im Land ein. Die Alemannen werden erneut unterworfen. 

Karl der Große, 742- 814; Kaiser von Rom, König der Franken und Langobarden. 

  • 743

Bayern erhebt sich gegen die fränkische Oberherrschaft. Herzog Odilo erleidet am Lech eine schwere Niederlage gegen die Franken und muss deren Oberherrschaft erneut anerkennen. 

Erfurt wird erstmals schriftlich erwähnt. 

Zell am See wird erstmals als Cella in Bisoncio erwähnt. 

Widukind, 743- 807; Sächsischer Freiheitskämpfer. 

  • 744

Der Hl. Bonifatius gründet das Kloster Fulda. 

  • 746

Die Alemannen erheben sich ein letztes Mal, werden aber besiegt. In der Folge kommt es zum Blutgericht von Cannstadt. Auf ihm wurden die Rädelsführer und ihre Unterstützer zum Tode verurteilt und hingerichtet. Das alemannische Herzogtum wird nicht wiedererrichtet und erlischt. 

  • 746- 84

Der Hl. Virgil wirkt in Salzburg.

St. Virgil von Salzburg

Die Leistungen des Hl. Virgil stehen denen des Hl. Rupert in Nichts nach. Geboren im Jahr 700 erhielt er in irischen Klöstern eine hervorragende Ausbildung, welche ihn erst zu seinen späteren Leistungen in Salzburg befähigte. 

Als irischen Mönch zog es Virgil, der wohl einem irischen Königsgeschlecht entstammte, im Sinne der Peregrinatio, der Pilgerschaft, auf den Kontinent. Einen ersten Nachweis von ihm finden wir im Jahr 743, als er an den Hof des Hausmeiers Pippin III. kam. Dieser empfahl Virgil dem Bayernherzog Odilo, der diesen als geistlichen Berater anstellte. 
Und so kam Virgil 746 nach Salzburg wo er zunächst Abt von St. Peter wurde. Als solcher übte er nach irischem Vorbild, die weltlichen Aufgaben aus. Während sein Gefährte Dodagrecus als Bischof den geistlichen Aufgaben nachging. Da dies allerdings den Unmut des Hl. Bonifatius auf sich zog, musste sich Virgil fügen und sich 749 zum Bischof weihen lassen. 

In seinem neuen Bischof fand das junge Salzburg einen schöpferischen Geist ersten Ranges. 
So bemühte er sich konsequent den Besitzstand des Bistums zu erhalten und entwendetes Gut zurück zu führen. Dabei scheute er auch nicht vor Konflikten mit dem Adel oder der Herzogsfamilie selbst zurück. Dabei gelang es ihm auch, durch manches Tauschgeschäft die Besitzungen die teilweise weit verstreut waren immer weiter zu zentrieren. In Zeiten ohne Autobahn und Handy ein klarer Pluspunkt. 
Rigoros nutzte er die verfügbaren Mittel und baute das Seelsorgenetz Stück für Stück aus. Bei seinem Tod verfügte das Bistum bereits 67 Fililaklöster und -kirchen. 
So dürfte es auch kein Zufall sein, dass es der Hl. Virgil war der den Grundstein für den ersten Salzburger Dom legte. Mit seinen 66 Metern Länge war dieser Dom in etwa so groß wie die fränkische Krönungskirche in St. Denis! 

Aber auch in der weiteren Mission machte er von sich reden, als er 755 seinen Gefährten Modestus nach Maria Saal bei Klagenfurt schickte. Als Chorbischof wirkte er hier bei der Mission mit, welche in den folgenden Jahrzehnten auch erfolgreich abgeschlossen erden konnte. 

Abgerundet wird das Bild seiner Leistungen durch Kunstwerke wie das Verbrüderungsbuch von St. Peter oder den Tassilokelch. Beide bezeugen auf eindrucksvolle Art und Weise den hohen künstlerischen Rang des jungen Landes. 

Berühmt wurde der Hl. Virgil auch durch seine Streitigkeiten mit dem Hl. Bonifatius. Dabei ging es um die so genannte Antipoden- Theorie. Im Gegensatz zu den kirchenfeindlichen Geschichtsfälschungen, war es im Mittelalter den Menschen sehr wohl bewusst, dass sie auf einer Kugel leben. Was man sich allerdings nicht erklären konnte war, wie Menschen auf der unteren Seite der Erde leben könnten. Man stellte sich diese Menschen so vor, dass sie statt Armen Beine und statt Beinen Arme hätten. Antipode bedeutet nämlich Gegenfüßler. Dabei stand nicht zur Debatte das die Erde eine Kugel sei, nein! Was Bonifatius kritisierte war die Existenz der Antipoden, welche man sich nicht erklären konnte. Man dachte diese würden wohl einfach "runter fallen", da man von Erdanziehungskraft keine Ahnung hatte. 
Leider ist das Antwortschreiben des Papstes verloren gegangen. Da Virgil jedoch in Amt und Würden blieb, kann es so negativ nicht gewesen sein. 

774 krönte er sein Lebenswerk mit der Weihe des ersten Salzburger Domes in dessen Krypta er den Hl. Rupert beisetzen ließ. 
784 starb der Hl. Virgil und wurde ebenso im Dom bestattet. Sein Grab geriet jedoch in Vergessenheit und wurde erst 1181 wieder entdeckt. 
1233 wurde er heilig gesprochen. 

  • 753

Der Merowinger Childerich III. wird als König abgesetzt. Der Karolinger Pippin III. wird neuer König der Franken. 

  • 754

Papst Stephan II. besucht Pippin III. Dieser verspricht dem Papst Schutz und Hilfe gegen äußere Feinde. Im Gegenzug nimmt Pippin den Titel Patricius Romanorum, Schutzherr der Römer, an. Damit übernimmt er die weltliche Oberhoheit und Schutzverpflichtung über den späteren Kirchenstaat, welche bis dahin der Oströmische Kaiser ausgeübt hatte. 

  • 756

Die Langobarden belagern Rom. Pippin III. Zieht nach Italien und zwingt die Langobarden einerseits die Belagerung aufzugeben und andererseits die fränkische Oberhoheit anzuerkennen. Durch die Rückgabe strittiger Gebiete kommt es zur Pippinischen Schenkung welche die Konstantinische Schenkung bestätigte. Der Kirchenstaat, das Patrimonium Petri, ist gegründet. 

  • 759

Die Franken erobern Narbonne in Südfrankreich von den Sarazenen zurück. 

  • 760

Das Kloster Altomünster wird gegründet (1803 säkularisiert, 1842 wieder errichtet). 

König Pippin unterwirft Aquitanien endgültig und macht mit der Unabhängigkeit des Herzogtums Schluss. 

  • 763

Auf dem vierten Auquitanienzug Pippins III. verlässt Herzog Tassilo III. eigenmächtig das Heeresaufgebot. Pippins Sohn Karl wird ihm später in Ingelheim dafür den Prozess machen und entmachten. 

  • 764

Das Abrogans entsteht. Es ist das älteste deutsche Buch überhaupt. Bei ihm handelt es sich um ein Deutsch- Lateinisches Wörterbuch. Man muss also um diese Zeit mit einer voll ausgebildeten deutschen Sprache rechnen. 

  • 764- 814

Das Kloster Ellwangen wird in Bayern gegründet. 

  • 765

Die Stadt Aachen wird als Aqua villa erstmals urkundlich erwähnt. 

Arbeo, 765- 83; Bischof von Freising. 

Karl der Große


Karl wurde 742 in Prüm in der Eifel geboren. Als sein Vater Pippin 768 starb, wurde das Frankenreich zwischen ihm und seinem Bruder Karlmann aufgeteilt. So wie es die fränkische Tradition vorsah. Als Karlmann 771 stirbt wird Karl Alleinherrscher. 

772 beginnt Karl seinen Feldzug gegen die Sachsen. Dieser Kleinkrieg wird fast 30 Jahren währen und bis 810 immer wieder aufflammen. Um diesen Konflikt zu verstehen ist es gut und ratsam sich die Geschichte der Franken und Sachsen anzusehen. Als Karl seine Eroberung Sachsens beginnt, bekriegten sich die beiden Stämme bereits seit mehr als 300 Jahren! Die Sachsen waren es auch welche die Franken überhaupt erst nach dem Römischen Reich gebracht hatten. Als sich die Franken als Föderaten im Römischen Reich nieder ließen, taten sie das als Flüchtlinge vor den Sachsen! Das erklärt dann wohl auch die Verbitterung mit der dieser Konflikt geführt wurde. Die Absicht Karls kann es durchaus gewesen sein, das sächsische Problem ein für allemal zu lösen, notfalls mit nackter Gewalt. Die Missionierung dürfte da wohl eher ein Feigenblatt gewesen sein. 

Doch Karl bleibt in dieser Zeit nicht untätig. 774 unterwirft er das Langobardenreich in Italien und nahm den Titel eines rex langobadorum, eines Königs der Langobarden, an. 
Auch hier gilt es den Kontext nicht aus den Augen zu verlieren. Die fränkischen Könige stritten sich schon immer mit den Päpsten um die Macht in Italien. Dies kam daher, dass der eigentliche Schutzherr Italiens, Byzanz, nicht in der Lage war für Ruhe zu sorgen. So hatten die Päpste sich an die einzige Macht gewandt die ihnen verblieben war, die Franken. In dieser Funktion war es, als Karl die Langobarden unterwarf und in sein Reich integrierte. 

Einem weiteren Feldzug, dem gegen die Sarazenen im Jahr 778, verdankt die Literatur das Rolandslied. 
Das Herzogtum Bayern verlor 788 seine Unabhängigkeit. Karl ließ den letzten Herzog der Agilolfinger, Tassilo III. absetzten und zum Klostertod verurteilen. Um das Land aber dauerhaft an das Frankenreich binden zu können ließ er auch seine ganze Familie ins Kloster "werfen". Das hatte seinen Grund darin, dass das bayrische Stammesrecht vorsah, das immer ein Mitglied aus dem Stamm der Agilolfinger Herzog sein müsste. stirbt die Familie aus, kann der Franke frei bestimmen. Dazu kam noch, dass Tassilo mit einer langobardischen Prinzessin verheiratet war. Und sein Sohn wäre als Erwachsener der legitime Thronfolger Bayerns und des Langobardenreiches gewesen! 

Zwischen 791 und 808 zerstörte Karl das Awarenreich in der ungarischen Tiefebene. Nach mehreren Feldzügen wurde ein großer Teil Pannoniens als Teil Bayerns ins Frankenreich integriert. 

Den Höhepunkt seiner Macht erlebte Karl der Große am Weihnachtstag des Jahres 800 mit seiner Kaiserkrönung in Rom. Damit war nach 324 Jahren das westliche Kaisertum erneuert worden. Byzanz anerkannte jedoch erst im Jahr 812 diese Kaiserkrönung. 

Karl der Große starb 814 und wurde in seiner Lieblingspfalz Aachen begraben. 1156 wurde er Betreiben Kaiser Friedrich Barbarossas heilig gesprochen. 

Soweit das Äußere. 
Doch auch im Inneren entwickelte Karl eine ungekannte Tätigkeit. 
So ordnete er mit seiner Münzreform das Geldwesen neu. Mit der karolingischen Minuskel schaffte er eine einheitliche Schreibweise der Buchstaben. Die Königsgüter wurden neu geordnet und die Lebensführung des Klerus neu geregelt. Auch förderte er Bistümer und Klöster so gut er konnte um das Land entickeln und kultivieren zu lassen. 
Den Grundstein für das Rittertum legte Karl der Große in dem er durch eine Heeresreform die Panzerreiter, die schwere Kavallerie, zur Hauptstreitmacht in seinem Heer machte. 
Auch architektonisch setzte er Zeichen wie die Pfalzkapelle in Aachen und die fossa carolina zeigen. Und um dem Gesetz die Ehre zu geben, ließ er alle Stammesrechte aufzeichnen. 

Auf den unterschiedlichsten Gebieten suchte Karl danach sein reich voran zu bringen und zu stärken. Die Bezeichnung dieser Bestrebungen als Karolingische Renaissance ist daher mehr als gerechtfertigt. 

Doch wo Licht ist ist auch Schatten. 
Und so zählen sein Umgang mit den Sachsen oder Tassilo III. nicht gerade zu seinen Lorbeeren. Gerade die Sachsenkriege wurden am Anfang mit großer Härte geführt. Was Karl oft Kritik an seinem "predigen mit eiserner Zunge" einbrachte. 
Doch zeigt sein Umgang mit den Awaren und Slawen, dass er aus seinen schweren Fehlern in Sachsen gelernt hatte. Als Beispiel sei hier der Slawenzehnte in Kärnten genannt. 

Doch trotz all seiner Bemühungen, konnte das Reich die unterschiedlichen Völker und Länder nicht auf Dauer an sich binden. Zu groß war es geworden und zu stark die zentrifugalen Kräfte, zu stark die unterschiedlichen Interessen aber auch die unterschiedlichen Bedrohungen. 
Doch eben weil sein Erbe nicht von Dauer war wurde es zum Mythos. 

  • 766

Das Kloster Metten wird in Bayern gegründet. 

  • 769

In Hessen wird das Kloster Hersfeld gegründet (1606 aufgehoben). 

  • 769/70 

Das Concillium Dingolfingense, die Synode von Dingolfing, ist die erste verbürgte Synode in Bayern überhaupt. Zugleich ist es die erste Nennung des Ortes Dingolfing. 

Herzog Tassilo III. von Bayern gründet das Kloster Innichen in Tirol. 

  • 770

Erstmals wird das antike Iuvavum mit seinem deutschen Namen Salzburg genannt. Der Name setzt sich zusammen aus den Salzrechten des Erzbischofs in Reichenhall und der Burg auf dem Festungsberg. 

Einhard, 770- 840; Geschichtsschreiber und Biograph. 

  • 771

Karlmann, der Bruder Karls des Großen, stirbt unerwartet. Dadurch erbt Karl seinen Reichsteil und wird Alleinherrscher des Frankenreiches. 

Der Ort Rottweil in Bayern wird erstmals genannt. 

  • 772- 805

Die Sachsenkriege Karls des Großen. 

Die Sachsen


Der Name leitet sich vom Sax ab, einem einseitig geschliffenen Kurzschwert, das typisch für diesen Stamm war. 
Die Sachsen als Stamm entstehen wohl im 3. Jahrhundert. Seit ca 250 kam es immer wieder zu Raubzügen germanischer Seeräuber die Britannien und den Norden Galliens ins Visier nahmen. Diese kamen aus dem heutigen Niedersachsen und Dänemark. 
Aus diesem Grund begannen die Römer ab ca. 300 mit der Errichtung des Litus Saxonicum, der Sachsenküste. Diese bildete eine aus Heereslagern und Flottenstützpunkten bestehende Verteidigungslinie in Britannien und entlang des Ärmelkanals. 
Ob nun die Sachsen bereits als Stamm bestanden als die Raubzüge begannen oder im Zuge dieser entstanden ist nicht mehr zu entscheiden. Fakt ist jedenfalls, dass sie zu den so genannten Nordseegermanen welche in Dänemark und Schleswig siedelten. Namentlich genannt wurden die Sachsen im Jahr 356. 

Was man jedoch sagen kann ist, dass sich die älteren Stämme der Chauken, Angrivarier und Cherusker, mindestens in Teilen zu diesem neuen Stamm zusammen schlossen. Wie auch bei anderen Stämmen üblich, blieb dieser nicht nach außen abgeschlossen. Andere Völkersplitter wurden immer wieder in den Stamm neu aufgenommen. 
Das ursprüngliche Siedlungsgebiet lag im nördlichen Niedersachsen und in Holstein. Im Zuge der Völkerwanderung drangen sie immer weiter nach Süden und Südosten vor. Vor allem bei ihrem Vordringen über die Weser Richtung Rhein, kam es zu lang andauernden und erbitterten Konflikten mit den sich formierenden Franken. 

Um das Jahr 530 herum erreichten sie dann schließlich über das heutigen Münsterland den Rhein und gelangten bis ins Sauerland. Mit dem Fall des Thüringerreiches konnten sie sich den nördlichen Teil des selbigen sichern, der Harz wird neue Grenze zwischen beiden Stämmen.  Womit sie ihre größte territoriale Ausdehnung erlangten. 
Allerdings scheinen die Sachsen damals schon unter einer Art Oberhoheit der Franken gestanden zu haben. Zumindest gibt es vereinzelte Berichte von Aufständen der Sachsen und von Tributzahlungen an die Franken. Wie diese Berichte zu deuten sind und wie diese etwaigen Hoheitsverhältnisse zustande gekommen sind, ist nicht endgültig zu klären. 

In seiner inneren Struktur stellten die Sachsen eine Ausnahme dar, da  sie von der Völkerwanderung nahezu unberührt blieben. Dadurch erhielt sie bei ihnen eine altgermanische Ordnung die es außerhalb Skandinaviens kein zweites mal gab. 
Frei nach Cäsar könnte man sagen:"Saxonia est omnis divisia in partres tres" - Ganz Sachsen ist in drei Teile geteilt (nach dem Anfangssatz aus De bello gallico): Westfalen, Engern (nach den Angrivarieern) und Ostfalen. 
Diese drei Großräume wiederum unterteilten sich erneut in kleinere Sippen und Teilstämme. Es bestand so etwas ähnliches wie eine Gauverfassung, dem jeweils ein Adeliger vorstand. 
Diese "Gaufürsten" trafen sich einmal im Jahr in den zentralen Ort Marklo. Wo dieser Ort lag ist heute nicht mehr bekannt. Man weiß eigentlich nur, dass er im zentralen Engern lag. Bei diesem Thing wurde bei Bedarf ein militärischer Oberbefehlshaber gewählt. Ansonsten lebten die Sachsen nach einem föderalen Prinzip ohne Königsherrschaft. Wohl ab dem 7. Jahrhundert dürfte es sowas wie Herzöge als wohl gewählte oberste Landesherren gegeben haben. Was wohl auf fränkischen Einfluss zurück zu führen sein dürfte. 
Durch die exklusive Randlage geschützt entstand mit Altsächsisch bzw. dem heutigen Niederdeutsch eine eigene Sprache die nur langsam von der Lautverschiebung beeinflusst wurde. 

Das Ende der sächsischen Selbständigkeit kam im Jahr 772. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Den Regionalgewalten zugunsten der Zentralgewalt Einhalt zu gebieten, dürfte allerdings ein sehr starker Antrieb gewesen sein. 
Allerdings entwickelten sich die Sachsenkriege zu einem Unikum. Im Gegensatz zu den anderen Gebieten, war Sachsen ein heidnisches Land mit einer sehr schwachen Zentralgewalt. Der Krieg radikalisierte sich daher hauptsächlich deshalb, weil zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander prallten. Erst mit der Unterwerfung von Nordalbingien (in etwa das heutige Holstein) im Jahr 804 endete die Gewalt und wurde Sachsen ein Teil des Frankenreiches. 

Auf Grund seiner inneren Geschlossenheit sollte das als letztes eingegliederte Sachsen später noch eine außergewöhnliche Rolle in der Geschichte der Deutschen spielen.  

  • 772

Feldzug der Franken gegen die Sachsen. Die Eresburg in NRW wird erobert und die Irminsul, ein zentrales germanisches Heiligtum, zerstört. Gleichzeitig ist es die erste Nennung des Ortes Eresburg überhaupt. 

Herzog Tassilo III. besiegt die Karantanen. Das nach ihnen benannte Carantanien, das heutige Kärnten, wird Teil Bayerns. 

  • 773

Papst Hadrian I. ruft König Karl zu Hilfe gegen die Langobarden. Karl zieht daraufhin nach Italien und belagert König Desiderius in Pavia. 

  • 774

Der erste Dom wird in Salzburg geweiht. 

Die Abtei Kempten in Bayern wird gegründet (1803 säkularisiert). 

Auf der Synode von Neuching wird festgelegt, dass alle Bischofssitze eine angeschlossene Schule unterhalten müssen. 

Karl der Große zwingt Desiderius auf den Thron zu verzichten und nennt sich fortan König der Langobarden. 

  • 775

Der II. Feldzug der Franken gegen die Sachsen. Die Sigiburg in NRW wird erobert. 

Der Ort Düren, ebenfalls in NRW, wird erstmals genannt. 

Der Glossar Vocabularis Sancti Galli entsteht. 

  • 775- 85

Der Sachse Widukind organisiert den Widerstand gegen die fränkische Herrschaft. 

  • 777

Die Sachsen fallen in Hessen ein und zerstören Fritzlar. 

Herzog Tassilo III. gründet die Klöster Mattsee in Salzburg und Kremsmünster in Oberösterreich. 

  • 778

Die Wirren unter den Arabern nutzend, zieht Karl über die Pyrenäen und erobert Pamplona. In der Folge wird die Spanische Mark errichtet welche als Keimzelle für das spätere Königreich Aragon dient. 

Ludwig der Fromme, 778- 840; Römischer Kaiser, König der Franken. 

  • 779

In der Schlacht von Bocholt in NRW, besiegen die Franken die Sachsen. Zugleich ist es die erste Nennung des Ortes. 

Ingersheim in Baden- Württemberg wird erstmals erwähnt. 

  • 780

Mit der Einführung der Karolingischen Minuskel wird begonnen. Dies war eine Schrift die nur aus Kleinbuchstaben bestand und die Schreibweise im ganzen Frankenreich schließlich vereinheitlichte. 

Hrabanus Maurus, 780- 856; Abt von Fulda. 

  • 781

Der Hl. Lullus wird zum ersten Erzbischof von Mainz bestellt. 

  • 782

Die Sachsen wehren einen erneuten fränkischen Einfall ab und besiegen sie in der Schlacht am Süntel in Niedersachsen. 

Das Blutgericht von Verden. 

Das Capitulare de partibus Saxoniae wird erlassen. Es legte ein sehr strenges Besatzungerecht fest, dass für fast alle Übergriffe die Todesstrafe vorsah. 

  • 783

Der Tassilokelch wird in Salzburg vollendet. Es ist der älteste erhaltene Messkelch der Welt und wurde von Tassilo III. in Auftrag gegeben. Heute dient er dem Stift Kremsmünster noch zur Abtwahl.

Als Schlachtort zwischen Franken und Sachsen wird erstmals der Ort Detmold genannt. 

Südlich von Osnabrück kommt es zur Entscheidungsschlacht zwischen Karl und Widukind. Nach dreitägiger Schlacht siegt Karl, Widukind zieht sich geschlagen auf seine Burg zurück. 

An der Hofschule Karls des Großen entstehen der Dagulf- Psalter und das Godescalc- Evangeliar. 

  • 784

Der Ort Köstendorf in Salzburg wird erstmals genannt. 

Das Verbrüderungsbuch von St. Peter in Salzburg entsteht. 

Erzbischof Arn von Salzburg


Arn wurde um 740 in der Diözese Freising geboren. 776 in Freising zum Priester geweiht, tritt er zwei Jahre später in das Kloster St. Amand im heutigen Belgien ein, wo er 782 zum Abt bestellt wurde. 
Als der Heilige Virgil 784 stirbt, wird Arn im darauf folgenden Jahr zu seinem Nachfolger bestellt. Bereits drei Jahre später verhandelte er in Rom mit Karl dem Großen vergebens um Gnade Herzog Tassilo III. 
Seit 791 ist Arn auch als ein missus dominicus , als "Königsbote" nachgewiesen. Diese waren Amtsträger die das Vertrauen des Königs genossen und mit wichtigen Aufträgen unterwegs waren. Auch nahm er 791 und 796 an den Awarenfelzügen der Franken teil. Auf ausdrücklichen Wunsch Karls des Großen wurde Arn am 20. April 798 Erzbischof erhoben, und Salzburger Metropolitansitz der Kirchenprovinz Bayern. Zwischen 802 und 807 regierte er interimistisch das Herzogtum Bayern. Erst als Kaiser Karl 814 starb zog sich Arn aus der Reichspolitik zurück. 

Durch die Sammlung der Alkuinbriefe und das Kopieren von Büchern legte Arn den Grundstein für die Bibliothek von St. Peter, der ältesten Österreichs. 80 Handschriften aus seiner Zeit, darunter das Salzburger Calendar, sind ein beredtes Zeugnis für die Aufbauarbeit des Erzbischof. Dank der notitia arnonis (um 790) und des breves notitiae (798), den ältesten Salzburger Güterverzeichnissen, sind wir über den Besitzstand des Erzstiftes, sowie seiner Frühgeschichte, bestens unterrichtet. 
Auf Arn ging auch die Gründung der Domschule zurück, um den Priesternachwuchs zu sichern. Da Salzburg mit Kärnten und Pannonien damals ein großes Missionsgebiet übertragen bekommen hatte. Es ist klar, dass sich hier Bibliothek und Schule bestens ergänzten. 
Nachdem Salzburg ein großes Gebiet zwischen Donau, Drau und Raab 796 als Missionsgebiet zugewiesen bekam, begab er sich, nach seiner Erhebung zum Erzbischof, zur Mission dorthin. Aber schon 799 weihte er einen Theoderich zum Chorbischof und kehrte nach Salzburg zurück. Auf Anraten Alkuins führte er den "Slawenzehnten" ein. Dieser war ein deutlich geringerer Zehent um Unruhen zu vermeiden - eine Lehre aus der Sachsenmission! 
Als der Präfekt von Bayern 802 im Kampf gegen aufständische Awaren fiel, dürfte es wohl Arn gewesen sein, welcher bis 807 Bayern als "Statthalter" regierte. 
811 unterschrieb er nach den Erzbischöfen von Köln und Mainz an dritter Stelle das Testament Karls des  Großen. 813 leitete er zusammen mit diesen beiden und dem Bischof von Worms, die Reformsynode von Mainz. 

Erst als Kaiser Karl 814 starb schied auch Arn aus der Reichspolitik aus. Im hohen Alter von 80 Jahren starb der erste Erzbischof von Salzburg am 245. Jänner 821 in Salzburg. 

  • 787

Das II. Konzil von NIcäa tagt. 

  • 787- 89 

Auf einem befestigten Dünenhügel entstehen der erste Dom und Bischofsitz von Bremen. 

  • 788

In der Anklageschrift gegen Herzog Tassilo III. im Prozess von Ingelheim, wird erstmals eine deutsche Sprache erwähnt. 

Saalfelden im Salzburger Land wird erstmals als Saalvelda genannt.